Am Klinikum Dortmund beginnt die Zukunft
10.02.2012 | 22:00 Uhr 2012-02-10T22:00:00+0100
Dortmund.Alles wird anders. Alles wird besser mit der Inbetriebnahme des neuen Zentral-OPs am Klinikum . Am 10. April ist es soweit. Gefeiert wird der Neubau bereits am 19. März. Handwerker legen bis dahin letzte Hand an das 94-Millionen-Euro-Objekt.
„Durch den ZOPF-Neubau werden wir die Versorgungsqualität der Patienten vom Empfang über die Behandlung bis zur Entlassung verbessern.“ Das sagt der ärztliche Geschäftsführer am Klinikum, Prof. Dr. Michael Schwarz.
Im Interview berichtet der ärztliche Krankenhaus-Chef: „Das Klinikum Dortmund bekommt zehntausende Notaufnahmen herein.“ Schwarz weiter: „Wir freuen uns auf die Patienten, darunter auch zahlreiche Notfälle aus dem angrenzenden Umland.“ Im Resultat werde es eine „hohe Patientensicherheit“ geben.
Mehr Platz für Rettungsfahrzeuge
150 Meter Länge, 50 Meter Breite, 30 Meter Höhe. Das Gebäude ist imposant. 20.000 Kubikmeter Beton wurden verbaut, 360 km Kabel.
Wesentliche Neuerung: Rettungsfahrzeuge rollen künftig über die Hohe Straße an und fahren direkt in die Zentrale Notfallaufnahme im Untergeschoss. Hier sieht es aktuell noch immer stark nach Baustelle aus. Künftig werden bequem sechs Fahrzeuge Platz finden, drei Mal so viele wie aktuell. Bei einem Massenereignis können aber auch zwölf Rettungswagen im neuen ZOPF halten.
Kurze Wege
„Der gesamte Neubau ist nach dem Prinzip der kurzen Wege angelegt“, erläutert der Projektleiter Michael Körber. Das bedeutet: Über eine kurze Schleuse ist der eingelieferte Patient bereits im Schockraum. Hier nehmen ihn Ärzte in Empfang und übernehmen zur Not erste Reha-Maßnahmen. Ob ein Verletzter oder ein internistischer Notfall – hier ist der Spezialist für die schnelle Behandlung nicht weit entfernt.
Nur eine Tür weiter stehen Ultraschall, Computertomograph und Röntgengeräte zur weiteren Untersuchung. „Hier wird von den Medizinern abgeklärt, ob zum Beispiel diffuse Schmerzen ein Fall für den Bauch-Spezialisten oder eher für den Kardiologen sind“, erläutert Jörg Kühn, Sprecher des Klinikums. Entscheidend: Radiologie, Kardiologie und Endoskopie sind nur 20 Meter auseinander. Für Patienten bedeutet das optimale Hilfe.
Auch durch den bisherigen Haupteingang des Klinikums wird man über die sogenannte Magistrale „von hinten“ zur zentralen Notaufnahme kommen. Dies gilt für Patienten, die mit Beschwerden selbst im Klinikum erscheinen. Sie melden sich in der Leitstelle und werden je nach Schwere der Beschwerden und Art der Erkrankung weitergeleitet.
„Das wird in jedem Fall schneller als bisher sein“, verspricht Kühn. Der Wartebereich wird mit Fernseher und Wasserspender in einem Lichthof freundlich gestaltet. Für unklare Fälle gibt es vor Ort auch zehn Plätze mit Liegen, bis der Diagnosebefund abgeklärt ist. Dann geht es auf die jeweilige Station.
"Keine Leerläufe mehr für das OP-Team"
In der Etage darüber wird operiert. Zwölf OP-Räume hat der Neubau. Körber zeigt in einen großen Raum. Hier können bis zu 22 Patienten für die OP vorbereitet werden sowie unter Beobachtung aufwachen. Der größte Clou ist die vor-operative Einleitung, durch die der Patient schon in Narkose in den OP gerollt wird. Auch die sterilen Instrumente werden schon vor der Tür steril auf den Besteckwagen gelegt. Das spart kostbare Zeit – und Kosten.
„Es wird keine Leerläufe mehr für das OP-Team geben“, erläutert Kühn. Körber sagt: „Für einen OP können auch Halbtages-Slots vergeben werden.“ Vormittags HNO, nachmittags Orthopädie, je nach Bedarf. So werden Räume optimal genutzt. Fenster erlauben den Medizinern erstmals einen Blick nach draußen. Speziell ist eine ausgefeilte Belüftung in der Raummitte. Hier fällt gefilterte Luft genau auf den OP-Tisch und sorgt für eine keimfreie Umgebung.
Der "schönste Kreißsaal Deutschlands"
Die gesamte Technik des Hauses ist auf der dritten Ebene untergebracht. Sie mutet fast industriell an: vollgestopft mit modernster Elektronik.
Die vierte Ebene teilen sich die Intensivpflege mit 36 Intensivbetten im Herzzentrum, auf der anderen Seite siedelt die Frauenklinik (47 Betten), wahlweise als Komfortbereich mit der angeschlossenen Wöchnerinnenstation und dem Kinderzentrum. Letztere gehen erst im August im ZOPF an den Start. Besonders stolz ist das Klinikum auf den „schönsten Kreißsaal Deutschlands“, der dann einen Blick über die Dächer des Klinikviertels bietet.
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"Hier nehmen ihn Ärzte in Empfang und übernehmen zur Not erste Reha-Maßnahmen."
Reha = Rehabilitation, nicht zu verwechseln mit der "Rea" der Reanimation.