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Warnstreik

Auch Dortmunds Schulen könnten Donnerstag dicht sein

03.02.2010 | 11:20 Uhr
Auch Dortmunds Schulen könnten Donnerstag dicht sein

Dortmund. Der für Donnerstag geplante Warnstreik im öffentlichen Dienst könnte sich massiv auswirken. Die gesamte Stadt Dortmund könnte lahm gelegt werden. Eine Übersicht der drohenden Einschränkungen.

Bis zu 15.000 Streikende erwartet Verdi bei der Kundgebung auf dem Friedensplatz, bei der auch Verdi-Chef Frank Bsirske ab 11.30 Uhr sprechen wird. Die WR recherchierte, welche Bereiche betroffen sind - und wie schnell die Stadt lahm gelegt werden könnte.

DSW 21: Bei den Stadtwerken geht man davon aus, dass nichts mehr geht. Sämtliche Stadtbahn-, Straßenbahn und Buslinien werden ab Betriebsbeginn gegen 3.30 Uhr bis Freitag, 5. Februar gegen 1.30 Uhr nicht im Einsatz sein. Betroffen sind auch die Nachtexpresse. Die Kundencenter an der Kampstraße, der Reinoldikirche und Hörde Bahnhof bleiben Donnerstag dicht.

"Warm anziehen"

Schulen: Nicht nur wegen des Stillstands im ÖPNV müssen sich viele Eltern warm anziehen. Selbst wenn sie ihre Kinder zur Schule bringen, muss das noch nicht bedeuten, dass auch Unterricht stattfindet. Verdi hat alle Sekretärinnen und - was entscheidend ist - alle Schulhausmeister zum Warnstreik aufgerufen. Diese seien „zu 100 Prozent gewerkschaftlich organisiert”, heißt es. Ohne die Schulhausmeister müssten die Schulen, laut Verdi, zu bleiben, seien die Hausmeister doch für die Verkehrssicherheitspflicht verantwortlich. Schuldezernentin Waltraud Bonekamp glaubte gestern nicht, dass die Schulen geschlossen würden - wisse aber auch nicht, wie sich die Hausmeister verhalten werden.

Kitas: Wahrscheinlich werden alle 110 städtischen Kitas vom Warnstreik betroffen und damit geschlossen sein. In Absprache mit den Eltern sollen Notfallgruppen eingerichtet werden. Ein schwacher Trost für den Stadt-elternrat. Nach dem Kita-Streik 2009 seien die Eltern „entsetzt, dass es sie schon wieder trifft”, sagt Elternvertreterin Anke Bohlander.

Klinikum entspannt

Klinikum: Klinkumssprecher Jörg Kühn zeigte sich am Dienstag entspannt. Zwar seien auch die 3380 Mitarbeiter des Klinikums zum Warnstreik aufgerufen - die Teilnahme könnte sich aber darin erschöpfen, dass die Mitarbeiter in einer „längeren Mittagspause” an der Kundgebung auf dem Friedensplatz teilnehmen. Für den Fall, dass künftig Notdienstvereinbarungen getroffen würden, sei die Notfallversorung für Patienten in jedem Fall gesichert.

EDG: Bei Bedarf wird es einen Winternotdienst geben. Im Rahmen einer Notdienst-Vereinbarung sei gewährleistet, dass die Entsorgung bei Krankenhäusern oder Altenheimen sichergestellt ist. Alle Termine für die Sperrmüllentsorgung oder Haushaltsauflösung werden verschoben. Die Leerung der Biotonnen und Restmülltonnen entfällt. Die Anlagen Deponie Dortmund-Nordost, Kompostwerk Wambel und die sechs Recyclinghöfe sowie die Möbelbörse bleiben geschlossen.

Bankenproblem lösbar

Sparkassen: Denkbar ist, dass auch die rund 60 Filialen der Sparkasse betroffen sind. Wenn Kundencenter (teilweise) geschlossen sind, bleiben den Kunden nur noch die Geldautomaten.

Airport: Zwar gebe es auch hier (Boden-)Personal im öffentlichen Dienst, „die Gewerkschaft hat aber noch keine Signale gegeben, dass wir vom Warnstreik betroffen sein werden”, sagt Flughafensprecher Marc Schulte.

Einschränkungen unklar

Theater/Musikschule: Auch die Mitarbeiter vom Theater und der Musikschule sind zum Warnstreik aufgerufen. Ob Aufführungen über die Bühne gehen - unklar.

Arbeitsagentur/ARGE: Können nur eingeschränkt ihren Service anbieten.

Auch betroffen: DEW21, städtische Seniorenheime, das Studentenwerk, die Kliniken des Landschaftsverbandes in Aplerbeck.

Peter RING

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