Westspiel droht acht Saalchefs mit der Kündigung
Die Situation in der Spielbank verschärft sich: 8 von 14 Saalchefs stehen vor Änderungskündigungen. Ganz allmählich scheint sich ein matter Glanz auf eines der Dortmunder Aushängeschilder zu legen.
Eine Sprecherin der Westspiel-Gruppe bestätigte den Vorgang. Man wolle Hierarchien im Bereich des klassischen Spiels abbauen, so die Begründung. Unseren Informationen zufolge sollen die Ersatzarbeitsplätze wesentlich niedriger dotiert sein.
Inzwischen verstärkt sich bei vielen der 332 Mitarbeiter ein ungutes Gefühl. Sie beäugen argwöhnisch, dass die Westspiel-Gruppe, zu der in NRW neben dem Hohensyburger Glückstempel auch die in Aachen, Bad Oeynhausen und Duisburg gehören, ihre Angestellten unterschiedlich bezahlt.
Dass die Branche wirtschaftlich unter Druck steht, ist nicht unbekannt. Nur zieht das Unternehmen, so Überlegungen vieler Mitarbeiter, falsche Schlüsse daraus. Der Vorwurf: Westspiel spiele Hohensyburg gegen das Duisburger Haus aus. Dessen 249 Mitarbeiter unterlägen keiner Tarifregelung, arbeiteten mithin kostengünstiger. Duisburg locke mit Parkkarten für Stammgäste und anderen Vergünstigungen, die in Hohensyburg schon längst weggefallen seien, Kunden von der Ruhr an den Rhein.
Das neue Duisburger Casino ist also ein Konkurrent für die drei anderen, der 2007 in NRW 585 000 Kunden abgesogen hat. Vor diesem Hintergrund erscheint es fatal, dass Westspiel nun in Köln ein weiteres Casino nach Duisburger Manier planen soll - was Westspiel verneint.
"Das würde noch einmal Gäste kosten", erwarten die Mitarbeiter. Der Stern in Köln könne indes nur aufgehen, wenn der in Aachen erlischt, da Westspiel nur über vier Konzessionen in NRW verfügt. Was, so die Kritiker, dem Unternehmen in die Karten spielen würde: Es würde ein weiterer "teurer" Standort wegfallen. Die Stadt dürfte sich hingegen Gedanken um ihren Anteil an den Spielbankabgaben machen.
Vor Juli 2006 erhielten Gemeinden 15 Prozent des Bruttospielertrags, ab Juli 2006 nur noch 12. Er ist in Dortmund von 11,6 Mio. Euro (2004) mittlerweile auf 7,4 Mio. (2007) abgesackt. Bis Oktober betrug die Summe nur noch 4,7 Mio.



















