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Aktionsbündnis probt Blockade gegen Nazis in Dortmund

17.07.2011 | 18:04 Uhr
Aktionsbündnis probt Blockade gegen Nazis in Dortmund
Teilnehmer des Aktionsbündnis „Dortmund stellt sich quer". Foto: Marcus Simaitis

Dortmund.Das Aktionsbündnis „Dortmund stellt sich quer“ diskutierte am Samstag mit Vertretern aus Politik und anderen Bündnissen über die Vorbereitung zum 3. September. An diesem Tag wollen Neonazis - wie in den Vorjahren - durch Dortmunds Straßen ziehen. Das Aktionsbündnis will mit Sitzblockaden dagegen vorgehen. Bei den öffentlichen Proben des zivilen Ungehorsams kam die Polizei vorbei.

„Wir wollen uns klar positionieren. Die Breite der Gesellschaft soll es verstehen“, sagte Thomas Opperman von „Dortmund nazifrei“. Es habe zwar immer wieder Aktionen gegen den Aufmarsch der Nazis gegeben, „aber es gab von dieser Seite nie eine dezidierte Gewaltabsage“, kommentierte Remo Licandro (Grüne) den aktuellen Ansatz. Jetzt gebe es erstmals den gewaltfreien Aufruf von Dortmund nazifrei. Daher sei eine Unterstützung nun in Ordnung.

Massenblockade als Ziel

„Wir wollen eine Massenblockade. Das fängt bei 1000 plus an“, gibt Azad Tarhan von „Dortmund stellt sich quer“ zu Protokoll. Dem „Aktionskonsens“ können diverse Gruppen zustimmen. „Wir haben die Unterstützung von Oberbürgermeister Sierau, vom DGB und von verschiedenen Parteien“, so Oppermann.

Video
Ausnahmezustand in Dortmund, als tausende Demonstranten gegen eine Nazi-Demo protestierten.

Auf die Frage, wie man eine Eskalation verhindern wolle, antwortete Tarhan: „Alle Organisationen und jeder Teilnehmer müssen die Blockade mittragen und darauf achten, dass sie ohne Gewalt bleibt.“ Licandro stimmt dem zu: „Wir wollen, dass die hässlichen Bilder von den Nazis kommen.“

Simulierter Polizeieinsatz

Später probten die Teilnehmer zuerst in den Räumen eine Sitzblockade, später wagten sich einige vor die Tür. Eine Sitzblockade als ziviler Ungehorsam gilt als Ordnungswidrigkeit. Das Training hätte eigentlich auch nicht in der Öffentlichkeit stattfinden dürfen. Die Polizei hatte vorab angekündigt, dass sie eine öffentliche Sitzblockade nicht tolerieren werde. Stundenlang stand ein Streifenwagen vor dem Verdi-Gebäude. Als die Teilnehmer vor der Tür übten, war dieser aber offenbar schon fort. Bei der Übung schauten zuerst einige Passanten verdutzt, als die Blockierenden die simulierten „Polizisten“ mit „Keine Gewalt! Keine Gewalt!“ empfingen. Durch das öffentliche Auftreten kamen wenige Minuten später doch zwei echte Polizisten, mit einer Videokamera ausgestattet. Daraufhin verlief sich die Veranstaltung , die Teilnehmer verschwanden in der Menge um die Katharinentreppe.

Oliver Körting

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