Angriff auf Fanbetreuer: BVB-Anhänger verurteilt

Im Februar 2013 sind sie beim Champions-League-Spiel in Donezk auf zwei Fanbetreuer von Borussia Dortmund losgegangen - jetzt hat das Amtsgericht Castrop-Rauxel zwei BVB-Anhänger zu acht beziehungsweise neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Dortmund/castrop-rauxel.. Das bestätigte das Amtsgericht Castrop-Rauxel unserer Redaktion am Donnerstagvormittag auf Nachfrage. Beide Beschuldigte wurden wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Um einen Monat verlängert wurde eine der Strafen wegen zusätzlicher Körperverletzung mit Beleidigung. Die beiden Castrop-Rauxeler können aber noch Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen. Ob sie das tun, ist nicht bekannt.

Der Angriff hatte im Februar 2013 hohe Wellen geschlagen: Vor dem Stadion in Donezk riefen die beiden Verurteilten mit einem weiteren Zuschauer rechte Parolen ("Dortmund bleibt rechts"). Als der Fanbeauftragte Jens Volke auf die Männer zuging, schlug ihm einer von ihnen unvermittelt ins Gesicht. "Sie haben mich sofort angegriffen", erinnert er sich. Zunächst wurde die Gruppe von ukrainischen Ordnern getrennt, im Stadion verfolgten die beiden Verurteilten dann Thilo Danielsmeyer, Mitarbeiter des Fanprojektes, während des Spiels auf die Toilette. Danielsmeyer wurde dort von hinten angegriffen und geschlagen, außerdem wurde versucht, seinen Kopf gegen die Wand zu schlagen. Erst als ein unbeteiligter BVB-Fan Hilferufe hörte und zur Hilfe eilte, ließen die Männer von Danielsmeyer ab.

"Die rechten Parolen waren kein Gegenstand der Strafverhandlung", sagt Ulrich Stein vom Amtsgericht. Beide Verurteilten seien vor dem Angriff in Donezk nicht polizeibekannt gewesen.