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Beamte aus Afrika fühlen Asylbewerbern in Dortmund auf den Zahn

16.08.2012 | 12:34 Uhr
Auf diesem Flur warten Asylbewerber aus Sierra Leone, um ihre Herkunft in Gesprächen mit einer Delegation ihres Heimatlandes zu klären.

Dortmund.   Eine vierköpfige Delegation aus Sierra Leone ist derzeit in Dortmund zu Gast. Sie soll den deutschen Behörden helfen, Asylbewerber aus ihrem Land zu identifizieren. Zwei der bereits Befragten erhielten das Bleiberecht, anderen droht die Abschiebung. Kritiker beobachten das Verfahren mit Skepsis.

Hohe Wellen schlägt in diesen Tagen ein Identifizierungsverfahren zur Bestimmung der Herkunft von Asylbewerbern , die möglicherweise aus Sierra Leone kommen. Im schlimmsten Fall droht die Abschiebung in eines der ärmsten Länder der Erde.

Eine vierköpfige Delegation aus dem Land war in dieser Woche angereist, um mögliche Landsleute zu identifizieren. „Nicht anhand von Gesicht und Sprache“, wie Rechtsdezernent Wilhelm Steitz versichert. Die Stadt stellt die Räume. Das Verfahren selbst wird von der Bundespolizei durchgeführt.

Steitz weiß: „Die Asylbewerber verschleiern oft ihre Nationalität, um nicht ausgewiesen zu werden.“ Es sei verständlich, dass die Menschen mit allen Tricks versuchten, hier zu bleiben. Das Interesse der Ausländerbehörde sei es aber, zu prüfen, ob der Aufenthalt rechtmäßig erfolgt. Steitz: „Es ist ganz legitim herauszufinden, welche Identität  die Asylbewerber haben.“

Gegenüberstellung sorgte für Wirbel

Entsprechend sind 90 Flüchtlinge aus ganz Deutschland nach Dortmund eingeladen worden, um möglicherweise verlorene Ausweispapiere zu ersetzen. Für Wirbel hat eine Gegenüberstellung von Flüchtlingen vor sechs Jahren gesorgt. Damals soll die Delegation mit zweifelhafter Mission unterwegs gewesen sein. Dennoch gibt Steitz zu bedenken: „Es gab keinen einzigen, der anschließend behauptete, fälschlicherweise als Staatsbürger aus Guinea erkannt worden zu sein.“

Diesmal sind vier Vertreter aus der Einwanderungs- und Passbehörde von Sierra Leone angereist. Außerdem ist ein Botschaftsangehöriger dabei. Gefragt wird nach der Vita der Flüchtlinge. Anhand von Stationen aus der Jugend der Betreffenden sollen Hinweise auf die Herkunft erfolgen.

Flüchtlinge in Dortmund

Am Dienstag sind 31 Personen nach Dortmund geladen worden, 18 kamen. Die Hälfte von diesen, also neun, wurden als Bürger von Sierra Leone identifiziert. Zwei von diesen brächten die Ersatzpässe sogar Glück. Sie könnten nun ein Bleiberecht erhalten. Darunter auch ein taubstummer junger Mann, der in den Wirren des Bürgerkriegs Ende der 90er Jahre nach Deutschland kam. Die sogenannte Stichtagsregelung bedeutet für ihn nun Sicherheit und ein Bleiberecht.

Bundespolizei dementiert "Erfolgsprämie"

Die Befragung der Flüchtlinge sei in einer ruhigen und kooperativen Atmosphäre verlaufen, versichern Augenzeugen. Das sei natürlich nicht immer so. Es gebe auch völlig unkooperative Zeitgenossen.

Von der Bundespolizei wird dementiert, dass es eine Art Erfolgsprämie in Höhe von 2500 Euro gebe für jedes erfolgreich beschaffte Ersatzausweispapier. Im Fall Sierra Leones betrage die Gebühr für ein Heimreisedokument lediglich elf Euro. Ein Insider verrät, dass die Delegationen mitnichten ein Interesse hätten, ihre Landsleute zurückzunehmen. Zum einen überwiesen sie gewisse Geldbeträge in die Heimat, zum anderen gebe es auch straffällig gewordene Flüchtlinge, die keiner haben wolle.

 

Gerald Nill



Kommentare
17.08.2012
23:37
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17.08.2012
12:22
Beamte aus Afrika fühlen Asylbewerbern in Dortmund auf den Zahn
von kahevo | #10

Die Regierung sollte sich schämen. Pfui.

16.08.2012
20:20
Beamte aus Afrika fühlen Asylbewerbern in Dortmund auf den Zahn
von xxyz | #9

Bei Asyl geht es um Schutz und nicht um das leben in einem möglichst hoch entwickelten Land.

3 Antworten
Beamte aus Afrika fühlen Asylbewerbern in Dortmund auf den Zahn
von doubeline | #9-1

Wollen sie damit sagen,dass Deutschland ein höchts entwickeltes Land ist?
Meinen sie damit, dass der Strom aus der Steckdose kommt?

Beamte aus Afrika fühlen Asylbewerbern in Dortmund auf den Zahn
von xxyz | #9-2

Naturlich ist Deutschland einer der fortschrittlichsten Staaten.

Beamte aus Afrika fühlen Asylbewerbern in Dortmund auf den Zahn
von Wesseler200 | #9-3

Und Asylbewerber erhalten jetzt in Deutschland 336,00 € zuzüglich Unterkunft. So viel gibt es in keinem anderen Land der Welt.

http://www.tagesschau.de/ausland/asylbewerberleistungen100.html

16.08.2012
20:03
Beamte aus Afrika fühlen Asylbewerbern in Dortmund auf den Zahn
von qwerty | #8

Entgegen der Behauptung von Herrn Steitz gab es immer Flüchtlinge, die einem anderen Land "zugeordnet" wurden, auch im Fall von Guinea, nur selten wird allerdings ein Fall so bekannt wie dieser: http://www.frnrw.de/recht/rechtsprechung-a-z/herkunftslaender/guinea/item/download/247_40742da9a3711f1cc868a6d42051f7d0
Und was von der Gebühr von "elf Euro" zu halten ist, steht hier im Newsletter von Pro Asyl (http://www.proasyl.de/en/news/newsletter/nl-2011/newsletter-nr-176/ - Fragwürdige Sammelanhörungen vor sierra-leonischer Delegation): "Für die fragwürdige Aktion wurden annähernd 50.000 Euro verbraten. ... Auch ein „Dienstsiegel“ der Republik Sierra Leone wurde nicht mitgebracht, sondern von einem Hamburger Schlüsseldienst angefertigt. Ein Rahmenprogramm führte ins Fußballstadion. Am Ende gab es eine dubiose „Anhörungsgebühr“ obendrauf."
Keine Bestechung für Gefälligkeiten für deutsche Behörden?

1 Antwort
Beamte aus Afrika fühlen Asylbewerbern in Dortmund auf den Zahn
von Wesseler200 | #8-1

Die Stadt Dortmund und andere Kommunen lassen sich ihre Dienstsiegel von "Fremdfirmen" anfertigen. Wo liegt da das Problem?

In Zeiten von PC, Scanner und Drucker ist es doch so wieso ganz einfach ein Siegel aus zu drucken.

16.08.2012
17:37
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16.08.2012
16:57
Beamte aus Afrika fühlen Asylbewerbern in Dortmund auf den Zahn
von doubeline | #6

Man kann sich nur Schämen für diese Deutschen,sie vergessen das andere Länder ihre Grosseltern den Hintern gerettet haben,ohne die würdet ihr euren braunen Müll nicht absondern können.

16.08.2012
14:25
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16.08.2012
14:18
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16.08.2012
13:59
Asylbewerber werden in Dortmund auf Herkunft geprüft
von SanMiguel54 | #3

Wer soll denn helfen wenn nicht wir?
Was andere Staaten mit diesen armen Menschen anstellen, sollte nicht unser Vorbild sein!

16.08.2012
13:42
Asylbewerber werden in Dortmund auf Herkunft geprüft
von Horsu44 | #2

In der Schweiz gibt es für Botschaftsmitarbeiter afrikanischer Staaten Flachbildfernseher etc. wenn diese ihre Landleute "zurücknehmen".

1 Antwort
Beamte aus Afrika fühlen Asylbewerbern in Dortmund auf den Zahn
von Wesseler200 | #2-1

Wenn es doch Landsleute der entsprechenden Länder sind, wo liegt das Problem wenn sie in ihre Heimat zurück gehen. Es sind ja keine politisch Verfolgte und haben somit kein Anrecht auf Asyl.

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