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Soziales

Abschied vom Gesicht der Mitternachtsmission

31.08.2012 | 08:00 Uhr
Abschied vom Gesicht der Mitternachtsmission
Die neue und die alte Leiterin der Mitternachtsmission: Jutta Geißler-Hehlke (r.) und ihre Nachfolgerin Andrea Hitzke (l.) bei der Abschiedsfeier in der Petrikirche.Foto: Knut Vahlensieck

33 Jahre lang hat Jutta Geißler-Hehlke die Mitternachtsmission geleitet. Mehr noch – „sie hat der Mitternachtsmission ein Gesicht gegeben“, betonte Guntram Schneider, NRW-Minister für Soziales, gestern bei der offiziellen Verabschiedung von Geißler-Hehlke in der Petrikirche. „Man bekommt den Eindruck: Sie ist die Mitternachtsmission“, sattelte Superintendent Paul-Gerhard Stamm, Vorsitzender der Mitternachtsmission, noch drauf.

Die Petrikirche war zur Abschiedsfeier so gut gefüllt „wie an Weihnachten“, stellte OB Ullrich Sierau fest. Kein Wunder: Die Mitternachtsmission ist eine feste Größe in der Stadt, die sich gegen Menschenhandel einsetzt, die für die Rechte von Prostituierten erfolgreich gekämpft hat und die in Dortmund mit allen Ämtern, Institutionen und Einrichtungen eng vernetzt ist. Das alles ist Jutta Geißler-Hehlke zu verdanken.

Am Prostitutionsgesetz mitgewirkt

Guntram Schneider erinnerte gestern an zwei besondere Errungenschaften: „Jutta Geißler-Hehlke hat bei der Formulierung und späteren Umsetzung des 2002 in Kraft getretenen Prostitutionsgesetzes mitgewirkt – dadurch haben Prostituierte zum ersten Mal Schutz bekommen.“ Zudem habe sie das Dortmunder Modell auf den Weg gebracht, das Vertreter der Stadt, der Polizei und der Wohlfahrtsverbände an einen Tisch gebracht hat, um gemeinsam Probleme zu lösen. Die 65-Jährige habe nie nur die gesundheitliche Versorgung der Prostituierten, sondern auch die Würde der Frauen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt. „Dafür wird sie anerkannt und verehrt in der Stadt“, so Schneider.

„Ihr ist es zu verdanken, dass das Thema Prostitution nicht mehr als Tabuthema angesehen wird“, sagte OB Sierau. „Sie haben sich gegen Widerstand durchgesetzt und mit Zähigkeit und Geduld für die Betroffenen eingesetzt.“ Was Geißler-Hehlke in Dortmund entwickelt habe, sei mittlerweile in vielen anderen Städten Praxis geworden. Viele Auszeichnungen, wie der Fritz-Henßler-Preis oder der Eiserne Reinoldus zeugten davon.

Dass die Frontfrau der Mitternachtsmission für andere immer dagewesen ist, betonte nicht nur der OB, das bezeugten auch die Mitarbeiterinnen der Mitternachtsmission, in deren Namen Andrea Hitzke, die die Leitung übernehmen wird, sprach: „Wir sind stolz und froh, für die Mitternachtsmission zu arbeiten. Wir haben uns immer aufgehoben und in Sicherheit gefühlt.“

Begleitet von der Musik von Leonard Cohen verabschiedete sich Jutta Geißler-Hehlke: „Dass so viele Menschen hier sind, zeigt die Wertschätzung für die Arbeit der Mitternachtsmission“, freute sie sich und versprach: „Alles geht weiter und alles wird gut.“

Christina Römer



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