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Ärztestreik in Dortmund (noch) kein Thema

03.09.2012 | 18:48 Uhr
Ärztestreik in Dortmund (noch) kein Thema
Protestaktionen niedergelassener Ärzte hat es in Dortmund schon gegeben: 2006 empfing dieser Hautarzt in Eving seine Patienten bei Kerzenschein. Nach einem Streik sieht es derzeit aber nicht aus.Foto: Helmuth Vossgraff

Dortmund. Der Streit um die Vergütung von niedergelassenen Ärzten findet vorerst kein Ende. Nachdem eine zweite Verhandlungsrunde am Montag in Berlin gescheitert war, wurde zunächst die Kunde von „harten Maßnahmen“ laut. Doch von Warnstreiks und Praxisschließungen will man zumindest in Dortmund noch nichts wissen. „Wir verstehen den Unmut“, so eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung, „aber es sind uns keinerlei Pläne von Streiks bekannt.“

Auch Dr. Norbert Hartmann, Sprecher des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe, spricht davon, den Gesprächsfaden wieder aufnehmen zu wollen. Schließlich gebe es ein Ziel, an dem die Beteiligten arbeiten: „Dass alle für gleiche Arbeit dasselbe bekommen.“

Honorar ist kein Nettoverdienst

Das gezahlte Honorar sei schließlich kein Nettoverdienst, sondern die Ausgangssumme, von der die 945 (davon rund 600 mit Kassenzulassung) in Dortmund niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten auch Nebenkosten, Miete, Personal und eine Altersvorsorge bezahlen müssten. „Wir müssen uns verabschieden vom Märchen von der goldenen Nase, die sich Ärzte verdienen. Im Vergleich mit anderen Bundesländern liegen wir deutlich abgeschlagen. Auch die Patienten werden merken, dass sie in Nordrhein-Westfalen für ihre Beiträge weniger Leistung bekommen als anderswo.“

Bei der AOK Nordwest mit Sitz in Dortmund ist man spürbar bemüht, nicht zusätzliches Öl ins Feuer zu gießen: „Wir sind sicher, dass wir in den gemeinsamen Verhandlungen auch für 2013 angemessene Vergütungen für die Ärzte in Westfalen-Lippe erzielen werden“, teilte die mitgliederstärkste Krankenkasse in Dortmund gestern auf Anfrage unserer Redaktion mit. Allein im vergangenen Jahr hätten die etwa 11.500 niedergelassenen Ärzte in Westfalen-Lippe ein Honorar von rund 3,1 Milliarden Euro erhalten. Das, so ein AOK-Sprecher, sei gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von fast vier Prozent.

„0,9 Prozent sind ein Witz“

„Für einen schlechten Witz“ hält hingegen Dr. Lars Rettstadt das jetzt geplante Honorar-Plus von 0,9 Prozent . „Das entspricht nicht einmal der Inflationsrate. Die Sachkosten und die Löhne meiner Mitarbeiter steigen deutlich stärker“, so der Hausarzt und Allgemeinmediziner, in Dortmund bekannt auch als FDP-Fraktionschef im Dortmunder Rat, im Gespräch mit der WAZ. Für die Behandlung eines Kassenpatienten erhalte er rund 10 Euro pro Monat, rechnet Rettstadt vor. „Ich komme hin, aber reich wird man damit keinesfalls.“ Einen Streik im Kampf um bessere Honorare hält der Mediziner aus Scharnhorst dennoch für kein geeignetes Mittel: „Damit würden wir nur die Falschen treffen. Unsere Patienten.“

Stephanie Jungwirthund Michael Kohlstadt

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Kommentare
15.09.2012
05:39
Ärztestreik in Dortmund (noch) kein Thema
von Subversion | #1

Ist das Schrecklich, wenn Krankenkassen ein Plus durch die Vierteljährlichen Beitragszahlungen der Patienten (jeder Mensch muß mal zum Arzt und zahlt) erhalten und ein Arzt, der einen Hausbesuch macht, nicht einmal zum Mittagessen kommt, weil er Mittags kilometerweit sich mit seinem Auto durch das Verkehrscaos in der Stadt kämpft, notleidene Menschen zuhause vorfindet, die wegen ihrer Krankheit ihm nichts anbieten können, nicht mal Kaffee, und er mit den fünf Euro, die er für den Hausbesuch von der Krankenkasse bekommt, gerade mal für zwei Kilometer Spritgeld hat. Deshalb machen die Ärzte bei Totkranken Menschen auch keinen Hausbesuch mehr!
In meiner Jugendzeit damals kam der Arzt sogar für Kinder nach Hause, man bekam beim Arzt sogar Medizin verordnet. Krankheit gehört immer zur Entwicklung eines Menschen dazu. Ich weiß nicht, was mit den Krankenkassen los ist, die soetwas nicht bezahlen. Ärzte sind für mich "Zauberer", die Gesundheit wieder herstellen können.

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