Architekt baut bewohnbare Südtribüne an der Ruhrallee

Dortmund bekommt eine zweite Südtribüne und die ist sogar bewohnbar. An einem der ungewöhnlichsten Orte der Stadt, auf dem alten Verwaltungsbunker an der Ruhrallee, entsteht für rund 14 Millionen Euro ein Wohnprojekt, das an das Herz des BVB erinnert.

Dortmund.. Die Idee für dieses ungewöhnliche, 14 Millionen Euro teure Bau-Projekt mit dem Namen "Südtribüne" ist schon ein paar Jahre alt. Architekt Norbert Post hat den alten Bunker vor vier Jahren gemeinsam mit Rolf Lückmann von LKM Immobilien, Projektentwicklerin Birgit Pohlmann und Energie-Fachberater Ralph Wortmann gekauft.

Bei den Planungen ließ sich Norbert Post dann von der Südtribüne des Dortmunder Stadions inspirieren. Vorgesehen sind drei baugleiche Häuser, die auf der Südseite steil in die Höhe wachsen. Hier befinden sich die Terrassen. An den Seiten sind lange Treppen, wie bei den Rängen im Stadion. Nach Norden hin erinnern die herausragenden Gebäude an die Regattahäuser am Baldeneysee in Essen.

Wohnen auf bis zu 214 Quadratmetern

Die Häuser werden auf den Bunker zwischen Ruhrallee und Leipziger Straße, der bis in die 90er-Jahre als geheime Krisen- und Kommandozentrale der Verwaltung genutzt wurde, gebaut. Das berichtet Rolf Lückmann, der für die Vermarktung verantwortlich ist. Die erste Etage soll ein Parkhaus mit 46 Stellplätzen werden. Ab Etage zwei kommen die Wohnungen. Geplant sind sieben Wohnungen pro Haus. Dazu zwei Loft-Wohnungen zwischen den Häusern. Insgesamt also 25 schicke Wohnungen, die zwischen 87 und 214 Quadratmetern groß sind.

Dortmund von unten Prunkstück sind die drei Logen-Wohnungen ganz oben - allein die Terrassen sind 72 Quadratmeter groß und bieten einen beeindruckenden Blick über die Stadt. Signal Iduna Park inklusive. Um das Projekt überhaupt umsetzen zu können, brauchten die vier Ideengeber einen Investor. Diesen habe sie im vergangenen Jahr mit der Firma Lebenstraum aus Köln gefunden. Seit Februar liegt die Baugenehmigung vor, Mitte des Jahres soll mit dem Bau begonnen werden.

Erste Reservierungen liegen vor

Zurzeit steht auf dem Bunker nur ein Gerüst, das den Interessenten zeigen soll, wo sich die Stockwerke befinden. Erste Reservierungen gibt es schon. Die Wohnungen kosten zwischen 328.000 und 1,1 Millionen Euro. Bis in der Südtribüne gewohnt wird, dauert es noch ein wenig: Ende 2016 soll das Bauprojekt fertig sein.

Der Bunker selbst, der im Zweiten Weltkrieg gebaut worden und in den 70ern zu einer Kommandozentrale umfunktioniert worden ist, ist nicht Teil der Projekts. Er soll weiterverkauft werden, sagt Rolf Lückmann. Eine künstlerische Nutzung wäre zum Beispiel möglich. Nur der Kernbereich, der noch möbliert ist, soll so bleiben und für die Öffentlichkeit weiter zugänglich sein