Das aktuelle Wetter Dortmund 12°C
Rechtsextremismus

Antifa-Demo nach Überfall von Nazis auf „Hirsch Q“

17.12.2010 | 11:13 Uhr
Antifa-Demo nach Überfall von Nazis auf „Hirsch Q“

Dortmund.Das Dortmunder Antifa Bündnis plant eine Demonstration am Samstag. Diese richtet sich gegen den Angriff von Neonazis auf die „Hirsch Q“ und erklärt sich solidarisch mit den Opfern des Angriffs und dem Betreiber und Personal der „Hirsch Q“. Die linke Szenekneipe bleibt nach der erneuten Attacke am letzten Samstag vorläufig geschlossen.

Die Kundgebung soll am 18. Dezember um 16 Uhr an der Katharinenstraße/Ecke Kampstraße stattfinden. Anlass ist der erneute brutale Überfall von Neonazis auf die alternative Kneipe „Hirsch Q“ in der Nacht von vergangenem Samstag auf Sonntag, bei dem mehrere Gäste verletzt worden waren. Von der Polizei konnten elf Personen im Alter zwischen 18 und 38 Jahren des rechten Spektrums vorübergehend festgenommen werden, darunter auch Sven K., der fünf Jahre hinter Gittern verbracht hat, nachdem er einen Punker in Dortmund erstochen hatte.

Es dürfe nicht sein, dass in Dortmund wieder Menschen durch anhaltenden Naziterror vertrieben werden, argumentiert Antifa. Nachdem im letzten Jahr eine Familie aus dem Stadtteil Dorstfeld wegziehen musste, gehe es diesmal um die „Hirsch Q“ im Brückstraßenviertel.

„Skinhead Front Dortmund-Dorstfeld“

Bei dem Überfall gegen 0.40 Uhr hatten zehn bis fünfzehn Personen der neonazistischen Kameradschaft „Skinhead Front Dortmund-Dorstfeld“ bzw. aus deren Umfeld das Lokal und die Besucher attackiert. Dabei wurde unter anderem die Fensterfront sowie die Eingangstür massiv beschädigt. Im Laufe der Auseinandersetzung wurden mehrere Personen auf beiden Seiten verletzt. Ein Gast erlitt eine Stichverletzung, die im Krankenhaus behandelt werden musste. Einem der Antifa vorliegenden Augenzeugenbericht zufolge, soll einer der Neonazis „blindwütig“ auf eine Person eingestochen haben. Darüber hinaus hätten die Neonazis Metallstühle, Barhocker, Flaschen und weitere Gegenstände als Hiebwaffen gegen ihre Opfer eingesetzt.

Die alternative Szenekneipe „Hirsch Q“ in Dortmund sei seit 2006 nun zum sechsten Mal von einer großen Gruppe organisierter Neonazis massiv angegriffen worden. Darüber hinaus habe es seit 2006 viele kleinere Übergriffe von lokalen und regionalen Neonazis gegen das Lokal und seine Gäste gegeben. Konsequenz: das Lokal bleibt vorläufig geschlossen.

Juristische Forderung

Die Antifa beklagt, dass etwa ein Gerichtsverfahren gegen die Angreifer des letzten Überfalls auf die „Hirsch Q“ Ende August dieses Jahres eingestellt wurde. Hannah Piehl vom Bündnis: „Es stellt sich die Frage, ob in Dortmund eine Art Straflosigkeit für Neonazis gilt. Wir fordern die Politiker Stadt Dortmund auf, sehr genau zu prüfen, wie es dazu kommt, dass dieses Verfahren eingestellt wurde und welche motivierenden Auswirkungen solcherlei Vorgehen auf die lokale Neonaziszene hat.“

Die Antifa wolle die Demonstration auch dazu nutzen, die angrenzenden Kneipen und Geschäfte in der Brückstraße dazu aufzufordern, ein deutliches Zeichen der Solidarität mit der „Hirsch Q“ zu setzen, so Piehl weiter. „Wir schließen uns deshalb der Mahnung an, die an der seit Sonntag geschlossenen Kneipe zu lesen ist: ‘Muss erst wieder ein Mensch sterben?’“ Eine Anspielung auf Sven K.

DerWesten

Facebook
 
UMFRAGE

Sollen Stehplätze in Fußballstadien abgeschafft werden?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Layla Zoe in Dortmund
Bildgalerie
Piano
Hitze am Phoenix-See
Bildgalerie
Wetter
Achtung, Dortmund — hier droht Bußgeld!
Bildgalerie
Bußgeld-Katalog
Aus dem Ressort
Wohnraum für Arme: Knapp und schlecht saniert
Soziales
Auf dem Wohnungsmarkt haben Menschen mit wenig Geld das Nachsehen. Zum einen gibt es immer weniger Sozialwohnungen. Zum anderen lassen privater Finanzinvestoren günstige Wohnungen verkommen.
Aus Amerika direkt nach Hörde
Germany's next Topmodel
Model Diana hätte Germanys next Topmodel werden können, Model-Mama Heidi Klum rechnete ihr große Chancen fürs Finale aus. Diana aber entschied sich gegen die Show und schied aus familiären Gründen freiwillig aus. Mit ihrer Familie ist die 17-Jährige nach ihrem Ausstieg von Hagen nach Hörde gezogen.
Foto