Bahntür schloss zu früh - Baby blieb in Dortmund auf Bahnsteig zurück

Die Tür einer Straßenbahn in Dortmund schloss sich so schnell, dass eine Mutter von ihrem Baby getrennt wurde.
Die Tür einer Straßenbahn in Dortmund schloss sich so schnell, dass eine Mutter von ihrem Baby getrennt wurde.
Foto: RN
Was wir bereits wissen
Das ist der Albtraum jeder Mutter: Bei einer Fahrt mit der Straßenbahn der Linie U47 wurde Inger Leenaarts aus Dortmund-Huckarde von ihrem vier Monate alten Baby getrennt. Beim Ausstieg ging die Tür zu, die Mutter war drin, das Kind draußen. Und die Bahn fuhr weiter. Leenaarts vermutet einen technischen Defekt.

Dortmund.. Inger Leenaarts erlebte Unangenehmes bei der Fahrt mit einer Straßenbahn der Linie U47 in Dortmund. Die Tür ging zu früh zu. So wurde die Mutter von ihrem vier Monate alten Baby getrennt.

Stellwerk kaputt "Es hat schon beim Einsteigen an der Kampstraße verbrannt gerochen", erzählt Inger Lenaarts, die mit ihrer eigenen Mutter und ihrer Tochter unterwegs war, "doch wir dachten, das liegt an der Hitze." Während der Fahrt am Dienstagnachmittag, die auch durch einen Tunnel führt, sei das Licht zwischendurch mal ausgegangen. Als sie schließlich am Huckarder Busbahnhof aussteigen wollten und Inger Lenaarts auf den jeweiligen Halteknopf drückte, öffneten sich nach ihrer Aussage gleich zwei Türen nicht.


Die junge Mutter versuchte es dann an einer dritten Tür. Dort stiegen mehrere Fahrgäste, darunter eine andere Mutter mit Kinderwagen, vor ihr aus. Als sie ihren Kinderwagen mit Töchterchen Ida nach draußen bugsiert hatte und hinterher wollte, schloss sich die Bahntür.

Sie sei noch auf die orangefarbene Sicherheitsstufe getreten und habe in die Lichtschranke gewunken, erzählt die 40-jährige Lehrerin, doch "den Kinderwagen zurückzuziehen ging nicht mehr und rausspringen auch nicht."

Notbremse wohl in der Panik übersehen

Sie ließ daraufhin den Kinderwagen los in dem Glauben, dass sich die Tür wieder öffnet, wenn sie erneut auf den Halteknopf drückt. Dem war aber nicht so. Der Kinderwagen rollte auf den Bahnsteig, und die Bahn setzte ihre Fahrt fort. Inger Leenaarts war wie gelähmt: "Kann sein, dass ich die Notbremse in der Panik übersehen habe", sagt sie im Nachhinein.


Eine Haltestelle später an der Parsevalstraße ist sie ausgestiegen und - entgegen der Warnung ihrer Mutter - über die Gleise zurückgelaufen. Das wird nicht länger als fünf Minuten gedauert haben, doch Inger Leenaarts kam es vor wie eine Ewigkeit.

Andere Mutter kümmerte sich ums Baby

Die kleine Ida hatte Glück im Unglück. Die andere Mutter, die vor Inger Leenaarts ausgestiegen war, war bei dem Baby geblieben und hatte gewartet. Ida hatte indessen die ganze Aufregung verschlafen.

Bahnunglück Ein Busfahrer, der den Vorfall beobachtet hatte, hatte ihn derweil der Zentrale gemeldet. Dann sei ja jetzt alles in Ordnung, ließ er Inger Leenaarts wissen - und dass sie sich beim Aussteigen hätte mehr beeilen müssen.

Ursache war ein Kabelbruch, der die Türsicherung ausgehebelt hat. Es handele sich um das Kabel, das die Trittstufe reguliert, teilte DSW21-Sprecher Bernd Winkelmann mit. Die Straßenbahn, die routinemäßig erst am Montag in der Werkstatt war, ist aus dem Verkehr gezogen und wird repariert.

Gespräch zwischen Inger Leenaarts und DSW21

Derweil hat auch ein Gespräch stattgefunden zwischen DSW21 und Inger Leenaarts. Winkelmann: "Wir haben ein sehr freundliches Gespräch geführt und Frau Leenaarts angeboten, mit einer kleinen Gruppe in unsere Leitstelle zu kommen." Man wolle ihr das Gefühl von Sicherheit zurückgeben und ihr zeigen, "dass der Bahnverkehr sicher ist und Menschen sich darum kümmern."