Arbeitslosenzentrum warnt vor neuer Armut in Dortmund
26.12.2012 | 15:00 Uhr 2012-12-26T15:00:00+0100
Dortmund. Der neue Vorstand des Arbeitslosenzentrums, Eberhard Weber, sieht in Dortmund ein ständig steigendes Armutsrisiko. Die Langzeitarbeitslosigkeit habe sich auf hohem Niveau verfestigt. Die Armut steige – und damit auch der Beratungsbedarf im ALZ.
Der neue Vorstand des Arbeitslosenzentrums sieht auch in Dortmund ein ständig steigendes Armutsrisiko. Die Langzeitarbeitslosigkeit habe sich auf hohem Niveau weiter verfestigt, die Armut steige beständig. Für das Arbeitslosenzentrum steigt somit auch der Beratungsbedarf.
Der Vorstand will aber dennoch an der bisherigen Linie festhalten: Qualität vor Quantität der angebotenen Beratungsdienstleistung. Durch den gezielten Rückbau der arbeitsmarktpolitischen Instrumente und der Weiterbildung durch die gelb-schwarze Bundesregierung, fälschlicherweise als Reform bezeichnet, verschärfe sich die Situation allerdings weiter, so der Vorstand.
Seit der Wiedervereinigung waren noch nie so viele Menschen in Deutschland von Armut bedroht wie heute. Zu diesem Ergebnis kommt der Paritätische Wohlfahrtsverband - und fordert sofortige Gegenmaßnahmen wie einen gesetzlichen Mindestlohn. Das Ruhrgebiet gilt als besonders problematische Region.
Der neue Vorsitzende und ehemalige Dortmunder DGB-Chef Eberhard Weber ermuntert die Stadt Dortmund, die Anstrengungen für ein kommunales Beschäftigungsprogramm zu verstärken. Wohlwissend, dass diese beachtlichen Bemühungen die massiv auftretenden Defizite durch den Bund nicht ausgleichen können.
"Langzeitarbeitslosigkeit macht die Menschen matt und müde"
„Wachsende soziale Spaltung, anhaltende Langzeitarbeitslosigkeit“, so der neue Vorsitzende, „macht die Menschen matt und müde, arm und krank, die Attraktivität der Stadt und Region sinkt.“ Dies müsse auch die Wirtschaft erkennen.
Das Arbeitslosenzentrum wird daher auch im neuen Jahr eine unverzichtbare Begegnungsmöglichkeit für erwerbslose Menschen bieten und über Qualifizierungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten informieren und ihre Rechtsberatung fortsetzen.
Stühlerücken im Vorstand
Weber wurde auf der letzten Mitgliederversammlung neu in den Vorstand gewählt. Er löste Pastor i. R. Peter Strube ab, der nicht mehr kandidierte. Neu im Vorstand ist auch Dr. Andreas Bach, für Finanzen zuständig. Astrid Lübberstedt, kath. Stadtkirche, Ulrich Stadtler, IG Metall, wurden zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Im Leitungsgremium arbeiten als Vertreter der Erwerbslosen Lydia Hahn und Helmut Eigen mit.
12:41
Das Dortmund nach Leipzig die Armutshochburg Nr. 2 in Deutschland ist, darauf kommt der Ex-DGB-Chef Weber aber auch sehr früh. Bei der Suche nach den Ursachen und bei Lösungsansätzen könnte Herr Weber allerdings durch seinen Kampf gegen rechts etwas eingeschränkt sein.
18:45
Es ist bekannt, dass Dortmund eine besonders hohe Arbeitslosenquote, Armutsquote und Verschuldungsquote der Haushalte hat.
In dem Bericht wird auf Einsparungen hingewiesen, es werden kommunale Beschäftigungen gefordert etc.
Ich vermisse konkrete Vorschläge, wie hier Menschen dauerhaft wieder ein Gehalt beziehen können, das über dem Transfergeld-Niveau liegt und das außerhalb der geförderten Beschäftigungsverhältnisse bezogen wird.
Offen bleibt auch, warum es nicht gelungen ist, die Langzeitarbeitslosen wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern.
Wir brauchen Hilfe zur Selbsthilfe und keine Dauerversorgung. Hier fehlen konkrete Hinweise. Die Forderung nach öffentlicher ABM kann doch keine dauerhafte Lösung sein.
Wen wundert es wirklich? Der DGB ist ein Teil des Problems!