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Auch Schalker fordern im Netz BVB-Grabstein für Jens Pascal

13.11.2012 | 12:52 Uhr
Auch Schalker fordern im Netz BVB-Grabstein für Jens Pascal
BVB-Trainer Jürgen Klopp beim Besuch der Kinder-Krebsstation der Dortmunder Kinderklinik.Foto: Timur Emek

Dortmund.   Gehört ein Fußball-Emblem auf einen Grabstein? Der Streit zwischen katholischer Kirche und den Eltern des verstorbenen Jens Pascal (9) spaltet das Netz. Auf Facebook fordern sogar Schalker Ultras die Kirche auf, dem letzten Wunsch des Jungen zu entsprechen.

Darf ein BVB-Emblem ein katholisches Grab schmücken? Im Internet kocht die Diskussion darüber hoch. Die Eltern des verstorbenen Jens Pascal (9) aus Dortmund liegen derzeit mit der Kirche über Kreuz.

Die Kirche sei im Recht, sagen die einen. So meint meine_meinung76: „Es gibt auf jedem Friedhof Vorschriften, wie ein Grab auszusehen hat – und auf einem christlichen ist dies halt strenger geregelt. Was haben dort nicht christliche Symbole oder gar Staturen verloren? [...] Aber ist mal wieder typisch. Nichts mit der Kirche zu tun haben wollen, sich dann aber auf ein christlichen Friedhof bestatten lassen. Wieso hat man keinen städtischen Friedhof gewählt?“ Und unser Nutzer dschidschi5 pflichtet ihm bei: „Die Vorschriften der Kirche muss man nicht mögen, man kann auch austreten. Aber wenn man einen konfessionellen Friedhof benutzen möchte, muss man auch die dort geltenden Regeln beachten.“

BVB
Kirche verbietet BVB-Grabstein für verstorbenen Jens Pascal

Die Eltern eines verstorbenen Neunjährigen dürfen für ihr Kind keinen Grabstein mit BVB-Logo aufstellen. Dies war der Wunsch des Jungen, der im Mai an einem Hirntumor gestorben ist. Die Kirche fand die Gestaltung des Grabsteins jedoch "unchristlich".

Die Mehrheit der Nutzer aber schreibt in ihren Kommentaren von „unmenschlichen Verhalten“, von einem Grund, aus der Kirche auszutreten, und davon, dass die Kirche sich lieber um andere kümmern solle. So schreibt Scherzi84 – wie viele andere auch: „Gibt es keine größeren Probleme auf dieser Welt, als einem kleinen Jungen seinen letzten Wunsch zu versagen? Hat die Kirche keine anderen Baustellen? Ich kann an dem Grabstein beim besten Willen auch nichts Störendes erkennen.“

Verhalten der Kirche ist „eine Schande“

Pro & Contra
Grabstein mit BVB-Logo - darf so etwas sein?

Der neunjährige Jens Pascal wünschte sich vor seinem Tod einen Grabstein mit BVB-Logo. Die Kirchengemeinde versagte den Eltern die Aufstellung, erst auf Vermittlung unserer Westfälischen Rundschau wurde ein Kompromiss gefunden. Verhält sich die Kirche richtig? Oder fragwürdig? Ein Pro und Contra.

Die Facebook-Gemeinde ist sich da schon einiger: Das Verhalten der Kirche sei „eine Schande“, meinen einige – andere sehen sich beim Austritt aus der Kirche bestätigt. Einige Nutzer rufen die Fans dazu auf am Sonntag mit Trikot in den Gottesdienst zu gehen oder am (Samstag nach dem Spiel) in besagte Kirche in Dortmund-Bodelschwingh zu gehen und eine Kerze für Jens Pascal anzuzünden.

Der Engel auf der Dortmudner Riesentanne sollte im jahr 2011 durch einen Fußball ersetzt werden – es kam zum Eklat mit den Kirchen.Foto: Knut Vahlensieck

Einige Nutzer erinnern sich auch noch an einen Eklat vom vergangenen Jahr: Der Engel auf der Riesentannen-Spitze vom Dortmunder Weihnachtsmarkt sollte durch einen Fußball ersetzt werden. Passend zum Meisterschaftjahr. Die Kirche stellte sich quer – und nach öffentlichen Protest wurde die Ball-Idee wieder gekippt. Der Engel kehrte zurück.

Plakataktion bei Bundesliga-Spielen

Eine weitere Facebook-Gruppe schlägt sogar eine Plakataktion für Jens Pascal vor. „Wir möchten bei den Bundesligaspielen am Samstag mit Plakaten den letzten Willen von Jens Pascal und seine Eltern unterstützen“, heißt es da. Fans mehrere Vereine haben bereits ihre Unterstützung angeboten. Die Bitte der Gruppengründer: „Auf den Plakaten bitte keinerlei Drohungen, Beschimpfungen oder ähnliches. Sie sollen lediglich unsere Unterstützung, Anteilnahme und Verständnis ausdrücken. Lasst uns zeigen was uns Fußballfans ausmacht und uns neben dem Spiel noch verbindet.“

„In den Farben getrennt – in der Sache vereint!“

Vor allem bemerkenswert aber: Der Aufschrei unter den Facebook-Nutzern geht über schwarz-gelb weit hinaus. Auch Schalke-Fans nehmen Anteil am Schicksal des Jungen und zeigen sich solidarisch. So postet Harald W.: „Wir Schalker sollten über unseren Schatten springen, die BVBler unterstützen und der Gruppe Jens Pascal beitreten, auch wenn wir uns gegenseitig nicht leiden können. [...] Liebe Kirche, ihr verspielt euren Kredit bei den Menschen immer mehr und wundert euch, dass eure Gotteshäuser am Sonntag nicht gefüllt sind. Warum nur?“ Der Spruch „In den Farben getrennt – in der Sache vereint!“ macht die Runde.

Katrin Figge



Kommentare
14.11.2012
07:46
Auch Schalker fordern im Netz BVB-Grabstein für Jens Pascal
von Otto99 | #5

Wenn ich das Foto von diesem häßlichen Stein in der WR sehe, ein scharz-weißer großer Ball auf einer schwarzen Säule, ähnlich dem Podest, auf dem die Bälle vor Bundesligaspielen liegen, schäme ich mich fremd für all die tränenreichen Kommentare. So etwas hätte ich auch nicht gerne auf dem Nebengrab gehabt.
Es ging von Anfang an nicht primär um das BVB-Logo. Den Marketingspruch "Echte Liebe" hätte ich allerdings auch im Kompromiss nicht gestattet, das Logo schon.

Warum veröfffentlicht derWesten nicht auch dieses Foto, damit sich die Shitstormer selber ein Bild machen können.

13.11.2012
18:07
Auch Schalker fordern im Netz BVB-Grabstein für Jens Pascal
von Karl-Napp | #4

Na also, es geht doch:

http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/einigung-im-streit-um-bvb-grabstein-id7289754.html

13.11.2012
16:42
Auch Schalker fordern im Netz BVB-Grabstein für Jens Pascal
von 85punkte | #3

Nur so mal am rande,
wenn ein Mensch in Not ist, fragt Ihr(1 und 2) auch erst ob er Katholisch oder evangelisch ist, ob er überhaupt in der Kirche ist.
Wenn ja, wäre das eine Schande und hat nichts mit Nächstenliebe zu tun.

Die kath. Kirche(ich bin selbst kath, aber zweifle) hat genug Dreck am stecken und sollte dort erstmal aufräumen, bevor sie möglicherweise einem Kind den letzten willen nicht erfüllen will.
Und zum christl. Bezug mal nur so nebenbei, wo war der bei den vielen Misshandlungen von Kindern???

13.11.2012
15:18
Auch Schalker fordern im Netz BVB-Grabstein für Jens Pascal ......
von MaxSeidel | #2

... und in China soll deswegen auch schon ein Sack Reis umgefallen sein. Wer eine Grabstelle auf einem konfessionellen Friedhof erwirbt, sollte sich über die dort geltenden Regelungen vorher informieren. Ansonsten bliebe die Umbettung auf einen kommunalen Friedhof. Diese verfügen aber auch über strenge Gestaltungsrichtlinien, was Gräber und Grabsteine angeht.

1 Antwort
Auch Schalker fordern im Netz BVB-Grabstein für Jens Pascal
von auris | #2-1

zu#2 bete zu gott,dass bei dir zuhause nicht mal ein sack reis umfällt

13.11.2012
13:44
Das meinen unsere Nutzer zum Streit um BVB-Grabstein
von Dortmund4Life | #1

1. Die Eltern des Kindes sind gar nicht in der Kirche.
2. Gesprächsangebote seitens der Kirche wurden von den Eltern abgelehnt.
3. Immer erst informieren, bevor man im Internet rumpöbelt.

(Quelle: Radio912.de)

1 Antwort
Auch Schalker fordern im Netz BVB-Grabstein für Jens Pascal
von RipsRaps | #1-1

Grabsteine sind eh Steinverschwendung.

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