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Tragödie

Auto in Kanal gestürzt - Ermittler vermuten Suizid-Absicht

16.10.2012 | 22:50 Uhr

Dortmund.   Familientragödie am Dortmund-Ems-Kanal: Ein Vater (28) und seine zwei Kinder (5/8) sind am Dienstagabend mit ihrem Auto in Dortmund in den Kanal gestürzt. Erst nach 15 Minuten konnten Feuerwehr-Taucher die Familie aus dem vollgelaufenen Wagen befreien. Die achtjährige Tochter starb im Krankenhaus. Die Polizei ermittelt wegen vorsätzlicher Tötung gegen den Vater.

Eine Spaziergängerin soll den Audi noch kurz vor der Tragödie am Dortmund-Ems-Kanal entlang fahren gesehen haben. Eine ofizielle Straße gibt es dort allerdings nicht. Dann musste sie fassungslos mitansehen, wie er in den Kanal stürzte. Die Zeugin alarmierte um 21.01 Uhr am Dienstagabend die Polizei. Doch das Fahrzeug ging rasch unter, sank fünf Meter tief. Darin: ein 28 Jahre alter Vater, sein fünfjähriger Sohn und die achtjährige Tochter.

Polizei ermittelt wegen eines vorsätzlichen Tötungsdelikts gegen den Vater

Die Feuerwehr wurde um 21.05 Uhr alarmiert und war bereits zwei Minuten später mit ersten Kräften vor Ort an der Altmengeder Straße im Dortmunder Nordwesten. Aber der Wagen war für sie bereits unerreichbar. Die Taucher trafen wenig später ein, um 21.15 Uhr. Sie befreiten den Vater und die Kinder, die sich alle ohne Bewusstsein auf der Rücksitzbank befanden, aus dem gesunkenen Wagen in fünf Metern Tiefe. Die Fenster des Wagens waren geöffnet, bestätigte Staatsanwältin Barbara Vogelsang. Auch deshalb ermittelt die Polizei nun wegen eines vorsätzlichen Tötungsdelikts gegen den Vater.

Das Fahrzeug wurde mittels Lufthebekissen angehoben und vom Löschboot der Feuerwehr in den Achenbachhafen gezogen, wo es mit dem Feuerwehrkran aus dem Wasser geborgen werden konnte. Foto: Michael Printz

Notärzte musste die drei Opfer wiederbeleben, erklärte ein Sprecher der Feuerwehr, unter laufender Reanimation wurden sie in Krankenhäuser gebracht. Die Achtjährige starb dort wenig später. Vater und Sohn schwebten auch am Mittwochnachmittag noch in akuter Lebensgefahr.

Weshalb das Auto mit Automatikgetriebe am Dienstagabend im Kanal landete, war laut Polizei zunächst unklar. Die Ermittler vermuten aber, dass der Vater den Wagen aus Selbstmord-Absicht in den Kanal gesteuert hat. Die Mutter der Kinder soll  noch während des laufenden Rettungseinsatzes von der Polizei befragt worden sein. Die muss nun zunächst den genauen Hergang des Familiendramas ermitteln. Die dabei ums Leben gekommene Achtjährige soll noch am Mittwoch obduziert werden.

Taucher suchten nach weiteren Opfern

Die Polizei sperrte die Altmengeder Straße im Bereich der Brücke komplett ab, für die weitere Suche wurde ein Polizeihubschrauber angefordert. Er kreiste bis in die Nachtstunden mit einer Wärmebildkamera über dem Dortmund-Ems-Kanal, um nach möglicherweise weiteren Opfern zu suchen. „Wir können nicht ausschließen, dass weitere Personen im Wagen gesessen haben“, so ein Polizeisprecher am Dienstagabend. Auch Taucher suchten den Kanal nach möglichen weiteren Personen ab. Doch es blieb bei den drei Opfern.

Später am Abend hoben Spezialisten das Auto mithilfe von Luftkissen, ein Löschboot der Feuerwehr zog es in den Achenbachhafen, wo es mit dem Feuerwehrkran aus dem Wasser geborgen werden konnte. Insgesamt waren am Dienstagabend rund 40 Retter im Einsatz, darunter mehrere Notärzte.

Auto stürzt in Kanal

 

Konstantin Tassidis, Thomas Mader



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