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Agim Jusufi - Für die Dortmunder Nordstadt immer am Ball

11.02.2012 | 16:03 Uhr
Agim Jusufi - Für die Dortmunder Nordstadt immer am Ball
Der Albaner Agim Jusufi hat ein Problemhaus in der Danewerkstraße der Dortmunder Nordstadt gekauft und saniert.Foto: Franz Luthe

Dortmund.Nicht nur reden, sondern etwas tun – mit dieser Einstellung verändert Agim Jusufi die Welt. Zumindest einen kleinen Ausschnitt vom Großen – einen in der Nordstadt . Der 35-Jährige hat mit seiner Familie ein heruntergekommenes Haus komplett saniert, eine Bürgerinitiative fürs Brunnenstraßenviertel angestoßen. Und er hat dafür gesorgt, dass beim Fußballverein KF Sharri nun fast 140 Kinder und Jugendliche Fußballspielen.

„Ich sehe immer die positiven Seiten“, sagt er fröhlich. Statt sich nur darüber zu beschweren, was alles nicht gut ist, lenkt er den Blick auf das, was ihm gefällt. In der Nordstadt sind das vor allem die Menschen: „Ich mag multi-kulti.“ Viele Bekannte und Freunde lebten dort. „Und die Leute sind sehr offen“, sagt er. Es gebe gute Schulen und die Innenstadt sei gut erreichbar.

Deshalb hatte Jusufi zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder ein Haus in der Nordstadt gekauft. Hier wuchs der 35-Jährige auf, bevor seine Familie für einige Jahre wieder zurück nach Mazedonien zog. Doch sie kam zurück nach Dortmund. 2002 kaufte die Familie das Haus an der Danewerkstraße. Fast fünf Jahre lang schufteten sie zusammen, um es wieder instand zu setzen.

„Wir haben fast alles selbst gemacht“, sagt Jusufi stolz: Neue Wärmedämmung, neue Böden, neue Bäder, eine neue Heizung... „Die Wohnungen waren zum Teil richtig verkommen“, erinnert sich Jusufi. Das ganze Haus habe gestunken, die Tapeten waren gelb.

Neben der Abendschule viel Arbeit

Viel Arbeit sei das gewesen. „Vor allem, weil ich zu der Zeit die Abendschule besucht habe“, erzählt Jusufi. Er hatte nach dem Hauptschulabschluss eine Lehre gemacht, bei Hoesch auf der Westfalenhütte. Danach ließ er sich weiterbilden als Maschinenbautechniker. Heute arbeitet Jusufi für die Rothe Erde GmbH. Nicht mehr in der Produktion sondern im Büro – macht dort Arbeitsplanung und Kalkulation.

An der Danewerkstraße lebt Jusufi nun mit seiner Frau und drei Söhnen, seinem Bruder, seiner Schwester, den Eltern und zwei Mietern. Familienleben pur. „Mir gefällt das“, sagt Jusufi. Ebenso gefällt ihm sein Viertel. Was dort fehlt, will der 35-Jährige auf den Weg bringen, mit der Bürgerinitiative. Die hatte sich vor knapp einem Jahr gegründet, trifft sich jetzt zwei Mal im Monat. Es war seine Idee, dass sich die Menschen zusammenschließen. „Wir wollen hier etwas verbessern“, sagt er. Zum Beispiel wünschen sich die Anwohner einen Spielplatz auf der kleinen Heroldwiese.

Kinder sollten nicht auf der Straße rumhängen

Über den Nachwuchs macht sich der 35-Jährige sowieso viele Gedanken. „Kinder sollten nicht nur zu Hause sitzen“, ist er überzeugt. Und schon gar nicht auf der Straße rumhängen. Deshalb initiierte er die Jugendabteilung im Fußballverein. Das Vereinsleben sei wichtig, damit die Kinder lernten, mit anderen Menschen klar zu kommen. „Bei uns im Verein geht es nicht nur um den Sport, da geht es um die Gemeinschaft“, sagt Jusufi.

Seit zwei Jahren habe der albanische Verein KF Sharri nun eine komplette Jugendabteilung, für alle Altersgruppen. Jusufi ist Jugendleiter, trainiert eine Gruppe mit Elf- und Zwölfjährigen. „Viele kamen zu uns und haben kein Wort gesprochen, jetzt sind sie bei uns, reden und lachen.“

Die Nordstadt habe ein schlechtes Image , weil einzelne das Bild des Stadtteils negativ prägten. „Dagegen muss man was tun“, sagt Jusufi – und macht es einfach.

Blick in die Nordstadt

Christina Römer

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