Aufnahmestopp für überfüllte Asyl-Einrichtung in Dortmund

Die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (EAE) im Dortmunder Stadtteil Hacheney.
Die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (EAE) im Dortmunder Stadtteil Hacheney.
Foto: Linz/PiLi
Was wir bereits wissen
Die Stadt Dortmund hat einen Aufnahmestopp für Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung in Hacheney verhängt. Seit drei Tagen sei die Zahl der Neuankömmlinge sprunghaft angestiegen, die Einrichtung überfüllt. Hinzu kämen mehrere Windpocken-Fälle.

Dortmund.. Die Stadt Dortmund sieht sich laut einer Mitteilung "mit einer außerordentlich schwierigen Situation in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (EAE) im Dortmunder Stadtteil Hacheney" konfrontiert. Seit etwa drei Tagen sei die Zahl der täglichen Neuankömmlinge explosionsartig angestiegen, so dass sich derzeit etwa 880 Menschen in der Einrichtung in Hacheney und etwa 240 in der Nebenstelle in Derne befänden.

Hinzu komme, dass in Hacheney zwei Kinder einer Familie an Windpocken litten. Die Patienten seien wegen der Infektionsgefahr in einem getrennten Raum untergebracht. Es bestehe die Gefahr, dass es weitere Fälle gebe. Das städtische Gesundheitsamt habe deshalb einen mindestens siebentägigen Aufnahmestopp sowie medizinische Maßnahmen verfügt.

Stadt soll entlastet werden

Die Landesregierung und die Bezirksregierung Arnsberg versuchten nun, gemeinsam mit der Stadt eine Lösung zu erarbeiten. Die Vertreter des Landes hätten dabei herausgestellt, dass es sich bei der überfüllten Einrichtung um ein Problem des Landes und nicht der Stadt handele.

Asyl In der Nebenstelle Derne laufen, laut der Mitteilung der Stadt, bereits Blutuntersuchungen der dort untergebrachten Menschen, um eine Immunisierung gegen Windpocken zu testen. Die Ergebnisse werden am Mittwoch erwartet. Gesunde Menschen sollen dann geimpft und in andere Einrichtungen außerhalb von Dortmund verlegt werden. Dies werde voraussichtlich etwa die Hälfte der Bewohner betreffen. Das Land habe zugesagt, Kapazitäten bis spätestens Mittwoch Mittag bereit zu stellen.

Infizierte sollen nach Derne

Auch in Hacheney solle es Blutuntersuchungen geben. Infizierte Menschen sollen dann in die Zweigstelle Derne verlegt werden, sobald dort Plätze frei sind. Über dieses Verfahren werde sich die Belegung in Hacheney in etwa einer Woche normalisiert haben, so die Stadt. Erkrankte Personen werden vom Gesundheitsamt medizinisch betreut. Die besondere Fürsorge gelte dabei schwangeren Frauen und Frauen im gebärfähigen Alter.

Personen, die am Dienstag und Mittwoch in Hacheney ankommen, sollen in den Sporthallen im Brüggmann-Zentrum übergangsweise untergebracht werden. Die Stadt habe dort 300 Betten und 100 Aufenthaltsplätze ohne Bett zur Verfügung gestellt. Die DSW21 übernehmen mit einem Shuttlebus den Transport der Menschen von Hacheney in die nördliche City.

Das Land habe verbindlich zugesagt, bis zum kommenden Montag eine dritte Aufnahmestelle in NRW einzurichten. Darauf verlasse sich die Stadtspitze. Nur das verspreche eine dauerhafte Entlastung für Dortmund.