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Thomas Baumgärtel und das...

Bananensprayer nimmt Absage krumm

08.04.2009 | 18:28 Uhr
Bananensprayer nimmt Absage krumm

Vor Wortspielen ist er nicht gefeit - schließlich liegt es für seine Kritiker nahe, seine Mission mit „Alles Banane!” abzutun. Der Künstler Thomas Baumgärtel aber sprüht seine Bananenspur unverdrossen weiter, um weltweit Horte moderner Kunst zu markieren.

Das „U” wollte er gar mit einer riesigen Banane kreuzen - das aber verwehrt ihm die Stadt. Baumgärtel spricht von einem „Affront”. Und nimmt nun den RWE-Tower ins Visier.

4000 herausragende Kunstorte weltweit ziert das gesprühte gelbe Früchtchen, darunter das Museum of Modern Art in New York oder die Tate Gallery in London, auch neun Dortmunder Stätten sind dabei. Banane - das ist für Baumgärtel Lebensfreude, Kreativität, ja auch das „inoffizielle Logo der Kunstszene”. Sie soll Orte der Kunst auffindbar machen und vernetzen.

Banane zwischen U

Auf dem „U” nun wollte Baumgärtel eine riesige Banane zwischen den Buchstaben stecken, auf dass sie über der Stadt leuchte und einen leckeren Vorgeschmack auf die Kulturhauptstadt liefere. Start-schuss sollte im Spätsommer sein, die Kosten bei 100 000 Euro liegen, Dortmund für ein bis zwei Monate Bananenland sein. Selbst mit einem Statiker hat Baumgärtel sich die Kathedrale schon angeschaut.

Thomas Baumgärtel erneuert die Spray Banane am RWE Tower. Kulturhauptstadt 2010. Sprayer. Foto: Knut Vahlensieck

Doch die Architekten und Fachingenieure, die die Stadt konsultierte, fanden die Idee aus technischen Gründen Banane: Die installierte Blitzschutzanlage und die folgenden LED-Projektionsflächen an der Kathedrale wollen sich nicht in den Obstsalat fügen. „Das ist nicht zu einem vertretbaren Risiko realisierbar”, sagt Kulturdezernent Jörg Stüdemann. Und auch die Ruhr.2010habe bislang kein Gespräch gesucht, so der Künstler. Baumgärtel hat vor Wut ein Werk geschaffen, auf dem KingKong lauthals neben der Banane brüllt: „Mich nicht zur Kulturhauptstadt einzuladen, ist ein Affront. Ein Projekt von mir abzulehnen, ein noch größerer”, sagt er durchaus selbstbewusst. Er misstraut den Gründen für die Absage, glaubt, man wolle keinen Wahl-Kölner und habe Angst, dass die Banane dem Wahrzeichen „U” Konkurrenz mache. Stüdemann weist das zurück: „Wir wollten das gern machen”, sagt er, „das ist ist ja längst eine Kunstikone.”

In Heimatstadt Zeichen setzen

Baumgärtel bleibt auf dem Bananenpfad und möchte unbedingt in seiner Heimatstadt Zeichen setzen: Eine riesige Südfrucht auf dem RWE-Tower schwebt ihm jetzt vor. Davon allerdings weiß Sprecher Klaus Schultbraucks bislang noch nichts. Gleichwohl freut er sich über Baumgärtels Banane am Turm- in klein, frisch aufgesprüht.

Was halten Sie von der Idee? Diskutieren Sie mit im Forum.

Nadine Albach

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Kommentare
13.04.2009
11:21
Bananensprayer nimmt Absage krumm
von welcomeinutopia | #2

Hat Bescheidenheit jemals dazu geführt, dass
etwas Großartiges oder Besonders entstanden ist? Eine Vision mit Bescheidenheit durchsetzen?
Wie soll das gehen?

09.04.2009
15:26
Bananensprayer nimmt Absage krumm
von Der Ossi | #1

Das schöne an Künstlern ist ja ihr geringes Ego. Ich mag es, wenn Menschen bescheiden sind und sich die Argumente anderer anhören, anstatt an Verschwörung zu glauben und andere Menschen zu diffamieren. Da sieht man, warum sie aus der Ecke der linken Alternativen kommen. Jede Menge Solidarität und Rücksichtnahme für andere fordern, aber selber nichts davon zeigen...

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