Aktionär fordert Wirsing zum Rücktritt auf
04.06.2007 | 12:10 Uhr 2007-06-04T12:10:30+0200Den Filmprofis der e-m-s new media AG ist im Laufe des Jahres das Lachen im Hals steckengeblieben. Fehleinschätzungen des Marktes, eine schwache Bilanz und ein abgestürzter Aktienkurs sorgten dafür, dass es den Aktionären nicht anders ging. Was gestern be
"Machen Sie einem Sanierer Platz", rief der Mann, "und Sie helfen Ihren Aktionären!" Beifall brandete auf. Nun hatte Wirsing in den vergangenen Jahren seinen Aktionären schon häufiger schlechte Nachrichten verkaufen müssen - was er auch immer auf die ihm eigene, unverblümte Art tat.
Im Geschäftsjahr 2006 aber ging es derbe ins Minus. Nach - 314 000 Euro in 2005 sackte der Verlust auf - 6,7 Mio. Euro. Der Aktienkurs fiel von etwa 1,30 Euro auf 0,42. Und auch das erste und zweite Quartal des Jahres 2007 "können keinen Anlass zur Freude geben", meinte er.
Der Unternehmer machte u.a. einen grandiosen Preisverfall im DVD-Bereich dafür verantwortlich. Der Umsatz in den Videotheken falle, heute könne man Filme, die vor vier Jahren noch 15 Euro gekostet hätten, für fünf kaufen, selbst neue Filme gingen für unter zehn Euro über die Theke. Jedes Jahr erschienen ein paar 1000 DVDs, aber die alten verschwänden nicht aus den Regalen. "Der Kuchen wird nicht größer, sondern nur die Anzahl der Filme."
Schwarze Zahlen kündigte er frühestens für 2008 wieder an. Denn ab Mitte des Jahres könne man mit der Vermarktung neu eingekaufter Filme beginnen. Von Filmen, die Kinoqualität hätten. Mit B-Movies habe man kein Glück gehabt, er wolle jetzt verstärkt auf A-Movies setzen. 150 davon habe man im Stock, viele A-Fime darunter. Allerdings fehle derzeit Geld, um weitere Filme einzukaufen.
Zudem möchte man bei e-m-s ein Kostensenkungsprogramm durchziehen, das möglicherweise auch Stellen koste. Nur das Marketing werde verstärkt.
"Sie haben Recht, wenn Sie mit Bedauern auf den Kurs schauen", rief Wirsing den Aktionären zu, "Familie, Freunde und ich - wir haben alle Geld verloren." Dennoch macht er Mut: "Wir haben noch nicht alles ausgeschöpft." Seit gestern gibt es ein neues Film-Genre: Hoffnung. (dib)
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