Bahnhofs-Umbau startet
23.06.2009 | 17:56 Uhr 2009-06-23T17:56:00+0200Die Bahn AG macht ernst: Im Juli startet die Sanierung des Hauptbahnhofs.
Die gute Nachricht: Ab Juli startet die Bahn mit der Sanierung des Hauptbahnhofs. Die schlechte Nachricht: Die Arbeiten sind keineswegs, wie mehrfach angekündigt, im ersten Drittel des Kulturhauptstadtjahres 2010 beendet. Im Gegenteil: Es wird September 2010, bis Geschäfte zurückziehen können ins Gebäude. Trockener Kommentar von Stadtdirektor Ullrich Sierau: Die Bahn sei eben mit einem „baukulturellen Teil” vertreten.
Die Container auf dem südlichen Vorplatz sind das unmissverständliche Signal: Es geht los. Ende des Monats schließen die Bahnhofsläden die Türen. Im August folgen das Reisezentrum und der Service-Point. Beide Einrichtungen werden wie die Mc Donalds-Filiale in Containern im Süden untergebracht. Bundespolizei, Bahnhofsmission und Fundstelle wandern in ein drittes Containerdorf auf der Nordseite.
Doch ein Hotelbau am Bahnhof?
23 Millionen Euro (13,4 Mio. vom Bund, 1,4 Mio. Euro vom Land 8,2 Mio. Euro von der Bahn) fließen in die Sanierungsarbeiten, bei denen Bodenbeläge und Wände der Empfangshalle neu gestaltet, mit modernem Brandschutz versehen und die Fassaden energiesaniert werden. Und: Zumindest für Reisende, die auf die Bahnsteige 2-5 wollen, wird der Aufstieg bequemer: Die Gleise erhalten einen Aufzug. Die Wege für die Reisenden sollen sich während der Arbeiten nicht ändern.
Die Bausubstanz stamme von 1952 und sei in die Jahre gekommen, räumte Martin Sigmund ein, Leiter des Regionalbereichs West von Station & Service. Nach seinen Worten erwartet die Dortmunder nach Abschluss der Sanierungsarbeiten „ein modernes, zeitgemäßes und klar gegliedertes Empfangsgebäude”. Das aber wegen der „Komplexität der Arbeiten” erst im September 2010 fertig sei. Und dann? Die Frage mussten sowohl Rainer Latsch, Konzernbeauftragter für NRW, als auch sein Bahn-Kollege Sigmund offenlassen. Denn: Noch haben sich Bund, Land und Bahn nicht über die anteilige Finanzierung der zweiten Baustufe geeinigt, die grob gerechnet 100 Mio. Euro kostet - die Verhandlungspartner liegen noch einen satten, zweistelligen Millionenbetrag auseinander. Dabei ist die zweite Stufe die eigentlich wichtige Operation: Sie gilt der Verkehrsstation und soll nicht nur einen breiteren Fußgängertunnel bescheren und sanierte Bahnsteige. Stadtdirektor Ullrich Sierau blieb es vorbehalten, zum x-ten Mal zu erinnern, dass man im Norden eine direkte Verbindung zwischen Stadtbahn- und Eisenbahntunnel benötige...
Auch wenn Bauphase II noch in der Schwebe hängt: Sowohl OB Gerhard Langemeyer als auch Sierau sind „froh”, dass es nach Jahren des Hin und Her (Stichworte: Ufo, 3do) endlich losgeht. Zumal sich für die Stadt die Chance bietet, auch das Umfeld aufzuwerten: Anstelle des Busbahnhofs, der vermutlich zur Nordseite verlegt wird, entsteht das Nationale Fußballmuseum. Darüberhinaus gebe es „eine Reihe von Anfragen und Ideen”, deutete Sierau Interesse von Investoren an einem weiteren Hotel an. Denkbar (und im Rahmen von 3do ohnehin vorgesehen) sei die Überbauung der Tiefgarage im Süden. Auch das Hochhaus östlich des Bahnhofs hat seine besten Tage hinter sich. (beus)
02:50
@hamicha
Ein Generalunternehmer ist immer nur genau so insolvent, wie der öffentliche Auftraggeber ihn sterben lässt (alte Bauunternehmer-Weisheit).
Wenn es wie in Bochum hier auch Alpine ist, dann brauchen wir uns um Insolvenz keine Gedanken zu machen, denn dieses Bauunternehmen würde dank äusserst erfolgreicher Lobbyarbeit auch ein weltweites Betonverbot überstehen, soviel Politiker sitzen dort mit im Boot.
PS, hab nochmals nachgegraben: Unter http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dolo/Dortmund;art930,393248 schildert ein gewesener Verkehrsminister, wie beliebt der ach so erfolgreiche Dortmunder Weg bez. Bahnhof in Politikerkreisen war:
Er dankte der Stadt, dass sie sich verabschiedet habe von 3do, einer Chimäre, die viele Jahre durch Dortmund getragen worden ist. Dem Land sei es immer darum gegangen, einen funktionstüchtigen Bahnhof zu erstellen, und den hätte man schon eher haben können, so Wittke.
Soviel zur Permanent-Verar...e unserer Wähler hier über die Beziehungen unserer ach so dollen Verwaltungskenner aka Sierau im Blick auf Wahlentscheidung, Machterhaltungstrieb und völlige Desorientierung bei konkreten kommunalen Projekten.
02:00
Könnte es vielleicht sein , daß der GU - wie schon an anderen Bahnhöfen passiert - plötzlich und unerwartet insolvent wird und die Arbeiten einstellt ? Das danach ca. 30 Jahre andauernde Erscheinungsbild des Hbf dürfte wegweisend für DO sein. Doch wo sind die ganzen Mio´s denn dann versickert ? Vmtl. in Planungen der Utopisten.
01:00
Ähm, marlow, war Ihr etwas nebulöser Kommentar jetzt für mich bestimmt??
Falls ja: 1.) Die Dortmunder Verwaltung kann nur das umsetzen, was im Rat und von den dort vertretenen politischen Gruppen beschlossen wurde. Und da 3do ja einer der visionären Leuchttürme für das neue Dortmund war, gab es in personam Sierau einen alles nachplappernden und nie kritisierenden Zweig von Langemeyerschen Apologeten und in erfahrenen Infrastruktur-Kennern mit Kenntnissen aus dem Bahnbetrieb einen Zweig der Zweifler.
Wenn sie die DB AG auch zu den Privaten zählen, war doch von vornherein klar, dass deren Interessen zu keiner Zeit die Interessen von Sonae sein konnten, da der Kommerz auf Bahngelände nun mal lieber in Bahn-Hand bleibt, statt an Portugiesen überwiesen werden zu müssen. Und in diesem Spannungsfeld haben die Dortmunder Verwaltungs-Spitzen und Vorzeige-Politiker erstens nicht begriffen, dass die politischen Signale aus Berlin und Ddorf inzwischen umgeschlagen waren und zweitens immer nur wie das Kaninchen auf die Schlange gestarrt, wenn es darum ging, mal Flagge entweder für die richtige Lösung oder für überhaupt keine Teuer-Lösung zu zeigen.
2.) Diese Betrachtungsweise bedarf keiner Insider-Informationen. Presse quer lesen, auch mal übern journalistischen Tellerrand gucken, Sonaes Bilanzen und Ausblicke durchforsten und die Politik der DB AG im Auge haben reicht, um den Tod des Projektes frühzeitig zu prophezeien. Was ich übrigens seit 2002 regelmäßig im mittlerweile gestorbenen forum.dortmund.de getan hatte.
3.) Sie haben Recht, ich bin neidisch auf so manchen Schaukeljob in dieser Verwaltung. Blöderweise kamen meine Bewerbungen immer mit der Begründung überqualifiziert/Stelle kostentechnisch nicht im aktuellen Haushalt darstellbar zurück.
Da musste ich dann in den sauren Apfel der unabhängigen Arbeit, des Teamworks mit ebenso selbstverantwortlichen Menschen, der selbst steuerbaren Erlöse durch Eigenleistung und eines nicht von dümmlichen Parteibonzen aufm Flur gestörtes Leben beissen. Boah, bin ich neidisch....
21:42
jaja - die hochgelobten Privaten kriegen nix auf die Reihe - und Schuld hat wie immer die Verwaltung???
Sie scheinen ja ganz schön Insiderwissen zu haben - oder ist das nur der Neid desjenigen, bei dem es mal wieder für den öffentlichen Dienst nicht gereicht hat?
19:52
@Rosenkönig
Wenn das gebetsmühlenartige Wiederholen der Worte Wir sind auf einem guten Weg seitens Sierau und Langemeyer über 10 Jahre für Sie den Tatbestand der Moderation schon hervorragend erfüllt, dann ist klar, wieso hier nix nach vorne geht. Hilfloses Gestammel zu den dreimonatigen Hiobsbotschaften aus dem 3do-Projekt gelten beim gemeinen Dortmunder eben als Erfolg.
Beide SPD-Vortänzer haben sich über o.g. Zeitraum wissentlich von Sonae vorführen lassen, ohne nur ein einziges Mal wirklich eine Stop-Option überhaupt in Erwägung zu ziehen. Die erhoffte Förderkohle aus Ddorf war ja auch wichtiger als eine langfristige Verbesserung der Bahnhofs-Situation - nun gibts halt eine Sanierung *ohne* Einflussmöglichkeit der Stadt.
Und so ein Planungsgenie möchte als OB gewählt werden? Ts....
19:35
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19:26
Der nun endlich beginnende Umbau des Hauptbahnhofes ist eher eine Lachnummer und Strafe für die vorherigen, unangepassten und gigantomanischen Planungen der Stadt Dortmund, begonnen und betrieben von Alt-OB Langemeyer und dem Planungschef, SPD-OB-Kandidat Sierau.
Den Bahnhof, den Dortmund benötigen würde, den bekommt es nun nicht.
Stattdessen wird nun eine halbherzige Sanierung für halbwegs angemesssene Verhältnisse sorgen. Für das Dortmund von morgen - pleite und abgewirtschaftet - vielleicht aber auch passend - oder?
18:46
Hat er. Ist Standard.
18:28
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18:27
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