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LesArt-Festival

Arnd Zeigler präsentierte die heitere Seite des Fußballs

13.11.2012 | 11:48 Uhr
Arnd Zeigler präsentierte die heitere Seite des Fußballs

Dortmund.  Einmal im Jahr wird es richtig eng in den Umkleidekabinen des Dortmunder Stadions - wenn das LesArt-Festival das Publikum in den Kabinentrakt bittet. Diesmal präsentierten Arnd Zeigler und Gregor Schnittker, dass der Doppelpass zwischen Fußball und Literatur durchaus zum Erfolg führen kann.

Das Literatur-Festival "LesArt" ist eine Institution in Dortmund. Fest zum Programm gehören seit einigen Jahren Lesungen im Kabinentrakt des Dortmunder Stadions. Dann geht es um den Doppelpass aus Literatur und Fußball. Dabei zeigt sich immer wieder, dass es gar nicht so einfach ist, eine hochemotionale Angelegenheit wie den Fußball in literarisch ansprechende, aber der Sache angemessene Worte zu packen. Die beiden Journalisten und Autoren Arnd Zeigler und Gregor Schnittker zeigten auf höchst unterschiedliche Weise, dass das geschriebene Wort und der rollende Ball durchaus zusammenpassen.

Der TV-Journalist Schnittker (WDR, ZDF) las aus seinem Buch "Revier-Derby" und konzentrierte sich dabei auf Anekdoten aus der langen Tradition, die Blau-Weiß und Schwarz-Gelb eint und entzweit. Dabei rückte er die Begegnung im Stadion Rote Erde 1969, die durch einen Hundebiss in den Allerwertesten des Schalker Spielers Friedel Rausch in die Geschichte einging, in den Fokus. Schnittker hatte sogar ein Video mit einer alten Zusammenfassung des Spiels ausfindig gemacht und sorgte so zusätzlich für Erheiterung beim Publikum.

Die tragischen Momente des Fußballs

Als literarischer Gast stand der Ungar Akos Doma an Schnittkers Seite. Zusammen wollten sie in die Abgründe der fußballerischen Tragik eintauchen - ein Ungar landet da zwangsläufig beim WM-Finale 1954 und dem durch die Niederlage der eigentlich "unschlagbaren" Ungarn ausgelösten nationalen Trauma. Doma schlug einen Bogen von 1954 zu seinem persönlichen "Bern", das allerdigns nichts mit der ungarischen Elf zu tun hatte, sondern mit einer anderen Traum-Mannschaft, den Brasilianern bei der WM 1982. Dieses Wunder-Team wurde von Italien entzaubert und holte den jungen Akos gnadenlos auf den harten Boden der fußballerischen Tatsachen zurück.

Domas Vortrag war dabei weit feinsinniger als Schnittkers Anekdoten. Doch so richtig wollte der Funke nicht überspringen, denn zu oft rutschte der Ungar auf dem schmalen Grat zwischen fußballerischer Erdverbundenheit und allzu literarischer Abgehobenheit ab. So kam er am Ende zwar durchaus sympathisch, aber etwas zu verkopft rüber.

Arnd Zeigler spricht aus, was viele Fans denken

Ganz anders Arnd Zeigler , der wie kaum jemand anders in der Lage ist, dem Fußball seinen Ernst zu nehmen, ohne ihn ins Lächerliche zu ziehen. Zeigler spricht aus und schreibt auf, was viele Fußball-Fans denken. Er zitierte aus seiner Radio-Kolumne, in der er die Nebensächlichkeiten des Fußballs aufs Korn nimmt. Er ließ sich über wichtigtuerische Fernseh-Moderatoren aus und hinterfragte, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Talent eines Spielers und seinem Nachnamen sowie der Eignung, hässliche Iltisjacken tragen zu dürfen, gibt.

Dafür erntete der Bremer reichlich Gelächter und Applaus. Warum er allerdings den Journalisten Nicol Ljubic als Stichwortgeber dabei hatte, erschloss sich niemandem. Denn dass Zeigler Qualitäten als Entertainer hat, bewies der Werder-Fan und -Stadionsprecher allemal.

Stefan Reinke


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