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Apotheker damals und heute

25.08.2010 | 17:48 Uhr
Apotheker damals und heute
100 Jahre Falken- Apotheke: Inhaber Ulrich Haake. WR-Bild: Ralf Rottmann

Dortmund.54,74, 90, 2010? Wenn Ulrich Haake am Samstag einlädt, legt er zum Sportfreunde-Song noch was drauf: „60, 100, 55, 30, 25“, lacht er. Das reimt sich vielleicht nicht, ist aber bedeutungsschwanger: Haake wird 60, seine Falken-Apotheke feiert das 100-Jährige, 55 Jahre ist sie in Familienbesitz, der 30. Hochzeitstag naht und die Ehrennadel der IHK für 25 Jahre Prüfertätigkeit.

Apotheker damals und heute – das Berufsbild hat sich deutlich gewandelt. Das fängt, sagt Haake, schon bei der Ausbildung an. 1969 war er eingestiegen – mit einem zweijährigen Praktikum, dann dem Chemiestudium. Schon 1979 hatte Apotheker Günther Dodt, da schon Haakes Schwiegervater, dem 29-Jährigen die Apotheke an der Rheinischen Straße verpachtet; fünf Jahre später wurde Haake Inhaber. Mit ihm zogen Computer, automatisiertes Bestellwesen und moderne Technik mit in die Apotheke ein, dieselbe nur einmal und nur ein paar Hausnummern weiter um.

Der Name („Früher waren Tiernamen üblich“) blieb, auch das alte Mobiliar hat Haake behalten und erhalten. Weil eben diese alten Zeiten, als ein Apotheker durchaus auch noch ein Pillendreher war, gar nicht so schlecht waren. Glycerin, Hefeextrakt und der Arzneiwirkstoff mussten wie ein Kuchenteig geknetet, dann ausgerollt werden. Auf einem Brett mit 30 Vertiefungen. Die Arzneirolle wurde dann in die Rillen gelegt, mit einem Gegenstück die Kugel ausgestochen - fertig war die Medizin. Zäpfchen gießen und Salben mixen – wo früher Handarbeit gefragt war, rühren heute Maschinen – oder geht der Griff nur noch ins Regal mit den Standard-Medikamenten.

Bis jetzt 55 Jahre im
Familienbesitz –
Sohn als Nachfolger

„Spezialdosierungen“, sagt Haake, „für Kinder zum Beispiel, die machen wir noch selber“ – und demonstriert, wie Kapseln gefüllt werden.

„Berechtigung zum Erlernen der Apotheker-Kunst“ – diese Auszeichnung hatte es zu seinen Anfangszeiten gegeben. Heute gibt es in seinem Berufsstand dagegen oft die Berechtigung zum Ärgern. „Jeden Tag neue Restriktionen...“ fühlt er sich von den Krankenkassen-Vorgaben geknebelt. Ein Beispiel: Rabattverträge. „Machen Sie mal einem Kunden klar, warum er gestern das Medikament von der Firma X und ab heute nur noch das von der Firma Y bekommt... Diesen Kampf haben wir jeden Tag zigmal“.

Sieben Angestellte hat die Falken-Apotheke, rund 70 Prozent davon mit türkischen Wurzeln und Sprachkenntnissen. Das ist ein Pluspunkt bei einem Großteil der Klientel. Die will künftig, wenn Haake in den Ruhestand strebt, Sohn Philipp, 28 Jahre jung und Apothekenfachwirt, bedienen und die Apotheke weiter im Familienbesitz halten.

Anja Schröder

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