Babyleiche im Keller - Mutter festgenommen

Schrecklicher Fund in einem Wohnhaus in Kirchlinde: Anwohner haben in der Nacht zu Dienstag die Leiche eines Babys im Keller entdeckt - zusammen mit einer größeren Menge Blut. Die Polizei hat die 22 Jahre alte Mutter des toten Mädchens festgenommen. Am Mittag veröffentlichte die Staatsanwaltschaft die ersten Ergebnisse der Obduktion.

DORTMUND.. Die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Anwohner entdeckte Dienstagmorgen gegen 0.30 Uhr totes Neugeborenes und größere Menge Blutim Keller eines Hauses in der Hangeneystraße
  • Mädchen war laut Staatsanwaltschaft bei Geburt "lebensfähig"
  • Mutter (22) wurde festgenommen
  • Sie wohnt mit ihrem Lebensgefährten im Haus
  • Laut Nachbarn hat sie bereits drei Kinder. Sie stünden unter der Obhut des Jugendsamts
Aktualisierung 12.49 Uhr:

Nach Informationen unserer Redaktion lag das tote Baby in einen Plastiksack eingewickelt in einem Katzen-Transportkorb. Der stand auf einem Sperrmüll-Haufen in einem Kellerraum neben der Waschküche.

Einer Nachbarin hatte die 22-Jährige erzählt, wie stolz sie sei, dass das Jugendamt nichts von ihrer Schwangerschaft bemerkt habe.

Aktualisierung 12.22 Uhr:

Die Staatsanwaltschaft Dortmund teilte am Dienstagmittag mit, dass die 22 Jahre alte Hausbewohnerin festgenommen worden ist. "Zur Todesursache können aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben gemacht werden", heißt es in der Pressemitteilung.

Die Obduktion der Babyleiche hat jedoch ergeben, dass der Säugling bei der Geburt laut Staatsanwaltschaft "lebensfähig" war.Die Ermittlungen dauern an.

Aktualisierung 12.09 Uhr:

Die Wohnungder 22 Jahre alten Bewohnerin, in der sie mit ihrem Partner lebt,und die Tür zum Keller sind von der Polizei versiegelt worden.

Laut Aussagen von Nachbarn war die junge Frau noch bis vor ein paar Tagen hochschwanger. Am Freitag erzählte sie einer Nachbarin dann, dass sie in einem Krankenhaus entbunden und das Baby sofort zur Adoption freigegeben habe. Es soll ein Mädchen gewesen sein.

Nachbarn zufolge ist die 22-Jährige bereits Mutter von drei Jungen im Alter von vier, drei und einem Jahr. Das Jugendamt habe die Kinder vor sechs Wochen in Obhut genommen. Die Kinder sahen vernachlässigt aus, sagen Nachbarn.

Aktualisierung 10.33 Uhr:

Laut Staatsanwaltschaft wird die Leiche des Babys noch heute obduziert. Weitere Auskünfte zu den Hintergründen des Todes wollte Staatsanwalt Gustav Schulte-Göbel mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht machen. Er kündigte für den frühen Nachmittag eine gemeinsame Pressemitteilung mit einem Zwischenstand der Ermittlungen an.

Aktualisierung 10.03 Uhr:

Die Spurensicherung ist derzeit noch im Haus an der Hangeneystraße unterwegs und untersucht den Fundort des toten Babys.Das freistehende Gebäude, in dem fünf Parteien wohnen, ist etwas älteren Baujahrs.

Erstmeldung 8.47 Uhr:

"Wir ermitteln zurzeit die Todesursache und die Identität des Babys", berichtete Staatsanwältin Sandra Lücke am Dienstagmorgen. Zeugen entdeckten im Keller des Mehrfamilienhauses zunächst "eine größere Menge Blut", heißt es in einem ersten Bericht von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Mordkommission ermittelt

Daraufhin verständigten die Anwohner um 0.38 Uhr den Notruf. Polizisten durchsuchten die Kellerräume des Mehrfamilienhauses und entdeckten die Leiche. Weitere Informationen will die Staatsanwaltschaft im Laufe des Tages veröffentlichen. Eine Mordkommission ermittelt.

Über das Alter des Babys und über die Eltern gibt es zurzeit keine Informationen.

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