Auch bei der Loveparade in Dortmund war es eng
26.07.2010 | 19:50 Uhr 2010-07-26T19:50:00+0200
Dortmund.Von der Stadt Dortmund gibt es keine offizielle Mitteilung zum Loveparade-Unglück in Duisburg. Als Vorgänger-Veranstalter 2008 können Vertreter der Verwaltung Hintergründe solch einer Massen-Veranstaltung aber erklären.
Die Stadt Dortmund, der wohl letzte Veranstalter einer weitgehend störungsfreien Loveparade, hält sich zurück und möchte die Katastrophe in Duisburg nicht bewerten. Verständlich, da die Situationen und Örtlichkeiten vom 19. Juli 2008 und dem 24. Juli 2010 vielfach grundlegend verschieden sind. Wobei es natürlich hier und da auch Analogien gibt.
„Auch bei uns war es damals punktuell an einigen Stellen eng, etwa rund um die Floats. Aber wir hatten sehr weiträumige Ausweichflächen: an beiden Enden der abgesperrten B1 und an der Westfalenhalle sowie durch die Nebenstraßen“, erinnert sich Dortmunds Stadt-Pressesprecher Udo Bullerdieck. „Das größte Problem mit den vielen Menschen gab es am Hauptbahnhof, speziell bei der Rückreise. Weil die Menschen immer nur portionsweise eingelassen wurden, mussten vor dem Bahnhof damals viele teilweise sehr lange auf ihren Zug warten.“
Auch die zuletzt viel beachtete Aussage von Bochums ehemaligem Poizeipräsidenten Thomas Wenner gibt Hinweise darauf, dass es in Dortmund aus Sicht Verantwortlicher keineswegs reibungslos lief. Zitat: „Was denken sich eigentlich Politiker und Journalisten, die die Metropole Ruhr als Monstranz ihrer Popularität vor sich hertragen, wenn es um die Verantwortung derer geht, die als Amtsträger für die Folgen ihres Handelns persönlich haften? Die mit ihrem Tun die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten haben? Die die Enge des Veranstaltungsraumes und die Disfunktionalität der Zu- und Abfahrtströme kennen, die wissen, dass es schon in Dortmund diesbezüglich heikle Situationen gegeben hat?“
18 Monate Sicherheitsberatungen
Anderes Thema: Etwa 18 Monate wurden damals im Vorfeld Sicherheitskonzepte besprochen. Mit den Erfahrungen der Essener Loveparade 2007 intensivierten die Beteiligten diese dann ein Jahr lang mit dem Zieldatum 19. Juli 2008. „Es gab einen Lenkungskreis sowie viele Arbeitskreise wie etwa jenen für Sicherheit u.a. mit Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten“, erläutert Bullerdieck, der das Ereignis schon damals als Stadtsprecher begleitete.
Im Vorfeld der Duisburger Loveparade fragten auch die dortigen Verantwortlichen in Dortmund an. Anfang 2009 gab es eine erste allgemeine Vorbesprechung, die letzte der drei fand im März 2010 statt. „Wir haben Duisburg all unsere Sicherheitsunterlagen übergeben, hatten aber keinen Einblick in deren Konzept“, so Bullerdieck. „Das ist auch völlig normal, da Externe die Örtlichkeiten nicht kennen können, insofern hätte ein detaillierter Austausch keinen Sinn ergeben.“ Was die Lehren für die Zukunft von Massenveranstaltungen betrifft, hält Bullerdieck die Duisburger Ergebnisse der Unglücks-Ermittlungen hingegen für sehr wichtig. „Speziell die Feuerwehren werden aus den Auswertungen der Staatsanwaltschaft möglicherweise Lehren ziehen können.“
Angesprochen auf seine Gefühlsreaktionen nach der Schreckensnachricht am Samstag, gibt Dortmunds Sprecher Zweierlei preis: einerseits große Betroffenheit, andererseits auch Erleichterung sowie Dankbarkeit, dass die Loveparade „hier in Dortmund 2008 fast reibungslos geklappt hat“.
11:30
Was soll das jetzt??
Die LP in Dortmund war genial und ich hatte niemals das Gefühl das es gefährlich werden könnte.
Aber Miesepeter gibts ja überall.....
20:13
Wie sagte OB Sierau zum Fall Nazi Schäfer in der WAZ: Er habe Schäfer im Juli 2007 ein Disziplinarverfahren anhängen wollen, da er damals unauthorisiert der WAZ Informationen zur Loveparade gegeben hatte.
Der damalige Feuerwehrchef Schäfer hatte von grundsätzlichen Sicherheitsbedenken bei der Loveparade im Ruhrgebiet im Gegensatz zu den Berliner Verhältnissen gesprochen. Wie recht der doch hatte zeigt sich nun im Nachhinein.
Und dann berichtet die WAZ noch, daß Schäfer auch von Kosten für die Sicherheitskräfte gesprochen hat, die nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht vom Veranstalter sondern von den Städten zu tragen seien. Dumm nur, daß Sierau dem Rat der Sradt Dortmund das anders versprochen - besser gesagt: gelogen - hatte.
Eigentlich kann Sierau Schäfer nun dankbar sein, daß er 2008 seine Sicherheitskonzepte, die dem Veranstalter nicht gepasst haben sollen, doch durchgesetzt hatte. Sonst wäre vielleicht schon 2008 in Dortmund grauiges Ende für die Loveparade gewesen.
13:55
Auch bei der Loveparade in Dortmund war es eng
- in berlin auch
- in essen auch
- im westfalenstadion und aufschalke(eingezäunt!) auch meistens
usw.usw..
wichtig ist das man die entsprechenden regeln einhält.
etwas mehr stille trauer hielte ich erstmal für angebracht und dann ist eine nüchterne klärung der sachverhalte und verantwortlichkeiten das hilfreichste für zukünftige veranstaltungen auch in duisburg!
13:10
Recht hat #3, Oberklugschiss sogar!
12:43
@ #3
Wie wäre es mit was Klügerem?
12:41
@ #3
Wie wärs mit was Klügerem?
12:32
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12:29
Ich habe gestern bereits über meine Erinnerungen an den damaligen WESTEN-Bericht gebloggt - in Bezug auf das schlimme Gedränge am Dortmunder HBF nach der Loveparade 2008.
11:54
Der primitive Image-Wettbewerb zwischen Städten und privaten Veranstaltern über die geilste Party mit den meisten Besuchern und den vollsten Locations sollte jetzt endgültig für beendet erklärt werden.
Oder man sollte schon in den Ankündigungen solcher Events in Großbuchstaben darauf hinweisen, mit welcher Summe der Veranstalter jeden einzelnen Besucher gegen Unfälle mit oder ohne Todesfolge versichert hat. In Duisburg waren dies 15 Euro pro Kopf.
Relativ beherrschbare Events gibt es anscheinend nur noch mit Vorverkauf-Tickets, entspr. Eintrittskontrollen und demnach einer verlässlichen Planungsgrundlage für die Sicherheitskräfte. Veranstaltungen für lau und ohne Vorab-Begrenzung der Teilnehmerzahl, die ohne solche Katastrophen ablaufen, sind reine Glückssache, auch wenn die Veranstalter in den Medien das Gegenteil behaupten.