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Schimmelpilze

Auch in Dortmund sind viele Häuser von Schimmel befallen

01.11.2012 | 10:00 Uhr
Auch in Dortmund sind viele Häuser von Schimmel befallen
Schimmel an der Wand kann anfangs harmlos aussehen.Foto: Dirk Bauer

Dortmund. In Dortmund sind zwei von drei Wohnhäusern mit gesundheitsgefährdenden Schimmelpilzen befallen. Dies glaubt zumindest Karl Heinz Eberhard, von Beruf Baubiologe und TÜV-geprüfter Schimmelpilzexperte.

Neben Bauschäden sieht Eberhard die Ursachen hierfür vor allem in kondensierender Feuchtigkeit, hervorgerufen durch die nicht zu Ende gedachte Sanierung von Altbauten. „Wenn alte Häuser energetisch saniert werden, sind die Fenster dann zwar nach neuestem Standard“, erklärt der Baubiologe. Die Außenwände seien es jedoch in der Regel nicht. Weil die Fenster nach der Sanierung dann nicht mehr der kühlste Punkt der Wand sind, sammelt sich die Feuchtigkeit in der Mauer. „Wenn dann noch ein organisches Material wie etwa Tapetenkleister hinzukommt, ist das ein weiterer Feuchtigkeitsbinder und es kann zu Schimmelpilzbildung kommen.“

Stoßlüften ist das A und O

Eine gute Möglichkeit, die Luftfeuchtigkeit in Schach zu halten, ist Stoßlüften: „Am besten morgens und abends je zehn Minuten“, rät auch Klaus-Peter Andreas, Ingenieur für Umwelt- und Hygienetechnik beim Gesundheitsamt Dortmund. „Ein vernünftiger Luftaustausch ist wichtig, daher sollte man beim Lüften ruhig auch die Innentüren öffnen und so für maximalen Durchzug sorgen.“

Mieter oder Hausbesitzer mit gesunder Bausubstanz können aufatmen, solange sie die giftigen Pilze nicht durch eigenes Fehlverhalten herbeiführen, zum Beispiel durch zusätzliches Einbringen von Feuchtigkeit: „Ein Wäscheständer hat im Wohnbereich nichts verloren. Pro Ladung Wäsche gibt der nämlich rund drei bis vier Liter Feuchtigkeit ab.“ weiß Eberhard. Feuchtigkeit, die sich an den Wänden sammelt und zu erhöhter Luftfeuchtigkeit führen kann, sei ein prima Nährboden für Schimmelpilze .

Schimmelpilze wachsen auf Erde

Außerdem mit Vorsicht zu genießen: Fischaquarien und Topfpflanzen. „Schimmelpilze wachsen auf Erde. Allergiker sollten hier besonders vorsichtig sein“, rät Klaus-Peter Andreas vom Gesundheitsamt.

Bei Schimmelflecken, die über die Größe einer Spielkarte hinausgehen, sollten Bewohner sich um die Beseitigung des Schimmels kümmern. In Eigenregie mit einer 80-prozentigen Alkohollösung aus der Apotheke oder mit Hilfe eines Fachmannes. Die meisten Schimmelpilze sind nämlich gesundheitsgefährdend, einige sogar toxisch. Insbesondere Atemwegserkrankungen wie zum Beispiel Asthma oder Lungenprobleme, aber auch Juckreize stehen im Zusammenhang mit Schimmelpilzen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Kinder.

Stephanie Jungwirth


Kommentare
01.11.2012
23:56
Auch in Dortmund sind viele Häuser von Schimmel befallen
von Braunhold | #4

Es gibt da eine einfache Formel der angewandten Bauphysik: Wer gut wärmedämmt, der gut schimmelt! In dem Sinne ......

01.11.2012
23:17
Auch in Dortmund sind viele Häuser von Schimmel befallen
von creck | #3

Was bedeutet denn das "auch" in der Überschrift? Wo ist denn die Hochburg der Schimmelzüchter? Und seit wann gibt es in Dortmund nur drei Wohnhäuser?

01.11.2012
14:36
Auch in Dortmund sind viele Häuser von Schimmel befallen
von Juelicher | #2

Es gibt sicherlich krasse Fälle von Schimmelbefall, die aber eher selten auftreten. Schimmel auf kleineren Flächen dürfte sehr oft vorkommen. Dies ist völlig unabhängig davon, ob nur Isofenster eingebaut wurden oder das gesamte Gebäude isoliert wurde. Das Problem tritt ebenso in sehr dichten Neubauten auf u. macht zunehmend den Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung erforderlich. So kann man die Kosten für die energetischen Maßnahmen immer weiter hochfahren u. somit die Gewinne der Hersteller u. Einbauer.
Je nach Schimmelart wird der gesundheitliche Effekt aber oft auch überschätzt. Vor ein paar Wochen erklärte ein Lungenexperte im TV, dass Erkrankungen durch Schimmel seiner Erfahrung nach kaum vorkommen würden. Es würden fast immer Allergien, Rauchen etc. dahinter stecken. Die Menschen würden sich dies - durch Medienpropagande verunsichert - aber zunehmend einbilden

01.11.2012
10:41
Was ist eigentlich ein "TÜV-geprüfter Schimmelpilzexperte"?
von kolben-fresser | #1

Beim "Baubiologen" ist die Sache klar, so darf sich jeder Scharlatan nennen, ausreichend viele tun es und warnen dann vor eingebildeten Gefahren wie "Elektrosmog" und ähnlichem Blödsinn.

Ein Artikel über den Zertifizierungsblödsinn der diversen Organisationen wäre sicher interessanter gewesen, hätte aber eigene Recherche vorausgesetzt.Ich habe allerdings Verständnis dafür, dass die WAZ damit überfordert ist.

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