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Alle Busse und Bahnen stehen Freitag still

20.02.2008 | 20:00 Uhr

Nach dem machtvollen Streikauftakt am Dienstag mit 6000 Teilnehmern bei der Kundgebung auf dem Friedensplatz zünden die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst jetzt die nächste Stufe: Ab Freitag, 3 Uhr, geht im ÖPNV gar nichts mehr. ...

... Die 165 Busse und 117 Bahnen der Dortmunder Stadtwerke (DSW21) bleiben für 24 Stunden stehen. Betroffen: Zigtausende Arbeitnehmer, die nicht auf dem gewohnten Weg zur Firma oder ins Büro kommen. Zigtausende Schüler, die zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem "Taxi Mama" zum Unterricht fahren müssen. Oder gar nicht (siehe Infobox).

"Wir müssen den Arbeitgebern deutlich machen, dass es den Menschen in den Betrieben ernst ist", sagt Uli Dettmann, Geschäftsführer bei Verdi in Dortmund. Die Gewerkschaft hat die insgesamt 1880 Mitarbeiter der Stadtwerke, neben den Bus- und Bahnfahrern auch die Mitarbeiter in Werkstätten, Kundencentern und Verwaltung, zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Um 3 Uhr in der Nacht zu Freitag werden die Fahrer alle Busse und Bahnen abstellen. Fortan geht im ÖPNV gar nichts mehr. Auch die Linien des Nachtexpresses (NE), die normalerweise in der Nacht von Freitag auf Samstag um 0.45 Uhr ab Reinoldikirche sternförmig in die Stadtteile starten würden, sind betroffen.

Verdi-Chef erwartet "weitere Wellen"

DSW21 geht davon aus, dass die ersten NE-Busse am Samstagmorgen ab 3.45 Uhr wieder fahren werden.

Zudem bleiben die Kundencenter "Kampstraße", "Reinoldikirche" und "Hörde Bahnhof" geschlossen; die DSW21-Zentrale an der Deggingstraße ist nur mit einem Notdienst besetzt.

Ob ein solch massiver Eingriff ins öffentliche Leben in der jetzigen Phase der Verhandlungen bereits nötig ist? Diese Frage hat Uli Dettmann gestern oft beantwortet - mit "ja". Natürlich sei sich die Gewerkschaft bewusst, "dass wir die Bürger ganz empfindlich treffen, wenn Kitas schließen, der Müll nicht entsorgt wird oder der ÖPNV lahmgelegt wird". Das unterscheide (Warn-) Streiks im Öffentlichen Dienst gravierend von allen anderen Streiks. "Aber wenn wir dieses Instrument nicht nutzen, um Druck aufzubauen, können wir die Arbeit gleich einstellen."

Dettmann hofft, dass sich der Ärger der Menschen über die Unannehmlichkeiten und ihre Bereitschaft zur Solidarität "wenigstens die Waage halten". Zumal er davon ausgeht, dass es weitere Warnstreikwellen geben wird. Eine schnelle Einigung im Tarifstreit mit den Arbeitgebern sieht er zurzeit nicht. Es sei denn, Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble werfe "alles über den Haufen, was er bisher von sich gegeben hat". Ein Angebot im Bereich der Metaller, die sich gerade auf 5,2 % mehr Lohn geeinigt haben, wäre laut Dettmann "zumindest mal eine Basis, auf der man weiter verhandeln könnte." Die Verdi-Forderung liegt bei 8 %.

Von Frank Fligge

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Kommentare
21.02.2008
19:31
Alle Busse und Bahnen stehen Freitag still
von A. | #14

Naja, keiner fragt sich, was mit den Arbeitnehmer, die nicht für die Öffentlichkeit arbeitet. Was sollen wir denn sagen? Da ich mir kein Taxi leisten kann und ich den Tag, wo gestreikt wird, nachholen muss, finde ich es nicht akzeptabel, einfach auf Kosten Nichtbeteiligten, die Arbeit liegen zu lassen. Habe leider kein Verständnis dafür. Verdiene bei 40 Std. auch nur 800 Euro, aber bin darauf angewiesen. Also muss man auch froh sein heutzutage, dass man einen Job hat. Zudem dürfen wir dann die erhöhten Tickets auf Grund der Lohnerhöhung von anderen, auch zahlen. Meint ihr, dass einer von den Berufstätigen, die morgen streiken, ein schlechtes Gewissen gegenüber uns haben? Ich meine nicht. In diesem Sinne wünsche allen trotzdem ein schönes Wochenende im Voraus.

21.02.2008
16:38
Alle Busse und Bahnen stehen Freitag still
von musikbaer | #13

@Simi.
Was soll denn dieser geistigerDünnpfiff.

21.02.2008
14:51
Alle Busse und Bahnen stehen Freitag still
von Simi | #12

Die sollten mal alle ein Jahr nach Osteuropa verschleppt werden und für 200 EURO im Monat arbeiten und mit diesem Einkommen eine Familie ernähren. Jammerlappen, ihr wisst alle nicht das es noch viel schlimmer kommen wird, lest mal die Bibel!

21.02.2008
13:26
Alle Busse und Bahnen stehen Freitag still
von Holger | #11

[quote]wer für die öffentlichkeit arbeitet und den kopf hinhält,der muß auch ordentlich bezahlt werden.[/quote]

Oj, die nagen ja alle am hungertuch.....

21.02.2008
13:23
Alle Busse und Bahnen stehen Freitag still
von Prometheus | #10

Ein Streik in dem Maße finde ich zum jetzigem Zeitpunkt für übertrieben.
Des Weiteren finde ich es schlimm vorallem Schulkinder in den Streik mit einzubeziehen. Gut die Eltern leiden auch drunter, aber es fällt schon genügend Unterricht aus!!!

Und zum Kommentar von Jan Goorahn:
Die DSW21 plant doch schon eine erhöhung der Ticketpreise und zudem noch eine verkleinerung der Gültigkeitsbereiche der jeweiligen Klassen. In Dortmund kann man dann nicht mehr nur mit Klasse a überall hinfahren sondern braucht dann evtl die Klasse A2. Und dann gibts bald ja auch noch 4 Klassen (A-D)

21.02.2008
12:06
Alle Busse und Bahnen stehen Freitag still
von schmitzi | #9

Auch Angestellte im öffentlichen Dienst haben einen Anspruch auf Löhne, die sich mit Produktivität und Inflation entwickeln. Gerade diese Gruppe ging in der Vergangenheit oft leer aus. Es ist zwar nicht schön, wenn der gesamte ÖPNV flach fällt, aber wenn es nicht anders geht...

21.02.2008
12:03
Alle Busse und Bahnen stehen Freitag still
von Kforce | #8

Prinzipiell habe ich Verständnis für die Forderungen. In den letzten Jahren sind die Lohnanpassungen eher schlecht ausgefallen. Allerdings hat sich verdi in der letzten Verhandlung auch dusselig angestellt und einen Tarif(TVöD) als Gewinn verkauft, der de facto für 99% der Beschäftigten eine Verschlechterung darstellt. Das man jetzt natürlich eine Wiedergutmachung will, liegt auf der Hand, zumal die Arbeitgeber über eine Arbeitszeiterhöhung eine versteckte Lohnkürzung durchdrücken wollen. Ob allerdings gleich 24 Stunden zu so einem frühen Zeitpunkt gestreikt werden muss? Ich halte es für ein wenig übertrieben. Es hätte völlig gereicht, wenn man den Berufsverkehr bestreiken würde. Abgesehen davon, wo war die ach so entschlossene verdi, als viele beitragszahlende Beamte (die j a kein Streikrecht haben) die Arbeitszeiterhöhung auf 40-41 WStd. bekamen? Das interessierte damals die Gewerkschaft reichlich wenig. Wo war da die von den Beamten bei Kundgebungen oft geforderte Solidarität? Das dieses Ergebnis irgendwann von den Arbeitgebern auch auf die Angestellten übertragen werden würde, lag doch auf der Hand. Der vertraglich- bzw. beamtenrechtliche Unterschied bei gleicher Tätigkeit belastet eh seit je her das Gefüge im ÖD.

21.02.2008
10:28
Alle Busse und Bahnen stehen Freitag still
von socke01 | #7

ich hoffe,das die leute im öd ihre forderungen durchsetzen können,auch wenn sie lange dafür streiken müssen.wer für die öffentlichkeit arbeitet und den kopf hinhält,der muß auch ordentlich bezahlt werden.

21.02.2008
10:13
Alle Busse und Bahnen stehen Freitag still
von musikbaer | #6

Ich finds gut! Der hochüberschuldete Staatshaushalt hat mit den Beschäftigten im öffentlichen Dienst NIX zu tun.

21.02.2008
09:07
Alle Busse und Bahnen stehen Freitag still
von juttili | #5

an negativpresse-negativbeschwerden
Jeder bedient sich in unserem Staat. Die Politiker erhöhen unverschämt ihre Diäten, Firmen kassieren Subventionen und schleusen ihre Gewinne nach Lichtenstein. Die einzigen, die diesen Staat überhaupt noch am Laufen halten, liegen im mittleren bis unteren Gehaltsbereich. Ich glaube, irgendwann ist das Fass voll. Erkläre doch mal einem einzelnen Polizisten, dem das Weihnachts und Urlaubsgeld mittlerweile gekürzt ist, warum er überhaupt noch Nachtschicht machen sollte, denn die Zulagen werden wahrscheinlich demnächst auch noch gekürzt. Die Mehreinnahmen der Städte und Kommunen werden wahrscheinlich lieber für unsinnige Dinge verschwendet.Und was macht der Bund? Sparen? Was hat denn der Umzug alleine nach Berlin gekostet.

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