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Antifa demonstriert in Dortmund gegen Antisemitismus

16.01.2015 | 16:02 Uhr
Antifa demonstriert in Dortmund gegen Antisemitismus
Die Antifa demonstriert in Dortmund gegen Antisemitismus.Foto: Peter Bandermann

Dortmund.  Antifaschistische Gruppen demonstrierten am Freitagabend in Dortmund "gegen jeden Antisemitismus". In dem Ort wohnt der harte Kern der Neonazi-Szene.

Es war eine Demo in einem brisanten Umfeld: Rund 300 Nazi-Gegner sind am Freitagabend nach Dorstfeld gezogen, um "gegen jeden Antisemitismus" zu protestieren. In Unterdorstfeld wohnt der harte Kern der Dortmunder Naziszene. Rechtsradikale empfingen die Demonstranten mit Pyrotechnik. Mittlerweile ist die Demo beendet.

Aktualisierung 20.10 Uhr:

Die Abreise der Nazi-Gegner läuft. Die Polizei attestiert ihnen ein tadelloses Verhalten. Aggressionen kamen ausschließlich von den Rechtsradikalen: Aus dem Schulte-Witten-Park flog ein Böller in Richtung der Demonstranten. Nach ersten Erkenntnissen wurde niemand verletzt. Die Polizei schickte die Reiterstaffel in den Park und drängte die Nazis ab.

Aktualisierung 20.02 Uhr:

Die Demo gegen Antisemitismus ist beendet. Es gab bis auf ein kleines Handgemenge keine Zwischenfälle. Nun werden die Nazi-Gegner von der Polizei zur Stadtbahn-Station "Wittener Straße" gebracht, von der sie abreisen werden.

Aktualisierung 19.37 Uhr:

Die Nazi-Gegner haben jetzt den Wilhelmplatz erreicht. Sie stehen am Eingang des Platzes auf dem Dorstfelder Hellweg. Der Stadtbahnverkehr in Richtung Innenstadt ist momentan unterbrochen. Auf der anderen Seite des Platzes an der Stadtbahn-Haltestelle "Wittener Straße" gibt es eine Neonazi-Mahnwache mit rund 65 Teilnehmern.

Die Nazi-Gegner sind mit Pyrotechnik von den Rechtsradikalen in Unterdorstfeld empfangen worden. Die Polizei hat bei der Ankunft im Stadtteil Helme aufgesetzt. 

Die Nazi-Gegner verhalten sich absolut friedlich.

Aktualisierung 19.09 Uhr:

Der Demo-Zug ist mittlerweile auf der Rheinischen Straße, etwa in Höhe der Stadtbahn-Station Heinrichstraße. Die Polizei schätzt die Zahl der Teilnehmer auf etwa 300. Es kommt zu Verkehrsbehinderungen.

Es gibt eine interessante Auflage rund um die Kundgebung: Die Polizei hat erstmals verboten, dass sich Antifa-Aktivisten und Neonazis gegenseitig filmen und fotografieren. Bei vergangenen Demos war es im Zuge dessen immer wieder zu Provokationen gekommen.

Aktualisierung 18.37 Uhr:

Jetzt beginnt die Demonstration der Antifa-Gruppen gegen Antisemitismus. Start ist an der Katharinenstraße, wo mindestens 200 Teilnehmer erschienen sind. Die Strecke führt über die Rheinische Straße nach Unterdorstfeld. Dort gibt es weitere Reden und eine Schweigeminute für die Opfer der Terroranschläge in Paris. Die Polizei ist mit einem ungewöhnlich starken Großaufgebot an Einsatzkräften präsent.

Infos zur Demo:

Treffpunkt für die Demonstration ist um 18 Uhr in der Katharinenstraße in der Innenstadt. Danach wollen die Antifaschisten über die Rheinische Straße nach Dorstfeld ziehen. Rechtsextremisten wollen die Demonstration „nicht einfach hinnehmen“. Die Polizei bereitet einen Großeinsatz vor und wird die Demonstranten strikt voneinander trennen wollen.

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Den Veranstaltungsort Dorstfeld begründen die Nazi-Gegner unter anderem damit, dass in der Silvesternacht ein Gedenkkranz am jüdischen Mahnmal an der Ecke Dorstfelder Hellweg / Ecke Arminiusstraße in Brand gesteckt wurde. In umliegenden Straßen wohnt der harte Kern der Dortmunder Neonazi-Szene. Mit der Protestaktion zeigen die antifaschistischen Gruppen, dass ihr Widerstand auch bis in diesen Stadtteil reicht.

Spontandemo am 3. Januar wurde untersagt

Bereits nach einer Neonazi-Demo in der Nordstadt am 3. Januar hatten Nazi-Gegner eine Spontan-Demo vor dem Denkmal angemeldet. Damals wurde die Anmeldung jedoch nicht von der Polizei bewilligt. Die gesetzliche Anmeldefrist von 48 Stunden sei nicht eingehalten worden, begründete die Polizei diesen Schritt.

Nun dürfen die Antifaschisten in Dorstfeld demonstrieren, und zwar auf dem Wilhelmplatz. Die Polizei rechnet mit Gegenaktionen der Neonazis. So berichtet sie von einer „Mahnwache“ der Neonazis in unmittelbarer Nähe.

Beeinträchtigungen für den Verkehr

Durch den Demo-Zug nach Dorstfeld und die Kundgebung auf dem Wilhelmplatz wird auch zeitweise der Straßenverkehr und auch die Bahnen von DSW21 beeinträchtigt sein. Betroffen ist die U 44 in Richtung Dorstfeld und Marten und zurück. Wer in Dorstfeld in den Bus in Richtung Oespel umsteigen will, muss ebenfalls mit Zeitverlust rechnen.

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2015-01-16 16:02
Dortmund