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Angeklagter (25) weist Vorwurf der Zwangsprostitution zurück

15.01.2013 | 17:31 Uhr
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Angeklagter (25) weist Vorwurf der Zwangsprostitution zurück
Foto: Günter Blaszczyk Amtsgericht,Foto: Günter Blaszczyk

Lünen-Brambauer.  Hat sich die 22-Jährige aus Geldmangel freiwillig an den Dortmunder Straßenstrich gestellt — oder zwang ihr Freund sie zu Prostitution? Der 25-jährige Angeklagte jedenfalls wies am Dienstag bei der Verhandlung jeden Vorwurf der Zwangsprostitution von sich.

Zuerst war es scheinbar Liebe zwischen der jungen Frau (22) und dem Bulgaren (25), der in der Heimat sein Sportstudium abgebrochen und zuletzt in Brambauer gewohnt hat. Dann zog er nach Dortmund, zwang sie laut Anklage zur Prostitution an einer an der Tankstelle an der Ravensberger Straße, also dem ehemaligen Straßenstrich, drohte Schläge für den Fall an, dass sie das nicht wollte und hatte auch sonst eine lockere Hand, wenn sie seinen Forderungen nicht folgte.

In dem Verfahren wegen Zuhälterei, das wegen des letzten Wohnsitzes des Angeklagten, der erst von einer Woche aus Bulgarien zurückgekommen ist, in Lünen geführt wird, war Dienstag zu spüren, wie die junge Frau in einem Geflecht von Angst, Scham und Hilflosigkeit einige Monate gebraucht hat, um sich vom Straßenstrich und aus der Gewalt ihres Zuhälters zu befreien, der sie mit Anrufen und Vorbeifahrten überwachte.

Sie musste jeden Tag das Geld abliefern, gute Tage brachten 300 Euro (einmal sogar 500 Euro), schlechte Tage 100 bis 200 Euro. Der Angeklagte widersprach ihren Aussagen. Er sei der „Junge ihrer Träume“ gewesen, sie seien in Geldnot gewesen und er habe sie niemals zum Straßenstrich gezwungen. Sie habe das immer freiwillig gemacht und er habe sie mit anderen Frauen zur Ravensberger Straße gebracht.

Das sah sie ganz anders: „Nach zwei bis drei Monaten kippte alles, die Liebe war gespielt, erst drohte er mir, dann schlug er mich, ich sah keinen Ausweg mehr.“

Die Zeugenaussagen der Angehörigen der jungen Frau zeigten die Zerrissenheit der Familie. Die deutsche Mutter der damaligen Prostituierten wusste Bescheid, ihr Vater durfte es nicht wissen, erfuhr es trotzdem. Ihr Bruder, der sie aus der Szene holte, ahnte etwas und fuhr zur Bornstraße. Unter Tränen sagte er gestern im Gerichtssaal aus, in welchem Zustand er seine Schwester auf dem Straßenstrich angetroffen habe. Nachdem die Familie Bescheid wusste, gab es die Anzeige. (Fortsetzung am 24. Januar).

Gerd Kestermann

Kommentare
16.01.2013
14:34
Zwangsprostitution ....
von Schlaubaer | #3

..... Nein - wo gibt es denn so was? Das ist doch gesetzlich verboten und es gibt auch einen klaren Ratsbeschluss des Rates der Stadt Dortmund dagegen! Das muss aber nun auch reichen!

16.01.2013
09:11
Angeklagter (25) weist Vorwurf der Zwangsprostitution zurück
von SoftPlaner | #2

Die Zustände auf dem Strassenstrich wurden von der Beratungsstelle KOBER vor Ort schön geredet. Die wollten nämlich ihre Jobs nicht ordentlich machen, aber auch nicht verlieren. Sie haben die Grünen instrumentalisiert, eine gefakte und pressewirksame Demonstration mit falschen Prostituoierten organisiert und einen Kampf gegen alle geführt, die ehrlich über das würdelose Dasein und die elenden Zustände in der Ravensbergerstrasse berichtet haben. In erster Linie gegen Frau Dr. Hetmeier von der SPD und gegen die örtliche CDU.

15.01.2013
20:18
Angeklagter (25) weist Vorwurf der Zwangsprostitution zurück
von xxyz | #1

Und wieder ein Verhandlung bzgl. der Zustände am ehemaligen Strassenstrich.
Es zeigt sich immer mehr, dass er nie hätte aufgebaut werden dürfen.

Offen ist, warum so viele Organisationen für den Strich und die angeblich so guten Zustände gekämpft hatten.

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