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Kriminalität

Bande ergaunert 40.000 Euro von russischen Aussiedlern

01.06.2012 | 15:06 Uhr
Bande ergaunert 40.000 Euro von russischen Aussiedlern
Foto: WAZ

Dortmund.   Eine besonders dreiste Betrugs-Masche macht derzeit in Dortmund die Runde: Mit Schock-Anrufen zocken litauische Banden meist russisch-sprachige Senioren ab. Der Schaden liegt bei 40.000 Euro – mit starker Tendenz nach oben.

Litauische Banden haben es derzeit auf russisch-stämmige Senioren in Dortmund abgesehen. Mit „Schockanrufen“ pressen sie Geld aus ihren Opfern heraus. Der Modus Operandi: Ein russisch sprechender Mann ruft an und gibt sich als Polizist oder Anwalt aus. Er behauptet, ein Familienangehöriger habe in Litauen einen Verkehrsunfall verursacht, habe einen anderen Menschen schwer verletzt – und werde von der Polizei festgehalten.

Die Opfer werden aufgefordert, eine litauische Nummer anzurufen (Ländervorwahl 0037). Am anderen Ende der Leitung meldet sich der „Angehörige“ – mit weinerlich verstellter Stimme. Er berichtet vom Unfall und bittet seinen „Verwandten“, nochmals mit dem „Polizeibeamten“ zu sprechen.

Dieser behauptet dann, der Angehörige werde nur entlassen, wenn das verletzte „Unfallopfer“ auf sämtliche Ansprüche verzichte – natürlich nur gegen Zahlung einer Entschädigung. Um eine Anzeige der litauischen Behörden oder die Inhaftierung zu verhindern, willigten die Angehörigen in Deutschland oft ein und zahlten.

Und wie kommen die Betrüger an ihr Geld? Durch eine geschickte Gesprächsführung (unter anderem werden die Nummern der Geldscheine abgefragt...) werden die Opfer möglichst lange in der Leitung gehalten – Zeit zum Hinterfragen oder für Anrufe bei den echten Verwandte bleibt nicht. Stattdessen klingelt noch während des Gesprächs ein „Verwandter“ des Unfallopfers an der Tür, der zufällig in Dortmund lebt. Er nimmt das Geld und verschwindet.

Die geforderte Summe liegt in der Regel im fünfstelligen Bereich. Die Geschädigten sind meist russische Aussiedler mit typisch russischen Vor- und Nachnamen, die im Telefonbuch stehen.

In den vergangenen drei Monaten häuften sich diese Taten auch in Dortmund. Neben unzähligen missglückten Betrugsversuchen konnten die Betrüger aber auch mehrere Taten bis zum Ende durchziehen. Der bislang bekannte Schaden liegt bei rund 40.000 Euro. Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein: Aus Scham wenden sich viele Opfer nicht an die Polizei.

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2012-06-01 15:06
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