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Gift-Skandal

Arnsberg koordiniert Suche nach PCB-Schleuder

26.01.2010 | 21:30 Uhr
Arnsberg koordiniert Suche nach PCB-Schleuder

Dortmund. Strategische Neuausrichtung im Gift-Skandal: Ab sofort koordiniert die Arnsberger Bezirksregierung die Suche nach den Verantwortlichen für die Ausstöße von krebserregendem PCB und Dioxin im Dortmunder Norden. Wie es heißt, soll Geld bei den nötigen Untersuchungen keine Rolle mehr spielen.

Das war bisher anders. Unübersichtliche Zuständigkeiten und finanzielle Engpässe trugen maßgeblich dazu bei, dass auch nach anderthalb Jahren noch niemand weiß, wie die Gifte in drei Kleingartenanlagen und den Fredenbaum gelangen – und woher sie stammen.

"Kein Sparen bei der Analytik": Umweltdezernent Wilhelm Steitz.

Die weitere Vorgehensweise, so Umweltdezernent Wilhelm Steitz gegenüber der WR, wurde bei einem Termin am Donnerstag im Landesumweltministerium festgelegt. „Wir waren uns einig”, referiert Steitz einen breiten Konsens unter Land, Bezirksregierung und Stadt.

RP hat den Hut auf

Organisatorisch hat jetzt der Regierungspräsident den Hut auf. Alle weiteren Betriebsbegehungen, Messungen und Proben laufen über Arnsberg. Und es soll einige Einsätze dieser Art geben, wie zu hören ist. Denn: „Die öffentliche Brisanz ist wohl etwas größer, als wir sie eingeschätzt haben.” Das weiß jetzt auch das Landesumweltamt (LANUV), das die Technik für die Einsätze liefert.

Nach Informationen der WR sind gezielte Besuche in Betrieben geplant, die potenziell als Giftschleudern in Frage kommen. „Dabei sollen alle technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden”, so Steitz. Wisch- und Fegeproben stehen ebenso auf der Agenda wie weitere Untersuchungen des Staubniederschlags. Dazu sollen neue Messbehälter dort aufgestellt werden, wo bisher die höchsten Giftwerte ermittelt wurden.

Am Geld soll's nicht scheitern

Auch in finanzieller Hinsicht ziehen die Behörden offenbar an einem Strang: „Bei der Analytik soll nicht gespart werden”, betont Steitz. Bisher war noch nicht einmal Geld für ein seit Jahren gefordertes Messgerät in einem der Kleingärten da.

Klaus Brandt

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