Ampel abgeschaltet - Eltern sehen Rot
01.04.2009 | 17:54 Uhr 2009-04-01T17:54:00+0200Es sind die vermeintlich kleinen Dinge des Lebens, die für große Aufregung sorgen: Seit einigen Tagen ist die Fußgängerampel am Neuen Graben, Ecke Lindemannstraße abgeschaltet. Seit Tagen machen sich viele Eltern Sorgen um den sicheren Schulweg ihrer Kinder.
Zum Hintergrund: Nach einer länger zurückliegenden Verkehrsbeobachtung sei festgelegt worden, die betroffene Fußgängerampel - und noch weitere im Bezirk - wegen zu geringer Nutzung vom Netz zu nehmen. Was Politiker und Tiefbauer vielleicht nicht so ganz auf dem Plan hatten, waren die Neubausiedlungen im Tremoniapark, die junge Familien mit Kindern in den Althoffblock zogen und der Ausbau des Stahlwerks Rothe Erde, der das Verkehrsaufkommen deutlich erhöht haben dürfte, mutmaßt Katja Brause.
Schulweg ist
kein Kinderspiel
Sie ist die Mutter der sechsjährigen Sina, die sich jeden Morgen mit ihren Freundinnen auf den Weg zur Peter-Vischer-Schule macht. Allesamt Erstklässlerinnen, die den Schulweg möglichst allein zurücklegen sollen. Nach der Abschaltung der Ampelanlage alles andere als ein Kinderspiel.
Im Gegenteil: Der Weg sei viel gefährlicher geworden, sagt Katja Brause. Deshalb hat sie sich mit anderen Eltern zusammengetan und eine Protest-Initiative ins Leben gerufen. Die Eltern wollen den Schulweg wieder sicherer machen - stecken aber in der Sackgasse. Beim Tiefbauamt denke man weder daran, die Ampelanlage wieder in Betrieb zu nehmen noch einen Zebrastreifen anzulegen. Das sei aber dringend geboten, sagt die Mutter, die nicht nur an ihr Kind denkt. Katja Brause hat nachgezählt: Ihre Tochter sei ein Kind von rund 40, die morgens diesen Schulweg nehmen, alle Schüler der Peter-Vischer-Grundschule. Und neben der liege ja noch die Liebig-Grundschule. „Und was ist mit den älteren Bewohnern des Althoffblocks, die zum Einkaufen über die Straße müssen?” fragt Katja Brause.
Stadtpressesprecher Udo Bullerdieck weiß um die Veränderung vor Ort. In Abstimmung mit der Bezirksvertretung Innenstadt-West sei die Ampel abgeschaltet und „rechts vor links” eingeführt worden. Ziel sei es, so viele Ampelanlagen wie möglich abzuschalten, sofern dadurch keine Gefahren entstünden. Die Ampel am Neuen Graben habe sich in der Vergangenheit als ineffektiv erwiesen, „weil die Leute - egal ob bei Rot oder Grün - einfach über die Straße gelaufen sind”, so Bullerdieck. Auch das Anlegen eines Zebrastreifens sei geprüft und verworfen worden: Für Grundschüler sei ein Zebrastreifen zu gefährlich: Die dächten dann, sie könnten einfach über die Straße gehen und könnten die Gefahr nicht einschätzen, so Bullerdieck.
11:29
Die Ampelanlage an der Kreuzung Neuer Graben/Lindemannstraße ist und bleibt in Betrieb. Außer Betrieb genommen wurde die Ampelanlage an der Kreuzung Neuer Graben/Große Heimstraße. Da diese Kreuzung innerhalb einer Tempo 30 Zone liegt hätte hier eigentlich nach den Buchstaben der StVO so oder so keine Ampelregelung an der Kreuzung angeordnet werden, von daher ist die Abschaltung nur konsequent. Was die Schulwegsicherheit angeht: Spricht eigentlich irgendetwas gegen erforderlichenfalls eingesetzte Schülerlotsen? Das wäre doch sicherlich eine günstige Lösung ohne das ausserhalb der Schulwegzeiten ständig eine Ampel durchlaufen müsste.
10:18
Das ist doch mal wieder typisch Stadt Dortmund! Nur um wenige Eurocents an Energiekosten einzusparen, werden Ampelanlagen abgeschaltet! Bei dieser stark von Schulkindern und Senioren/Seniorinnen frequentierten Kreuzung ist eine in Betrieb befindliche Ampel zu teuer und ein Zebrastreifen (wegen der falschen Situationseinschätzung seitens der Grundschüler) zu gefährlich! Haben die Stadft-Verantwortlichen selber keine Kinder oder sind sie selbst etwa bereits als Erwachsene auf die Welt gekommen?? Muss erst wieder ein Fußgänger schwer verletzt werden, bis diese Ampel wieder ans Netz genommen wird??
P.S.: Das Foto zeigt den Kreuzungsbereich Neuer Graben / Große Heimstr. und nicht (wie im Artikel bemerkt) Neuer Graben / Lindemannstr.! Die an dieser Kreuzung in Betrieb befindliche Ampel vom Netz zu nehmen, ist den extrem offenbar für die selbst provozierte Gefahrensituation extrem unsensiblen Stadt-Verantwortlichen auch noch zuzutrauen!