Acht Envio-Mitarbeiter wegen Stilllegung gekündigt
02.08.2010 | 20:45 Uhr 2010-08-02T20:45:00+0200
Dortmund.Auf der Betriebsversammlung am Mittwoch bekamen acht gekündigte Envio-Mitarbeiter eine Erklärung für ihren Rausschmiss. Der sei „betriebsbedingt“ wegen der Stilllegung des mit PCB verseuchten Geländes erfolgt. „Zutiefst empört und erschüttert über die Entlassungen“ hatte sich zuvor NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider gezeigt. Der zum Krisenmoderator bestellte Eberhard Weber zieht gezielt Fäden, aus denen ein Auffangnetz für Betroffene entstehen soll.
Wie berichtet, hatte der vor zweieinhalb Monaten stillgelegte PCB-Entsorger am Samstag den ersten Mitarbeitern die Kündigung geschickt. In dem von Envio-Chef Dr. Dirk Neupert gezeichneten, per Bote zugestellten Schreiben fehlte der Grund für die Entlassungen, die zum 31. August greifen.
Wie Envio am Dienstag mitteilte, steht die Maßnahme im Zusammenhang mit der Betriebsstilllegung in Dortmund. Betroffen sind sieben Mitarbeiter der Produktion, zudem wurde einem Beschäftigten aus der Verwaltung innerhalb der Probezeit gekündigt. Die Produktion wurde auf Anordnung der Bezirksregierung Arnsberg Ende Mai nach dem Feststellen von Schadstoffbelastungen auf dem Firmengelände im Dortmunder Hafen stillgelegt.
Die Wut wächst
Telefonisch zur Betriebsversammlung bestellte Mitarbeiter machten sich wenig Illusionen. „Wir werden durch die Hintertür abserviert“, sagte einer. Die Wut wächst weiter. „Jahrelang haben wir uns den Hintern aufgerissen und dann so eine Kündigung, ohne Grund, ohne ein Wort des Dankes. Mit freundlichen Grüßen – und weg“, empörte sich ein Kollege.
Eberhard Weber, Ex-DGB-Boss in Dortmund und Chef des Runden Tisches, der die Envio-Folgen abarbeiten soll, bemühte sich gestern in Düsseldorf um Unterstützung für die Betroffenen. „Der Arm eines Ministers reicht nicht so weit, dass er Unternehmer anweisen kann, Kündigungen zurückzuziehen“, sagte er nach Sondierungsgesprächen im Arbeitsministerium. „Aber er kann den Envio-Kollegen in prekärer Situation helfen.“
Gemeinsame Anstrengung
Weber plädiert für eine gemeinsame Anstrengung. Wirtschaftsverbände und Arbeitsagentur könnten „die Beschäftigungsfähigkeit der Betroffenen durch Weiterbildung verbessern und unbürokratische Vermittlungsarbeit leisten“. Auch Arbeitgeber und IHK mögen sich für jene einsetzen, die beruflich auf der Strecke bleiben, so Weber.
23:41
Ein kleiner Lichtblick in diesem Sumpf wurde übrigens von Envio heute selbst bekanntgegeben:
Die Envio Gruppe weist in diesem Kontext auch darauf hin, dass die Vorgänge der letzten zweieinhalb Monate nicht ohne Folgen für das Engagement in Korea geblieben sind. Dort sorgten die negative Berichterstattung aus Deutschland und die Äußerungen hiesiger Meinungsbildner, die in erheblichem Ausmaß zu einer Vorverurteilung führten, für Zurückhaltung bei den Kunden. Die Situation in Korea wird außerdem dadurch verschärft, dass aufkommender Mitbewerb versucht, die Berichterstattung zu seinem Vorteil zu nutzen und über Preiszugeständnisse in den Markt zu drängen.
http://www.wallstreet-online.de/nachrichten/nachricht/2992530-dgap-news-envio-ag-deutsch.html
Heißt im Klartext: Die Koreaner haben inzwischen begriffen, dass Envio lügt und betrügt und die Konkurrenz hat auch nicht geschlafen.
23:07
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22:34
@ #6 movienrz
Die gesamte Envio AG, also alle Envio-Betriebe zusammen, hatte lt. den Geschäftsberichten 16 Produktionsbeschäftigte Ende 2008 und es kamen auch nicht viel mehr dazu.
Diese 50 Mitarbeiter in Dortmund bestanden zum größten Teil aus Leiharbeitern.
22:27
Die letzte unbürokratische Hilfe, die in Dortmund vor Envio versprochen wurde, galt den Hochwasseropfern in Marten - die zum Teil bis heute noch ergebnislos auf diese Hilfe warten. Jeder der Betroffenen ist auf Schäden zwischen 20.000 bis ca. 120.000 € sitzen geblieben.
Woher auskömmlich dotierte Arbeitsplätze für die etwa 50 fest angestellten Envio-MA kommen sollen, darüber schweigen sich alle aus. Tatsächlich sind gerade in Dortmund hauptsächlich prekäre Arbeitsplatze neu entstanden.
Ein typisches Beispiel: http://www.kununu.com/de/nrw/dortmund/bc/tectum-group-amp-co
19:16
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18:46
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16:57
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16:16
Was bei unbürokratischem Arbeiten herauskommt, hat man ja in Arnsberg sehen können - oder Duisburg...
Klare Regeln, klare Konsequenzen. Das ist es, was fehlt.
Das bei einem Teil der Kündigungen die Begründung fehlt, ist auch ein strategisches Vorgehen. Bei einer Kündigungsschutzklage kann sich das Verfahren recht lang hinziehen. Sofern man in den nächsten Wochen überhaupt einen Termin beim Arbeitsgericht bekommt.
Auf jeden Fall kann die Arbeitslosigkeit in den Fällen der unbegründeten Kündigung die Arbeitslosigkeit mind. vier Wochen herausgezögert werden. Die Zeit sollte für weitere Klagen betreffend der Körperverletzung genutzt werden.
15:40
Verwunderlich ist doch, dass bei derartigen Situationen immer von unbürokratischen Hilfen gesprochen wird! Gibt es denn Behördenanweisungen in denen die Beamtinnen und Beamten nach zweierlei Maß messen können? Warum wird nicht immer unbürokratisch gearbeitet?
15:15
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