Banner für Neonazi-Kameradschaft bei BVB-Spiel gehisst

Blick auf die Dortmunder Südtribüne.
Blick auf die Dortmunder Südtribüne.
Foto: Sportimago
Was wir bereits wissen
Ein Plakat sorgt für Unruhe in der Fanszene von Borussia Dortmund. Beim Spiel gegen Werder Bremen wurde eine Tapete mit einer Solidaritätsbekundung für den verbotenen Nationalen Widerstand Dortmund ausgerollt. Die Polizei hat Ermittlungen eingeleitet.

Dortmund.. „Solidarität mit dem NWDO“ – was vielen wahrscheinlich unverdächtig erscheint, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Banner mit rechtsradikalem Hintergrund. „NWDO“ steht für den Nationalen Widerstand Dortmund, eine Gruppierung, die enge Kontakte zur NPD pflegte und erst vor wenigen Tagen verboten und bei einer Razzia durch die Polizei aufgelöst wurde.

Dieses Solidaritäts-Banner wurde beim Spiel von Borussia Dortmund gegen Werder Bremen am äußersten rechten Rand der Südtribüne präsentiert. Auf einem Foto, das im Internet kursiert, steht hinter der Tapete ein Mann im weißen Hemd und mit schwarzer Krawatte – ein eher untypisches Outfit auf der Südtribüne.

Die Bilder sind dem BVB bekannt. „Wir haben hervorragendes Videomaterial“, sagt Sebastian Walleit, Fanbeauftragter beim BVB. Zwei der Männer, die das Plakat hochgehalten hätten, seien bereits identifiziert worden. Nun sei es an der Polizei, weitere Ermittlungen aufzunehmen.

Polizei hat Ermittlungen eingeleitet

Rechtsradikale Das ist laut Polizei schon geschehen. „Wir haben Ermittlungen eingeleitet und an die Staatsanwaltschaft übergeben“, so ein Sprecher. Zu klären sei nun, ob es sich beim Zeigen des Banners um eine freie Meinungsäußerung handele oder schon um die „aktive Unterstützung einer verbotenen Organisation“.

Schon beim DFB-Pokalspiel in Oberneuland am 18. August wurde im Bremer Weserstadion ein Plakat mit eindeutigem Hintergrund entrollt: „Rico Malt - unvergessen“, signiert mit „Northside Dortmund“ - einer bekannten Dortmunder Hooligan-Gruppe. Rico Malt war ein „Free Fighter“, der im Jahr 2007 verstorben ist. Malt war laut Angaben der Antifa Neonazi und Mitglied im „Fight Club Chemnitz“, der enge Kontakte in die rechte Szene pflegen soll.