Antikriegstag nicht den Nazis überlassen
16.08.2009 | 19:30 Uhr 2009-08-16T19:30:00+0200Auch wenn das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen das Verbot des Polizeipräsidenten bestätigt hat, so ist längst nicht sicher, ob auf dem weiteren Rechtsweg das Verbot des Nazi-Aufmarsches nicht doch noch gekippt wird - der Ansicht ist der DGB.
„Wir werden unbeirrt für den fünften September mobilisieren - und dies landesweit”, erklärte Eberhard Weber, Vorsitzender des DGB Östliches Ruhrgebiet. In diesem Zusammenhang machte er darauf aufmerksam, dass der DGB schon im September des vergangenen Jahres Plätze für Kundgebungen an diesem Tag „angemeldet” habe. Zu Einzelheiten der geplanten Aktivitäten wollte er sich aktuell noch nicht äußern.
Der DGB ruft die Bevölkerung auf, sich an den verschiedenen Veranstaltungen zu beteiligen, die auch in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem drohenden Naziaufmarsch stehen. Im Einzelnen sind dies: Das „Dortmund International - Fest der Kulturen” am Sonntag, 23. Augunst von 14 bis 18 Uhr auf dem Friedensplatz und die Gedenkveranstaltung zum Antikriegstag 2009 unter dem Titel „Gegen Krieg, nie wieder Faschismus!” am Dienstag, 1. September 2009, 17 Uhr vor der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache.
Auf der Gedenkveranstaltung zum Antikriegstag wird der mit dem Aachener Friedenspreis 2002 ausgezeichnete Friedenspädagoge Bernhard Nolz sprechen. Eine zweisprachige Szenencollage „Gemeinsame Verpflichtung. Andenken an Anne Frank und Tanja Sawitschewa” wird dargestellt. Die gemeinsame Aktion „Zerbrecht die Gewehre” schließt sich an.
20:44
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14:24
Ich bin ja eher politische Mitte aber mein Kommentar wo ich nach dem ersten Kommentar von dem Nazi_Dr gefragt habe, der wohl verschwunden ist, hat sich auch aufgelöst. Kommt das von daher weil ich das wort Zensur gebraucht habe? Mich würde der Kommentar schon intressieren wenn so viele Leute dazu was schreiben.
12:12
@#8rudo...
Vergessen sie´s: JEDER, der sich gegen braune Hetze und Gewalt ausspricht, ist in deren Aufgen ein Linker (auch wenn´s - von deren politischen Verortung her betrachtet, stimmt...)!
Diese dümmliche Strategie, mit der von Schandtaten abgelenkt werden soll (Wir wollen doch nur spielen, aber die da, die da nehmen uns ständig unsere Förmchen weg!) ist zwar inzwischen durchschaut, aber es kann nicht schaden, immer mal wieder braune Pseudo-Argumente als solche zu deklarieren.
Von daher Dank für ihre Mühe!
jcm, u. a. Anti-Faschist!
08:28
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14:52
Feind?
Im eigenen Land?
Weil sich gewisse Leute weigern, sich mit unbequemen politischen Standpunkten auseinanderzusetzen?
Geistiges duellieren, setzt die Bewaffnung beider Seiten vorraus.
Bei einigen linken Vertretern habe ich meine Zweifel....
12:37
danke @#5!
anlässlich der steten Gleichsetzungen entgegengesetzter politischer Ausrichtungen ein Text als Diskussionsgrundlage. Gegebenenfalls sieht ja außer mir noch jemand in der Gleichsetzung einen Versuch der Verharmlosung neofaschistischer Ideologie....
Wenn man mittels der Gleichung links = rechts, rechts = links beweisen kann, daß rechte und linke Positionen gegen die pluralistische Demokratie und für eine totalitäre Diktatur sind, hat man die Handhabe, jede Kritik am Bestehenden unter Totalitarismus-Verdacht zu stellen: Totalitäre sind dann jeweils die, die das Bestehende in Frage stellen. Das aber sind - die eigentliche Zielrichtung des Totalitarismus-Verrufs zeichnet sich ab - in Deutschland traditionell immer die Linken gewesen. Diese Konsequenz ist jedenfalls einem Denken, das auf die Identifikation von rechts und links ausgeht, immanent.
Wenn rechts und links in ihrer äußersten Konsequenz auf Diktatur hinauslaufen, dann entlastet man sich von einer differenzierten Auseinandersetzung mit beiden, vor allem aber braucht man die Herausforderung der Linken nicht anzunehmen und die eigene Position unverändert als gemäßigt-fortschrittlich nur zu deklarieren, nicht aber auch inhaltlich auszuweisen. Im äußersten Falle mag sogar die Gleichsetzung von rechts und links der verschleiernden Rechtfertigung des eigenen Angebotes von autoritär-oligarchischer Herrschaft dienen.
Wer den Totalitarismus-Verdacht als Bremse gegen die Weiterführung des Demokratisierungsprozesses benutzen will, wer deshalb z. B. das beim Worte genommene und aktualisierte klassische Gleichheitspostulat der Demokratie als totalitären Anspruch auf Gleichmacherei abweist, kann sich der Anstrengung entziehen, darüber nachzudenken, daß Demokratie keine Ansammlung unabänderlicher Prinzipien ist, sondern eine je wieder mit neuen Inhalten zu erfüllende historische Kategorie.
Wer Demokratie mit Hilfe der falschen Gleichung links = rechts, rechts = links, festgekrallt am Status quo, derart begrenzt, wird bestenfalls bereit sein, das als veränderungsbedürftig zuzugestehen, was im Rahmen zweckmäßiger Argumentation zugestanden werden muß; er wird jedoch Fragen als irrelevant zurückweisen, die über das, was ist, Zukunft vorwegnehmend, hinausweisen, Fragen z. B. wie: Wo werden die Bedingungen geschaffen, in denen der Mensch in immer größerem Maße ein freies, schöpferisches, gesellschaftliches, rationales Wesen wird? - Wo gibt es die Vermittlung von Anleitungen für eine Humanisierung des Lebens, die Bereitstellung von Hilfsmitteln für die Selbstverwirklichung in einer verwalteten Umwelt? Wo wird daran gedacht, daß die Möglichkeiten der Beteiligung der Produzierenden an den Ergebnissen der Produktion (Gewinnbeteiligung) sowie an der Gestaltung der Zielsetzungen und der Produktionsbedin2unEen noch lange nicht ausgeschöpft sind, daß sie vielmehr gerade bei fortschreitender Technologie in wachsendem Maße wahrgenommen werden müssen, um nicht den Menschen den technischen Verhältnissen zu opfern.
Solche Fragen werden von den Konservativen des Status quo meist allzu rasch als falsches Heil verheißende Utopien verworfen; die Kritik beißt sich dabel oft an Zerrformen linken Denkens fest; die links-immanente Kritik wird nicht registriert; als totalitär wird deklariert, was aus anderer Perspektive als notwendige, besser: selbstverständliche Kommunikations- und Kooperationsformen der fortgeschrittenen Industriegesellschaft zu betrachten wäre. Es läßt sich freilich rasch als Unfug deklarieren, als Demokratismus abqualifizieren, wenn in der Familie, in der Schule, an der Universität, im Betrieb usw. emanzipatorisch sich auswirkende Mitbestimmung der prinzipiell Gleichen und damit Freien gefordert wird. Wie denn, so wird gefragt, da doch jeder Sozialtatbestand eingebunden (ist) in die unabänderliche Folge des Lebens: Geburt, Kindheit, Jugend, Reife, Alter, Tod; da doch alle Sozialtatbestände und ihre Institutionen: Schule, Universitäten, die Arbeitswelt und schließlich, im Grunde natürlich zuerst zu nennen, die Familie ... Initiationsgebilde, die in sich Ungleiche und, so jedenfalls die Familie, auch Unfreie vereinigen, sind, kurz: es lassen sich nicht alle Bereiche enthierarchisieren.
und: Dr._Fuck: Danke, dass sie jeden Demokraten hier deutlich daran erinnern, wo der Feind steht: rechts(hinten)!!!!
14:04
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09:50
Das ist eben der zentrale Punkt: Ein modernener Linker, egal wie links er ist, muss Demokrat sein, ein Nazi, egal wie modern, kann nicht Demokrat sein.
01:51
Gleiche Problemanalyse bei Nazis und Linken?
Ich bin Links und glaube nicht, dass aus Israel die Bedrohnung des Weltfriedens kommt.
Ich kann auch keine schleichende Einführung des Islams feststellen.
Versuchen Sie mir nicht aufzuschwatzen, die nationalistische Rechte sei doch gar net so schlimm und links und rechts seien doch gar nicht so unterschiedlich.
Wir reden hier nicht über den Unterschied zwischen Sozis und Konservativen.
Wir reden hier über den Unterschied zwischen Nazis und Demokraten.
Aber eine weitere Diskussion mit Ihnen erübrigt sich. Denn ich bleibe dabei: Wir haben es bei Ihnen mit subtiler Nazi-Propaganda zu tun und was Sie hier unternehmen ist der unterschwellige Versuch einer Relativierung von Nationalsozialisten.
01:12
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