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Amtsgericht

Arrest soll jungen „Stammkunden“ zur Besinnung bringen

02.01.2013 | 17:10 Uhr
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Dortmund.   Die Anklagebank kennt der 19-Jährige zur Genüge. Dass er es gestern vorzog, nicht darauf Platz zu nehmen und seinem Prozess lieber fern zu bleiben, nutzte ihm wenig: In seiner Abwesenheit wurde er zu zwei Wochen Dauerarrest verurteilt.

Er ist gerade 19 Jahre alt, gehört aber schon zur „Stammkundschaft“ im Gericht. „Ja, der junge Mann lässt ordentlich bei uns arbeiten“, bemerkte Jugendrichter Dr. Gerhard Breuer. Ob der Dortmunder wohl ahnte, dass die Geduld der Justiz langsam zu Ende geht und er deshalb gestern lieber erst gar nicht kam?

Genutzt hat es ihm wenig. In seiner Abwesenheit wurde er unter anderem per Strafbefehl zur Zahlung von 600 Euro verurteilt, weil er im Mai letzten Jahres ohne Ticket in der Bahn erwischt wurde. Dass er jetzt wieder einmal tief in die Tasche greifen muss, wird ihn weit weniger treffen als die Sanktion, die gestern noch fällig war: In naher Zukunft muss der junge Mann wieder einmal den Gang in die Arrestzelle antreten: und diesmal nicht nur für zwei Wochenenden, sondern für ganze zwei Wochen.

Nachbarn und Polizei drangsaliert

Der 14-tägige Freiheitsentzug betrifft ein älteres Verfahren, dessen Akten längst zugeklappt werden könnten. Wenn, ja, wenn der 19-Jährige die damals gerichtlich festgesetzten Auflagen erfüllt hätte – was er nicht tat. Zwar verbrachte er zwei Wochenenden hintereinander im Arrest, nachdem er vor der Wohnung seiner Freundin randaliert hatte, den Nachbarn in Angst und Schrecken versetzte und schließlich versuchte, einen Polizisten zu schlagen. Doch kaum wieder draußen, scherte er sich nicht im Geringsten um die weiteren Auflagen des Gerichtes. Und das bekommt er jetzt durch die zwei Wochen Dauerarrest zu spüren.

Anti-Aggressions-Training geschwänzt

„Er hätte einen Entschuldigungsbrief aufsetzen sollen, was er nicht tat“, sagte Jugendrichter Dr. Breuer und zählte weiter auf: „Außerdem hat er nicht an dem ihm auferlegten Anti-Aggressions-Training teilgenommen.“ Die Maßnahme wurde nicht ohne Grund verhängt: Denn der in der Vergangenheit verhandelte Ausraster gegen Nachbarn und Amtspersonen ist leider nicht ganz untypisch für den Dortmunder.

Und noch eine Straftat aus früheren Tagen kam gestern beim Prozess zur Sprache und wird durch den zweiwöchigen Dauerarrest jetzt abgeurteilt. Weil er einst eine Haltestelle der DSW 21 verschmiert hatte, sollte der 19-Jährige 100 Euro Schadenersatz zahlen. Auf das Geld wartet DSW noch heute.

Der 19-Jährige, der juristisch als Heranwachsender gilt und daher noch unter das Jugendgerichtsgesetz fällt, sitzt die 14 Tage Dauerarrest jetzt in einer der sechs dafür geschaffenen Einrichtungen in NRW ab: Entsprechende Anstalten mit insgesamt 250 Plätzen gibt es in Bottrop, Düsseldorf, Essen, Lünen, Remscheid und Wetter.

Kathrin Melliwa

Kommentare
03.01.2013
15:05
Arrest soll jungen „Stammkunden“ zur Besinnung bringen
von Xavinia | #2

Ein offensichtlich Unbelehrbarer.

Von mir hätte er keine zwei Wochen sondern gleich 3 Monate Arrest bekommen.

02.01.2013
18:00
Arrest soll jungen „Stammkunden“ zur Besinnung bringen
von Otto_Normalverbraucher | #1

Da ist doch die nächste, übernächste, überübernächste..... Maßnahme vorprogrammiert!

Der Bubi scheint doch jeglichen Respekt vor irgendetwas verloren zu haben. Da werden ihn 14 Tage im Knast sicherlich genau so schwer beeindrucken, wie die beiden Wochenenden!

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