A45 bleibt mindestens bis Mitte nächster Woche in Dortmund voll gesperrt
27.01.2012 | 15:10 Uhr 2012-01-27T15:10:00+0100
Dortmund. Die durche einen Tagesbruch in Dortmund bereits seit zehn Tagen voll gesperrte A45 wird doch nicht nach dem Wochenende wieder freigegeben. Die Arbeiten an den Löchern dauern mindestens bis Mitte nächster Woche an, teilte Straßen.NRW mit. Es sei nicht absehbar, wie lange die Vollsperrung bestehen bleibe.
Die Vollsperrung der A45 bei Dortmund wird voraussichtlich noch mindestens bis Mitte nächster Woche dauern, wie der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen am Freitag ankündigte. Die Autobahn ist bereits seit zehn Tagen zwischen den Autobahnkreuzen Dortmund-Süd und Dortmund/Witten wegen eines plötzlich aufgetretenen Tagesbruches in beiden Richtungen gesperrt und sollte eigentlich am Montag, 30. Januar, wieder freigegeben werden.
„Beim Verfüllen sah es gestern sehr gut aus. In der Nacht und am frühen Morgen ist das Material nachgesackt und teilweise auch in andere Hohlräume eingebrochen“, sagte Thomas Oehler von der Straßen.NRW-Autobahnniederlassung Hamm am Freitag bei einer Ortsbesichtigung. „Somit ist nicht absehbar, wie lange es noch dauert.“
Eine Spezialfirma sei vor Ort, um mit vier Bohrgeräten nach Hohlräumen zu suchen und mit einem Zementgemisch zu füllen. Bis jetzt wurden 200 Bohrungen durchgeführt. Vier Hohlräume in einer Tiefe von zwei bis vier Meter wurden gefunden und verfüllt. Weitere tiefer liegende Hohlräume wurden zusätzlich gefunden und bereits teilweise verfüllt. Jetzt müssten noch mehr als 80 Hohlräume im Erdreich mit Spezialzement verpresst werden.
Bis jetzt wurde von der Firma, die rund um die Uhr arbeitet, 700 Kubikmeter Zementgemisch eingefüllt. Das entspreche 20 Sattelzügen. Im Anschluss der Verfüllung müssten 2000 Quadratmeter Fahrbahn erneuert werden. Während der Sperrung der A45 werden durch Straßenwärter der Autobahnmeisterei Hagen Unterhaltungs- und Reinigungsarbeiten durchgeführt.
Es sind weiter folgende Umleitungen eingerichtet:
In Fahrtrichtung Frankfurt wird der Verkehr ab dem Autobahnkreuz Dortmund/Witten über die A44 zum Autobahnkreuz Bochum/Witten dann über die A43 bis zum Autobahnkreuz Wuppertal-Nord und zuletzt über die A1 zum Autobahnkreuz Westhofen geleitet.
Der Verkehr in Fahrtrichtung Dortmund wird ab der Anschlussstelle Dortmund-Süd über die B54 und B1 zum Autobahnkreuz Dortmund/West geleitet.
Der überörtliche Verkehr wird über digitale Anzeigetafeln vor dem Westhofener Kreuz und dem Autobahnkreuz Dortmund-Nord-West informiert und kann den gesperrten Bereich großräumig über die A1 und die A2 umfahren.
15:54
700 Kubikmeter Beton und natürlich kein Ende.
Wer schon mal versucht hat, einen Maulwurf mit ner Gießkanne voll Wasser zu ersäufen, der weiß, dass das nicht geht!
Genauso verhält es sich, wenn man flüssigen Beton in ein Bergwerk oder eine natürliche Höhle pumpt, ohne zu wissen, welches Volumen überhaupt zu füllen ist.
"Spezialfirma" hört sich immer toll an. Wer hier aber Spezialisten erwartet, die in der Lage sind sorgfältig zu recherchieren und zu prospektieren, bevor sie sinnlos Beton pumpen, der erwartet zu viel.
23:55
Das letzte Interview mit den Zuständigen war ja schon etwas gezielter.
Trotzdem hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht.
700 Kubikmeter entsprechen nicht nur 20 Sattelzügen, sondern auch einem wirklich großen Einfamlienhaus.
Oder, anders gesagt, bei einer Raumhöhe von 2,50 Metern, einer Grundfläche von 280 Quadratmeter.
Wieviel vom Ganzen waren bei den ersten Anzeichen des Tagesbruchs bekannt ?
Wenn ich die anfänglichen Äußerrungen mit den Ausmaßen heute vergleiche, wird das Oberbergamt und Nachfolger Kenntnis von etwa 5 Prozent vom Gesamtausmaß des Bergbaus in den letzten 300 Jahren haben.
Wie es denn das Amt ?
Ein weiteres Interview würde vielleicht mehr Klarheit schaffen.
Da fallen 8 Meter lange Betonplatten einfach hinein.
Und es sind doch noch mehr Hohlräume unter der bisher erhofften Maximaltiefe vorhanden. Sonst wären diese von vorn herein verfüllt worden und nicht durch Nachsacken teilweise gefüllt worden.
18:27
Wenn man weiss, das man im Wald rechts und links der A45 die Wege nicht verlassen darf, weil unter dem Laub ein Tagesbruch neben dem anderen ist, kann man über solche Meldungen nur milde lächeln. Das wird noch Monate dauern....
und der Parkplatz dort heißt Flöz Mausegatt. Ja dann weiß man doch, was da so los war.
18:22
Scheinbar ein „Fass ohne Boden“. Deshalb wäre es wohl besser zu sagen, es dauert so lange es eben dauert, statt die Autofahrer Woche für Woche zu vertrösten.
16:22
Ich möchte an dieser Stelle ein aufrichtiges und ehrlich gemeintes Lob an die Planer und Ausführenden dieser Arbeiten weitergeben:
Ich weiß aus Erfahrung, das solche plötzlich anfallenden Projekte absolut undankbar sind - noch dazu, wenn sie in so starkem öffentlichen Fokus stehen.
Dass Straßen.NRW so schnell gehandelt hat, sehr zügig Umleitungsstrecken markiert, akute Probleme behoben und die Verfüllarbeiten direkt geregelt hat, ist dankenswert und wirklich lobenswert.
Noch dazu hat man direkt aus der Not eine Tugend gemacht, und koppelte an die Zwangssperrung weitere Sanierungs- und Unterhaltungsmaßnahmen. Da viele Kritiker einer öffentlichen Behörde so viel Flexibilität und Organisationstalent selten zutrauen, gilt es an dieser Stelle, dies ausdrücklich zu loben.
Glück auf und alles Gute für die weiteren Planungen und Ausführungen!