Algen sollen den Phoenix-See säubern
19.08.2010 | 18:22 Uhr 2010-08-19T18:22:00+0200
Dortmund-Hörde.Armleuchter-Algen aus dem Duisburger Innenhafen sollen das Wasser des Phoenix-Sees sauber halten. Am Donnerstag haben Taucher 50 Algen-Eimer im anderthalb Meter tiefen See versenkt – aber das ist erst der Anfang.
Über 50 Kanadagänse heben laut schnatternd von den grauen Fluten in Hörde ab, während ein Taucher nützliche Algen in den Tiefen des Phoenixsees versenkt. Nach dem großen Regen und dem Abstellen der Grundwasserpumpen ist der See schon ein richtiges Gewässer.
Erst am Morgen in Duisburfg geerntet
„Ein Meter fünf Wassertiefe“, vermeldet der Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft, Heinz Hueppe, stolz. Genau die richtigen Bedingungen für die sogenannte „Armleuchteralge“, von denen ein Taucherteam 50 Eimer aus dem Duisburger Innenhafen geholt haben. Die Armleuchteralgen, das sind die „Guten“, die Sauerstoff erzeugen und das Gewässer vor dem Umkippen schützen sollen. Außerdem werden sie höchstens einen Meter lang und sollen dadurch nicht die Freizeitkapitäne dereinst auf dem See behindern. So wie das die berüchtigte Wasserpest auf den Ruhrstauseen tut. Das sind die „bösen“ Algen.
Wasserexperte Dr. Klaus van de Weyer, den die Phoenixseegesellschaft sozusagen mit ins Boot geholt hat, gebraucht ein Bild. „Das ist hier am See wie in einem Lokal. Wer kriegt den freien Tisch?“ Den bekommen durch den Transfer vom Duisburger Hafen die Armleuchteralgen, die so heißen, weil sie von ihrem Stängel aus Seitenzweige wie eine mehrarmige Leuchte ausbilden. Sie, die Sauerstoff bilden und Phosphat abbauen, erhalten also einen Startvorteil. Morgens aus drei Metern Wassertiefe in Duisburg geerntet, nachmittags in Hörde eingesetzt. Genau genommen sogar vier verschiedene Spezies Algen.
Dortmund wagt den bundesweit ersten Algen-Test
Doch die erste Lieferung mit Algen aus Duisburg sind erst der Anfang. Es werden im nächsten Jahr auch noch Sedimente mit reichlich Sporen folgen, um fast nichts dem Zufall zu überlassen. Dazu gehört - mit deutscher Gründlichkeit, dass die jetzigen Pflanzstellen genauestens mit GPS lokalisiert und dokumentiert werden. Van de Weyer zum Algentransport: „Das gab’s so noch nicht in Deutschland. Das ist ein Pilotprojekt.“ Um die Wassergüte nachhaltig zu erhalten, wurde am unteren Phoenixsee auch mit dem Bau einer Anlage begonnen, die Phosphor eliminiert.
Die Gänse werden das erste Grün im Phoenixsee mit großem Interesse beäugen - und vielleicht auch fressen, wie sich manche Beobachter sorgen. Wenn nicht die Kanadagänse, dann vielleicht die Graugänse, die jetzt jeden Abend zum See kommen.
22:02
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
16:08
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
07:55
Liebe Leute,
wieso ergötzt ihr euch eigentlich so sehr am Nörgeln und negativen Denken ? Wenn ihr den See nicht mögt und nicht wollt, dann bleibt ihm doch fern. Niemand zwingt euch dort ein Grundstück zu erwerben, spazieren zu gehen, zu segeln .... und das Schwimmen ist dort eh verboten und wenig ratsam.
Ich halte das Projekt , genau so wie Phoenix West für eine sehr gute Sache für Dortmund , insbesondere für den Stadtteil Hörde. In einigen Jahren wird hier, bei konsequenter Fortsetzung der Arbeiten, ein sehr schönes und lohnendes Ausflugsziel für viele Menschen entstanden sein.
Was hätten denn Sinnvolles mit diesem Gelände gemacht werden sollen ????
runningvalentino
23:22
Sierau wird der Dortmunder Sauerland aus Duisburg !
Profit geht diesen S.c.h.w.e.i.n.e.n über alles !
19:41
@ 21 Dortmunderin
Das Gelände unter dem eigentlichen See war schon in Vorzeiten und im Mittelalter ein sumpfiger Teil des Emscher-Urstromtales. In den bis zu 14 m starken Aufschüttungen für das Stahlwerk, die im 19. Jahrhundert begonnen wurden, lagen neben industriellen Altlasten tiefe Fundamente mit Funktionsräumen der Industrieanlagen und große Luftschutzbauwerke aus dem 2. Weltkrieg.
Die Berghänge nach Süden zur Hermannstrasse bargen ebenfalls Luftschutzanlagen aber auch mittelalterliche Stollen des Kohleabbaues. Tiefer darunter und unter dem See liegen heute noch die Stollen der Schachtanlage Zeche Bickefeid.
Von Norden an den Berghängen des Weinberges gab es vorzeitlichen und mittelalterlichen Erz- und Kohleabbau. Ebenfalls von Norden kommend bis weit über den zukünftigen See hinaus, liegen unter den Stollen der Zeche Bickefeld die Stollen der Zeche Freie Vogel. (Siehe Strassenbennnung)
Das gesamte Gelände muss als erheblich mit unterirdischen Anlagen und Bauwerken belastet angesehen werden. Dies hat auch das Landesoberbergamt zu weitreichenden Auflagen und aufwendigen Massnahmenanordnungen geführt, die erhebliche Zeitverzögerungen und deutliche Mehrkosten beim Bau des Phoenixsees bedeuten und auch die ursprünglich geplante Grundwasserbefüllung des Sees beeinträchtigen.
Für die Historiker ist schon jetzt absehbar, daß beim dem Projekt mit einer gewissen Blauäugigkeit operiert wurde, bei der durchaus nicht nur fachliches Unvermögen sondern vielmehr politisches Kalkül, eine schrittweise Näherung an die tatsächlichen Probleme und Kosten, angewandt wurde.
Arbeitskreis Geschichte Dortmund
18:25
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
15:45
@ 19 DoBiDo
Sie machen ja hier nicht gerade Reklame für ein Seegrundstück. Aber was sie schreiben, könnte zutreffen.
Ein Bekannter erzählte mir, daß ein Geologe auch davon gesprochen habe, daß es sich bei den aufgeschütteten Terassen nicht um gewachsenen Boden handeln würde und ein Hangrutsch in einen See wie erst vor einem Jahr in Ostdeutschland an einem künstlich angelegeten Hang an einem ehemaligen Braunkohletagebau auch in Hörde nicht gänzlich auszuschließen wäre.
Zudem seein durch oberflächennahe Stollensysteme in Hörde, die zwar verfüllt wurden, Unwägbarkeiten gegeben. Hoffentlich hat man alle Stollen auch gefunden und ordentlich verfüllt und hoffentlich halten die neu angelegten Hänge.
09:49
Am Ende sehe ich schon das obligatorische Mähboot wie an den Ruhrseen, um Unmengen an Wasserpest-Algen abzumähen und zu entsorgen.
Hört sich schon etwas prophetisch an und könnte durchaus auch so kommen. Aber - als User auf derWesten wenige Tage vor der Loveparade vor Toten und Verletzten an der Rampe warnten, hat das auch keinen interessiert.
Ein Tipp noch für Kaufinteressanten am Phoenixsee: Der zu den Terassen aufgeschüttete Boden stammt von lange intensiv industriell genutzten Flächen - lassen sie sich im Kaufvertrag die Schadstofffreiheit bescheinigen - und vergewissern sie sich vertraglich, daß ihr Grundstück samt Haus nicht irgendwann mit den aufgeschütteten Erdmassen nach starken Regenfällen in den See abrutscht.
Gut - das hilft wenig gegen Krebs etc und wenn sie samt Haus und Familie unter den Erdmassen liegen, dann steht immerhin auf dem Grabstein: Die Projektgesellschaft hatte es anders zugesichert ....
Da ist der Fluglärm über dem See noch das kleinste Problem.
21:55
@ 17 Dortmunderin
Angeblich gibt es zwei Gründe, die das Schwimmen im Phoenix-See verhindern:
1. Die mögliche Belastung des Wassers durch Ausschwemmungen der Bodenkontaminationen aus 160 Jahren Industrienutzung
2. Den Sicherheitsmaßnahmen wie Bademeister etc und die Infrastruktur wie WC, Umkleiden, Duschen etc, die zum Badebetrieb aufwendig zu schaffen und teuer zu betreiben wären.
Wo allerdings der Unterschied von einem Schwimmer zu einem Surfer sein soll, ist kaum erklärlich. Wegen der Wassersportnutzung wird auch eine Wasserrettungsstation am Südufer errichtet, die an Wochenenden von der DLRG mit ehrenamtlichem Personal betrieben werden soll und ansonsten rund um die Uhr als Gerätestützpunkt von der Feuerwehr genutzt werden soll.
20:17
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.