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Angst um seine Familie: Goliat-Betreiber will aufgeben

26.07.2007 | 02:55 Uhr

Der Bekleidungsladen "Goliat" ist zu. "Meine Familie hat eine Morddrohung erhalten" begründet Torsten Kellerhoff den Schritt. In seinem Laden bietet er die Marke "Thor Steinar" an - beliebt vor allem in Neonazi- und Hooligan-Kreisen.

Kellerhoff hatte den Laden an der Hohen Straße erst vor wenigen Wochen eröffnet, nachdem er Bochum nach heftigen Protesten den Rücken kehren musste. In der Nacht zu Montag waren ihm bereits die Schaufensterscheiben eingeworfen worden (wir berichteten). Am Mittwochabend soll dann in Wetter seine Lebensgefährtin - sie ist Mutter von zwei Kindern - mit den Worten "Wir werden uns um deine Nazibrut kümmern" bedroht worden sein. Der Staatsschutz ermittelt.

Einhellige Reaktion aus allen politischen Lagern: Sachbeschädigung und Gewalt bis hin zu Morddrohungen seien abzulehnen. "Das ist in kein-ster Weise zu unterstützen", so der stellvertretende Bezirksvorsteher Manfred Krüger-Sandkamp. Die Ankündigung allerdings, den Laden schließen zu wollen, begrüßte er. "Der Mann hat es sich einfach gemacht, wenn er erwartet hat, hier Erfolg zu haben. Wir haben Erfahrung damit, Naziläden wegzukriegen."

Kellerhoff wies gestern abermals von sich, politisch aktiv oder gewalttätiger Hooligan zu sein. "Ich verkaufe nur Klamotten, keine Ideologien", so der Betreiber des Ladens. "Ich will doch nur über die Runden zu kommen. Ich bin jetzt Steuerzahler und weg von Hartz IV."

"Es mag gut sein, dass Herr Kellerhoff kein Neonazi ist. Ich kenne ihn ja nicht", kommentierte Bürgermeisterin Birgit Jörder die Vorkommnisse. Aber er wolle von Neonazis leben. Er könne ja gerne andere Marken anbieten, dann erspare er sich den politischen Druck, so Jörder.

Michael Laskowiak, Pressesprecher des "Antifaschistischen Bündnis 28.03.", distanzierte sich von einer möglichen Morddrohung: "Ich glaube aber nicht, dass es diese überhaupt gegeben hat. Er will die Opferrolle." Dieser Eindruck drängt sich auch Ursula Richter vom Bündnis gegen Rechts auf. Er versuche, sich so aus der Affäre zu ziehen und Sympathien für die rechte Szene zu bekommen.

"Wir warten erst mal ab, ob er seine Ankündigung wahr macht und wirklich geht", ergänzt Laskowiak. Damit sei die Geschichte aber nicht zu Ende: Es gehe darum, die Marke "Thor Steinar" aus der Stadt und dem Stadion zu kriegen."

Von Alexander Völkel

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