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Appell gegen Hass und Intoleranz

08.11.2007 | 20:40 Uhr

Mit einer Kranzniederlegung haben die Stadt Dortmund und die Jüdische Kultusgemeinde dem 69. Jahrestag der Reichspogromnacht gedacht.

OB Dr. Gerhard Langemeyer und Rabbiner Avichai Apel legten am Platz der Alten Synagoge Kränze nieder. "Heute gedenken wir des 9. November 1938, der Pogromnacht, in der sich die Gewalt der Nazi-Schlägertrupps erstmals mit aller Brutalität gegen die Juden in Deutschland richtete", betonte Langemeyer. Dies sei kein spontaner und plötzlicher Ausbruch des Volkszorns gewesen. "Die Pogromnacht war befohlener Terror", so der OB. "Sämtliche jüdischen Geschäfte sind sofort von SA-Männern in Uniform zu zerstören ... Jüdische Synagogen sind sofort in Brand zu stecken", so habe der Befehl an Schlägertrupps und NSDAP-Mitglieder gelautet. Die Pogromnacht sei ein systematisch geplanter Bestandteil der Verfolgung der deutschen Juden gewesen - eine Stufe in der vom NS-Staat organisierten und betriebenen Gewalt- und Mordpolitik, die bis zum staatlich geplanten und ausgeführten Massenmord reichte.

"Gerade wir Deutschen dürfen uns unserer Geschichte nicht entziehen - egal wie lange das Geschehen zurückliegt", mahnte Langemeyer. "Dazu gehört ganz zentral, dass wir aufmerksam auf die ersten Anzeichen von Radikalismus, Intoleranz, Hass und nationaler Überheblichkeit reagieren und nicht erst warten, bis aus einer potentiellen Gefahr eine reale Bedrohung geworden ist."

Davor warnte auch Rabbiner Apel: "Der Holocaust ist nicht in einer Nacht entstanden." Er sei über Jahre geschürt worden: "Einige waren aktiv daran beteiligt, andere verfielen in schweigende Passivität." Der Ort der Gedenkstunde, der Ort, wo Nazis die großen Synaoge der jüdischen Gemeinde hatten abreißen lassen, mahne zur Wachsamkeit. "Mit Sorge verzeichnen wir Übergriffe gegen Juden und andere Minderheiten in Deutschland."

Neonazis weltweit erhielten Zulauf. Apel verwies auf den Iran, dessen Präsident dem Staat Israel das Existenzrecht abspreche. Dem Staat, den die Überlebenden von Auschwitz, Dachau und Treblinka aufgebaut hätten: "Wir müssen aus der Geschichte unsere Lehren ziehen in der Hoffnung, dass nie wieder das Existenzrecht eines Menschen oder eines Volks in Frage gestellt wird", forderte er.

Das Rahmenprogramm gestaltete der Chor "Bat Kol David", Kantor Daniel Tsah und die Rezitatorin Tirzah Haase.

Von Alexander Völkel

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