Babybrei von morgen kommt aus der Tiefkühltruhe

Eltern kochen Babybrei am liebsten selbst, aber sie schaffen es nicht immer. Tiefgefrorene Püree-Pellets könnten die Lösung sein. Rezepte gibt es bereits. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Dortmund will dazu das Projekt "Der Baby-Brei von morgen" starten - und über Crowdfunding finanzieren.

Dortmund.. Worum geht es bei diesem Projekt?

Es geht um eine neue Form des Babybreis: die Verbindung von Selberkochen und fertigen Produkten, Breizutaten in Form portionierter tiefgefrorener Püree-Pellets. "Die tiefgefrorenen Produkte sind nicht nur wegen der einfachen Handhabung vielversprechend, sondern auch aus geschmacklichen Gründen", sagt Prof. Mathilde Kersting, stellvertretende Leiterin des Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Dortmund. Babys, die fertigen tiefgefrorenen Brei erhalten, sind offener für neue Lebensmittel als Babys, die gewöhnlichen Brei erhalten. Das könnte die Gewöhnung an die empfohlene gemischte Kost im Kindesalter erleichtern.

Wozu dient die geplante Studie?

Die Ernährungswissenschaftler des FKE erwarten, dass von den Eltern selbst hergestellte Breie aus den Tiefkühl-Pellets noch abwechslungsreicher schmecken als fertiger Tiefkühl-Brei. Vorher müssen aber noch wichtige Fragen zur praktischen Verwendung der Pellets für die Zubereitung der Babybreie geklärt werden. Vor allem muss sichergestellt werden, dass die Rezepte tatsächlich empfehlungsgemäß umgesetzt werden.

Dazu benötigt das Forschungsinstitut die Mithilfe von Eltern, die über mehrere Tage ihre Herstellung des Babybreis protokollieren. Anhand dieser Angaben will das FKE die Produkte und die Anleitungen optimieren und absichern.

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Ziel ist es, die Säuglingsernährung zu vereinfachen, ohne dass die Sicherheit darunter leidet. Profitieren sollen Eltern ebenso wie Alleinerziehende, die den Babybrei aus Fürsorge um ihr Kind gern selber kochen möchten, aber den zeitlichen Aufwand oft nicht leisten können. Mit den fertigen Tiefkühl-Zutaten sparen sie aufwändiges Putzen, Schälen und Herrichten, können selbst über die Zusammenstellung des Breis entscheiden und erhalten Anleitungen, dass die Breie auch den Empfehlungen für die Säuglingsernährung entsprechen.

Das Projekt soll gleichzeitig die Grundlagen liefern für eine größere Interventionsstudie. Darin soll untersucht werden, ob die Selbstherstellung des Breis aus den Tiefkühl-Pellets die Offenheit von Babys gegenüber neuen Geschmäckern wie vermutet verstärkt.

Warum sollte jemand das Projekt unterstützen?

Sponsoren unterstützen mit diesem Projekt die anwendungsorientierte Forschung im Bereich der Kinderernährung und damit die Gesundheit unserer Kinder. Die Ergebnisse kommen direkt der Entwicklung gesunder Nahrungsprodukte für Kinder zugute. Sie können unmittelbar in der Ernährungspraxis umgesetzt werden. Junge Eltern, die sich um ein gesundes Aufwachsen ihrer Kinder bemühen, werden in ihrer heutigen Lebenswirklichkeit unterstützt.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Mit dem Geld werden ausschließlich die wissenschaftlichen Arbeiten zur Durchführung, Betreuung, Auswertung und Veröffentlichung der Ergebnisse finanziert. Zusätzlich werden die Rezepte optimiert und für interessierte Eltern leicht zugänglich online veröffentlicht.

Wer steht hinter dem Projekt?

Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Dortmund. Oberstes Ziel des FKE ist die Förderung der Gesundheit von Kindern durch eine gesunde Ernährung von Anfang an. Eine gesunde Ernährung ist besonders wirkungsvoll, wenn sie möglichst früh im Leben beginnt. Das FKE greift aktuelle Fragestellungen auf und bietet praktisch umsetzbare Lösungsvorschläge zur Ernährung von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen.

Wie läuft das Crowdfunding?

Das Projekt benötigte vorab mindestens 100 Fans, um in die Liste auf "sciencestarter.de" aufgenommen zu werden, die deutschsprachige Crowdfunding-Plattform für die Wissenschaft. Dort kann der Spendenbetrag gewählt werden. Nur wenn genug Geld für das Projekt zusammenkommt - in diesem Fall 10.000 Euro - werden die Beträge auch wirklich gebucht.

Finanzierungszeitraum für das Projekt "Der Babybrei von morgen": 7.5.2015 bis 7.7.2015, 23:59 Uhr; Realisierungszeitraum: 08/2015 - 12/2015
Weitere Infos gibt es auf www.sciencestarter.de/baby-brei.