Auf einen TU-Professor kommen 105 Studenten

Die Studentenzahlen an der TU Dortmund steigen seit Jahren auf immer neue Rekorde - doch die Zahl der Professoren wächst nicht mit. Auf einen Professor kommen mittlerweile rechnerisch 105 Studenten. Landesweit liegt Dortmund damit beim Betreuungsverhältnis in der Schlussgruppe.

Dortmund.. Die Studierendenzahlen steigen in Deutschland seit Jahrzehnten fast kontinuierlich. So wurden mit den Einschreibungen zum Wintersemester 2015/16 wieder Rekorde erreicht. Auch die TU Dortmund hat so viele Studierende wie nie zuvor: mehr als 33.500.

Die Zahl der Professorinnen und Professoren aber - und damit steht Dortmund nicht alleine - ist nicht mitgewachsen. Allerdings fällt die Betreuungsrelation sehr unterschiedlich aus: In Münster kümmert sich ein Professor um 77 Studierende, an der Uni Duisburg-Essen um 86 und an der TU Dortmund um mehr als 100.

Seit 2012 ist die Zahl der Studierenden an der TU von 29.672 auf 33.554 gestiegen. Bei den Professuren hat sich fast nichts getan: 302 sind es. "Die Anzahl der vom Land zugewiesenen Beamtenstellen für W2/W3-Professuren ist konstant", teilt TU-Sprecherin Eva Prost zur Entwicklung der vergangenen drei Jahre mit. Andere Lehrkräfte wurden vermehrt beschäftigt, statt 825 im Jahr 2012 setzt die TU nun 1048 ein (auf Vollzeitstellen umgerechnet).

"Bundesweit kommen an Universitäten immer mehr Studierende auf eine Professur, da die Studierneigung stark gestiegen ist, während die Zahl der Professuren nahezu konstant geblieben ist", so Eva Prost. Die TU bilde damit "nicht das Schlusslicht" im Landesvergleich. Es gebe in NRW sowohl Universitäten als auch Fachhochschulen mit einem schlechteren Betreuungsverhältnis.

Das trifft auf die öffentlich-rechtlichen Universitäten allerdings nur bedingt zu. Laut einer Aufstellung der NRW-Landesregierung zum Wintersemester 2013/2014 haben nur zwei Universitäten ein schlechteres Betreuungsverhältnis Profs zu Studierenden, und die sind nicht unbedingt vergleichbar: die Fernuni Hagen mit fast 76 000 Studierenden und die Sporthochschule Köln, beides universitäre Sonderfälle.