Abrissbagger rollen auch über das Berlet-Haus
16.07.2009 | 17:09 Uhr 2009-07-16T17:09:00+0200
Es geht Schlag auf Schlag. Mit dem Abrissbagger. Seit gestern wird das Feld geräumt für das „Neue Thier-Areal”, dem Einkaufszentrum, das im Herbst 2011 mit 33 000 Quadratmeter Verkaufsfläche zwischen Wall und Hellweg öffnen soll.
Jan Steinhauer, Projektleiter für ECE, verriet gestern vor Ort, dass man auch das Berlet-Haus am Westenhellweg abreißen werde - um es danach mit identischen Fassadenfronten wieder aufzubauen.
Bisher war erwartet worden, dass das Berlet-Haus zwar entkernt aber nicht in den Aussenmauern fallen soll. Das Haus steht nicht unter Denkmalschutz. Aber es gibt eine Vereinbarung zwischen ECE und der Stadt, dass das Fassadengesicht gewahrt bleiben soll, wie Ludger Wilde, Leiter des Planungsamts vor Ort bestätigte. Wenn ECE die neue Fassade im alten Gewand errichte, sei nichts dagegen einzuwenden. Jan Steinhauer: „Wir hätten lange Zeit Stützträger auf dem Westenhellweg anbringen müssen, um die Fassade zu sichern”. Das wäre keine Augenzier geworden.
Bereits in zwei Wochen sollen die ehemalige Polizeiwache und das Hippie-Haus an der Silberstraße / Ecke Hövelstraße abgeräumt sein. Dann geht's mit dem Abriss der alten Getränkehalle, die auch an die Silberstraße grenzt, weiter. Bevor die Rampe in die Baugrube des Baufeldes 1 an der Hövelstraße entsteht, soll die Theaterklause abgerissen werden. Vor dem Programmstart der Kinderoper im September kehre wieder realtive Ruhe an der Hövelstraße ein.
Bereits im November/Dezember wolle man mit den Gründungsarbeiten (Fundament etc.) im Baufeld 1 (dort wo bis vor kurzem noch archäologische Ausgrabungen stattfanden) beginnen. Die Abrissbagger sollen im Spätherbst auch die Reste der Thier-Lagerkeller nördlich der Silberstraße (Baufeld 3) freiräumen.
Ende August werden die Mieter aus dem Berlet-Haus ausziehen. Dann wird dort mit den Vorarbeiten für den Abriss begonnen.
Inwieweit Dortmunder Firmen vom 300 Mio Euro-Projekt profitieren, sei offen so Steinhauer. Sicher scheint: Der Generalunternehmer, der den Bau erstellen soll ,wird nicht aus Dortmund kommen.
14:53
Ich finde es sehr berdauerlich, daß auch das Berlet-Haus abgerissen werden soll. Dem Kommentar von umo v. 17.7.09 kann ich mich nur voll und ganz anschließen.
19:29
Leider kann ich überhaupt nicht verstehen, warum die alte Fassade dem Neubau weichen muss. Kann man altes nicht erhalten? Aber hier in Dortmund hat man kein Auge und/oder kein Geld für altes Gemäuer! Kann ja nicht mehr lange dauern, und die Reinoldi-Kirche wird dem Erdboden gleich bemacht. Dafür ist ja auch kein Geld vorhanden und es rieselt und bröckelt schon an allen Ecken und Kanten. Also dann auch lieber abreißen!
15:10
Zitat von Karin von Hüshofff ECE betreibt bundesweit 21% der modernen Verkaufsflächn. Bei einem Wachstum von 11&/p.a. sind das in 20 Jahren 50%. Wo bitte wollen Sie sonnst Ihren Einkauf erledigen?
Versuchen sie es doch mal in der Innenstadt, dort hat der Einzelhandel Verkaufsfächen in Höhe von
134.955 qm. Oder in den Vororten, das sind es 348.720 qm ...
12:02
Wie ich gelesen habe, ist die Fassade des Berlet Hauses erst 2002 wieder aufgebaut worden.
Historisch ist das ja eher weniger...
08:49
Was die Bomben im 2. Weltkrieg nicht geschafft haben, wird jetzt von unseren Stadtoberen zur Zerstörung freigegeben.
Schade um das schöne Berlet-Haus. Wieder ein Opfer von Größenwahnsinn.
08:48
Ach, auch Sie werden dort kaufen...
Es wird ihnen nicht viel anderes übrig bleiben.
ECE betreibt bundesweit 21% der modernen Verkaufsflächn. Bei einem Wachstum von 11&/p.a. sind das in 20 Jahren 50%.
Wo bitte wollen Sie sonnst Ihren Einkauf erledigen?
Sauber und in Sicherheit! Das hat Zukunft!
Das neue Parkhaus wird Maß aller Dinge, wer parkt denn dann noch an der Kuckelke?
21:23
Wer bezahlt diese Prunkbauten eigentlich?
Die Kunden?
Oder sind es Steuersparmodelle?
Da hat mal wieder irgend so ein Controller ermittelt, dass ein Neubau günstiger erstellt werden kann, als eine Sanierung - und die Steuergesetzgebung ist dabei vermutlich das beste Argument.
Also, schon mal an die Adresse von ECE: Mich wird man dort nicht als Kunden sehen - und ich hoffe, dass noch viele Dortmunder so denken.