Arunas Endspiel um die Abschiebung nach Niger
16.11.2010 | 19:52 Uhr 2010-11-16T19:52:00+0100
Dortmund.Es gibt vieles, wovon man wenig weiß. Zum Beispiel von politischen Verhältnissen in Niger und den familiären Umständen, unter denen der 18-jährige Issaka Aruna aus seinem Land fliehen musste. Samir Habibovic, Trainer beim Fußball-Westfalenligisten Hombrucher SV, geht es da nicht anders. Aber was er weiß, ist, dass er Issaka helfen muss.
Stranden, sagt man, wenn jemand irgendwo anlandet, wo man nach Beweisen fragt, wenn es um den Lebenslauf geht. Issakas Pech ist neben dem Verlust der Familie, dass er keine Papiere hat, die beweisen, dass er aus Niger kommt. Der Vater war bei einem Aufstand umgekommen, die Mutter nach Ghana geflüchtet, er nach Deutschland. Den Sprachtest hier hat er nicht bestanden.
Auch Habibovic hat mehr Fragen als Antworten. Aber er weiß auch, dass Issaka beim Sprachtest gescheitert ist, weil die Kommunikation nicht klappen konnte - der Junge spricht einen anderen Dialekt als die vier im Niger üblichen. Nun drohe ihm die Ausweisung - und so Gefahr für sein Leben, nimmt Habibovic an.
Habibovic ist Fußballer, Fußballer kämpfen - auf dem Platz und auch daneben. „Das ist ein guter Junge“, sagt er, „dem muss geholfen werden.“ Beim HSV ist Issaka, seitdem ihn der Lehrer, bei dem er Deutsch lernt, gewissermaßen vor die Tür gestellt hat. Weil die Wahrheit auf’m Platz liegt, zeigte sich, dass der mittlerweile 18-Jährige auch ein guter Fußballer ist. Allerdings, meint sein Trainer, „hat er den Kopf nicht richtig frei“.
Pech mit Rechtsanwalt
Etwas Pech habe Issaka mit seinem ersten Rechtsanwalt gehabt, meint Habibovic. Nun hat er einen anderen. Issaka ziehe jetzt in eine Wohnung, und der Verein will ihm weiterhin helfen, wenn es darum geht, beruflich Fuß zu fassen. Das alles spielt aber keine Rolle, weil der Junge nur noch geduldet ist.
Habibovic: „Der kann schon morgen im Flugzeug sitzen. Die einzige Chance besteht nun darin, auf eigene Faust und eigene Kosten per Rechtsgutachten den Beweis zu erbringen, dass er wirklich aus dem Niger kommt.“ Kosten: 2500 Euro.
Schockierendes von Amnesty
Tötung von Zivilpersonen . . . willkürliche Haft ... Folterungen . . . Sklaverei - wer will, kann im Amnesty Report 2009 einiges über den Niger nachlesen. Issaka Aruna war ein Kind, als er kam. Nun ist er 18 Jahre alt, er will nicht zurück. Er ist alleine, aber er hat wenigstens eine Mannschaft. Es klänge zu martialisch, sagte man, er liefe um sein Leben. Aber er hastet gewiss einer letzten Chance hinterher.
Der HSV hat ein Spendenkonto eingerichtet. „1500 Euro haben wir schon“, sagt sein Trainer Samir Habibovic. (Kto. 223 118 631, BLZ 440 501 99, Sparkasse Dortmund, Stichwort Spende Issaka Aruna)
16:23
Ja, wir haben zwar verbindliche Sprachtests, aber wenn die Leute bei diesen Tests durchfallen und trotzdem in Deutschland bleiben dürfen, sind diese Tests doch überflüssig.
Und das ganze Gerede von Integration doch auch.
16:21
In Essen sind in den letzten Wochen 500 Roma angekommen die alle ihre Pässe verloren haben, und Asyl beantragt haben. Serbien nimmt diese nicht wieder auf weil ihre Identität nicht geklärt ist. Und wille es bestimmt auch nicht.
Also kann man sie nicht abschieben und muß ihnen Geld für den Lebensunterhalt geben.
In Dortmund sieht es ähnlich aus.
13:12
Wenn die Herkunft unbekannt ist, kann man auch nicht abschieben, da fragt uvw völlig zu Recht wohin man so einen Menschen denn abschieben will.
Ich hab allerdings auch ne Frage: Von welchem Sprachtest ist hier die Rede ? Ein Deutschtest (falls ja, was hat das mit dre Muttersprache von Herrn Aruna zu tun) oder der Test, der an diversen Botschaften auch afrikanischer Länder durchgeführt wird, um herauszufinden, ob eine Person wirklich aus dem entsprechenden Land kommt (diese Test werden natürlich auch immer dann bestanden bzw. nicht bestanden, wenn man dem Botschaftsangehörigen genügend Scheinchen rüberwachsen lässt) ...
11:20
Herkunft unbekannt und wenn man ehrlich ist sieht der Herr Aruna auch nicht aus wie ein 18Jähriger.
Gleiches Recht, bzw Unrecht für alle!
23:11
Ist überhaupt eine Ausweisung möglich, wenn keine Nationalität bekannt ist? Wohin wird dann ausgewiesen?
#2 von xyz , am 16.11.2010 um 22:23
Am besten in das Wohnzimmer von Leuten, die solche Kommentare schreiben!
22:23
Ich finde es grundsätzlich gut, dass Medien über den zum Teil nicht nachvollziehbaren Umgang mit Flüchtlingen berichten und dass sich Vereine und wie hier der Trainer für einen Flüchtling wie Herrn Aruna engagieren.
Dennoch vielen mir hier ein paar INformationen.
Wie wird die Nationalität von Flüchtlingen festgestellt, wenn kein Pass vorliegt?
Es muss doch Papiere geben. Schließlich gibt es ja zumindest einen Spielerpass.
Ist überhaupt eine Ausweisung möglich, wenn keine Nationalität bekannt ist? Wohin wird dann ausgewiesen?
21:04
Schon einmal bei der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA gefragt? Die fehlenden 1000 EUR unter Fußballern sollten doch wohl drin sein.