Baby verhungerte im Keller - acht Jahre Haft für Mutter

Die angeklagte Mutter im Gerichtssaal.
Die angeklagte Mutter im Gerichtssaal.
Foto: Jörn Hartwich
Was wir bereits wissen
Sie legte ihr Baby zum Sterben in den Keller und tat so, als wäre nichts passiert. Nun muss die Mutter (22) aus Dortmund für acht Jahre ins Gefängnis.

Dortmund.. Sie legte ihr Baby zum Sterben in den Keller und tat so, als wäre nichts passiert. Acht Monate nach der unfassbaren Tat ist die 22-jährige Anna A. aus Dortmund-Kirchlinde am Donnerstag zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Die junge Angeklagte nahm das Urteil des Dortmunder Schwurgerichts ohne sichtbare Regung entgegen. Im Prozess hatte sie über die Tat gesagt: "Ich habe gewusst, dass das Kind sterben würde." Und: "Ich habe nichts dabei empfunden."

Für die heute 22-Jährige war es bereits die vierte Schwangerschaft. "Sie wollte das Kind nicht", sagte Richter Wolfgang Meyer bei der Urteilsbegründung. "Sie leugnete bis zum Schluss, überhaupt schwanger zu sein." Einmal habe sie sogar einen Schnelltest manipuliert, um Freunde und Familie zu täuschen.

Mutter war überfordert

Die Richter gehen davon aus, dass Anna A. überfordert war. Außerdem habe sie in den letzten Jahren große Probleme gehabt, Nähe zuzulassen. Hilfsangebote habe sie abgelehnt und zum Teil auch boykottiert. Das Jugendamt hatte der 22-Jährigen zunächst Teile des Sorgerechts entzogen und ihre drei Kinder dann komplett aus der Familie genommen. Das war nur wenige Wochen vor der Tat.

Anna A. hatte ihr viertes Kind im Oktober 2014 im Keller entbunden und dort verhungern lassen. Mit ihrem Urteil gingen die Richter sogar über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus, die siebeneinhalb Jahre Haft beantragt hatte.