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Ankündigung im Mordprozess

14.12.2012 | 17:53 Uhr
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Ankündigung im Mordprozess
Der wegen Mordes angeklagte Dr. Martin B. zum Prozessauftakt im Juli 2012.Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.   Laut Anklage hat er die Musikkritikerin Dr. Sonja Müller-Eisold aus Habgier in ihrem Haus ermordet. Bisher hat der Unternehmensberater, der sein mutmaßliches Opfer kannte, nur scheibchenweise ausgesagt. Am nächsten Prozesstag, dem 7. Januar, will er dies „im vollen Umfang tun“, so seine Ankündigung.

Was geschah am Abend des 25. Oktober 2011 im Bungalow der gewaltsam getöteten Musikkritikerin Dr. Sonja Müller Eisold? „Wir haben da noch einiges im Kopf“, sagt der wegen Mordes angeklagte Unternehmensberater Dr. Martin B. mit vielsagender Miene und sieht kurz seinen Verteidiger Michael Bonn an. Am nächsten Prozesstag werde er „eine vollständige Einlassung“ abgeben.

Dann, am 7. Januar, hat auch der Schöffe seine Weltreise beendet und muss kein zweites Mal eingeflogen werden. Was die Ankündigung des wegen Mordes angeklagten Unternehmensberaters und früheren zweiten Vorsitzenden der Kulturbühne betrifft, so darf man weiter gespannt sein. Bisher hat er nur scheibchenweise Erklärungen geliefert – um dann plötzlich abzubrechen.

Seine Aussagen kommen scheibchenweise

So hatte er beim Prozess am 31. Oktober erzählt, die 80-Jährige tot aufgefunden zu haben. Wie „Blitzlichter“ seien ihm dann die Gedanken durch den Kopf geschossen, wie man die Seniorin reanimieren könne. Alle hörten erwartungsvoll zu – dann kam der Satz: „Für heute möchte ich gerne an dieser Stelle nicht weitermachen.“ Nun will er sich also am 7. Januar äußern, denn „ein ausführliches Gespräch“ mit seinem Verteidiger habe er bisher ja noch gar nicht geführt.

Polizei ging beim Einsatz erst von einer „hilflosen Person“ aus

Der Vorsitzender Richter Wolfgang Meyer hatte zuvor angemerkt: Jeder habe das Recht zu schweigen, dies werde auch von jedem Gericht akzeptiert. „Wenn sich aber jemand äußert und zu bestimmten Punkten nichts sagt, dann sind wir dazu aufgerufen, daraus unsere Schlüsse zu ziehen.“ Reaktion des Angeklagten: eifriges Nicken.

Zu den Zeugen gehörte gestern auch ein Polizist, der dabei war, als die Tür des Bungalows aufgebrochen wurde. „Der Einsatz lautete erst: hilflose Person hinter verschlossener Tür“. Die Tochter von Dr. Sonja Müller-Eisold hatte besorgt die Polizei alarmiert, weil ihre Mutter nicht, wie verabredet, in Mülheim eintraf.

Kathrin Melliwa

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