Angebliche Microsoft-Mitarbeiter hacken Computer

Angebliche Microsoft-Mitarbeiter hacken fremde Computer.
Angebliche Microsoft-Mitarbeiter hacken fremde Computer.
Foto: Britta Pedersen
Was wir bereits wissen
Was nach vorbildlichem Computer-Service klingt, ist in Wahrheit dreister Betrug: Angebliche Microsoft-Mitarbeiter verschaffen sich Zugriff auf PCs.

Dortmund.. Es hört sich wie vorbildlicher Computer-Service an, ist aber in Wahrheit eiskalter Betrug: Angebliche Mitarbeiter des Software-Riesen Microsoft rufen in den letzten Wochen verstärkt bei Dortmundern an, um vermeintliche Viren auf den Rechnern der Kunden zu entfernen. Doch wer sich darauf einlässt, tappt in eine kostspielige Falle.

Vier Mal haben die angeblichen Mitarbeiter der englischen Zentrale von Microsoft bei Elke Diederichs in Sölde angerufen, um ihr auf Englisch zu erklären, dass sie einen Virus auf ihrem Computer habe. Man werde ihr aber helfen, den Virus zu beseitigen, wenn sie den Fernwartungszugang auf ihren Rechner ermögliche. Eine nicht ganz neue Betrugsmasche, die aber seit den letzten drei Wochen verstärkt Dortmunder trifft, bestätigt Polizeisprecherin Nina Vogt.

Der Ton sei zuweilen recht aggressiv gewesen, berichtet Elke Diederichs: "Immer wieder wollten sie mir beweisen, dass mein Rechner befallen sei. Die Telefonnummer war unterdrückt.""Die gehen wirklich sehr schlau vor", sagt Polizeisprecherin Vogt. Manchmal sprechen die Betrüger Englisch, mal mit englischem Akzent, mal telefonieren sie mit unterdrückter, mal mit englischer Nummer.

Betrüger können Computer sperren

Leuten, die ihnen den Zugriff über das Herunterladen eines Fernwartungsprogramms ermöglicht haben, spielen die Cyber-Kriminellen eine Fehlermeldung vor oder installieren gar einen Virus oder Trojaner - und verlangen dann für ihre "Hilfe" auch noch Geld, das per Kreditkarte überwiesen werden soll. So wollen die Betrüger auch an die Bankdaten der Opfer kommen. Nina Vogt: "Wenn dann jemand sagt, das zahle ich nicht, kommt es vor, dass die Betrüger ihm den Computer sperren."

Elke Diederichs hat bei diesen Anrufen immer aufgelegt - und damit das getan, was auch die Polizei rät. "Gar nicht erst auf ein Gespräch einlassen. Microsoft würde niemals bei jemandem anrufen, der einen Virus auf dem Computer hat, um ihn zu reparieren", sagt die Polizeisprecherin. Das versichert auch Microsoft auf seiner Homepage.

"Eine Ferkelei"

Bei einem Betrugsverdacht solle man die Polizei anrufen und sich rückversichern, rät Nina Vogt. Die Polizei verweise in solchen Fällen zusätzlich auf die Internetseite www.botfrei.de. "Dort gibt es auch Informationen zu verschiedenen Betrugsmaschen." Elke Diederichs hat für solche Machenschaften im Netz nur zwei Worte: "Eine Ferkelei."