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Haldenführer Ruhrgebiet

Ausflug zur Halde Groppenbruch in Dortmund und Lünen

28.10.2012 | 17:39 Uhr
Ausflug zur Halde Groppenbruch in Dortmund und Lünen
Die Halde Groppenbruch-Ost bietet eine freundliche Parklandschaft in Lünen.

Dortmund/Lünen.  Mitten im Ruhrgebiet liegt ein Gebirge, das es vor einigen Jahrzehnten noch gar nicht gab: Die Halden und Deponien mit den Abfällen der Montanindustrie bilden mittlerweile eine beachtliche Bergwelt. Ein Ausflug zur Halde Groppenbruch in Dortmund und Lünen.

Die gesamte Halde Groppenbruch liegt zu etwa gleichen Teilen auf Dortmunder und auf Lüner Stadtgebiet. Der westliche Teil wirkt, als sei er dort im äußersten Zipfel Dortmunds irgenwann im Stich gelassen worden, unfertig, unwirtlich und unansehnlich.

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Der Lüner Teil der Halde Groppenbruch präsentiert sich dagegen optisch einwandfrei und einladend. Und obwohl man es beiden Teilen der Halde (Stand: Ende 2009) nirgendwo anmerkt: Das gesamte Gebiet (ca. 47 ha) steht noch unter Bergaufsicht.

 Was automatisch bedeutet: Zutritt verboten! Zäune oder Schilder, die das regeln könnten, sucht man aber vergeblich. Wer also (verbotenerweise) auf die Halde will, kann dies ziemlich ungehindert, wie die vielen Spuren von Quads und zweirädrigem Crossgerät auf Groppenbruch West beweisen. Es scheint wohl Spaß zu machen, oben auf dem grauen Schotter des flachen Plateaus oder an den kurzen steilen Flanken Furchen mit dicken Stollenrädern zu ziehen.

Steckbrief

Stadt/Stadtteil: Dortmund-Groppenbruch;

Lünen-Brambauer

Fertigstellung: keine Infos verfügbar

Zugänglichkeit: Betreten verboten

Art: Abraumhalde

Eigentümer: Ruhrkohle AG

Höhe über NN: ca. 68 m (West), 102 m (Ost)

Höhe über Niveau: ca. 30 m (West), 50 m (Ost)

Fläche: ca. 47 ha

Anfahrt: Königsheide (Dortmund),

Elsa-Brändström-Straße

(Lünen)

Besonderes: westlicher Teil soll

weiter geschüttet werden

Auf Groppenbruch Ost geht es dagegen ruhiger zu: Spaziergänger und Jogger sind ziemlich unter sich. Mindestens mit dem westlichen Treiben soll ab 2010 Schluss sein, zumindest vorübergehend, denn der Dortmunder Teil der Halde wird weiter aufgeschüttet.

Allerdings nicht vom Bergbau, dem Groppenbruch noch gehört. Sondern von der Emschergenossenschaft, die ganz in der Nähe an ihrem Jahrhundertprojekt, der Renaturierung der Emscher, werkelt und in Mengede zwei Hochwasser-Rückhaltebecken bauen will.

Naturschützer fordern Umzäunung

Und wo könnte man den Aushub (immerhin mehr als eine Million Kubikmeter!) besser ortsnah verbringen als auf dem halbfertigen Kegel des Haldenteils Groppenbruch-West? Bald werden wohl wieder die Lastwagen rollen. 2012/2013 könnte dann das Werk vollendet sein, Erschließung und Begrünung inklusive. Ein Konzept gibt es allerdings nicht. Die Naturschützer möchten die Halde am liebsten einzäunen, um der geschützen Kreuzkröte und dem putzigen Neuntöter eine kuschelige Heimstatt zu bieten. „Und wo bleibt der Mensch?“, fragen sich dabei die Naturfreunde ohne Schutzauftrag und fordern ein frei zugängliches Naherholungsgebiet.

Groppenbruch-West: Mondlandschaft auf Dortmunder Stadtgebiet.

Allerdings: Richtig erholen kann man sich im gesamten südlichen Bereich der Halde nicht und wird es auch in Zukunft nicht können: Die Autobahn A 2 schafft nämlich akustische Fakten, die nirgends überhört werden können. Vielleicht sollte man tatsächlich mal Lünen über eine Nutzung des Dortmunder Haldenteils als zukünftige Crosstrecke für Quads SUVs und Motorräder nachdenken. Ganz ohne Aufschrei.

Wolfgang Berke und Manfred Vollmer (Fotos)



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