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Letzte City-Kommune vor dem Aus

Dortmund, 11.04.2008, Von Joachim vom Brocke

Vor dem Aus steht die vermutlich letzte City-Kommune, falls es bis Ende des Jahres nicht doch noch eine Lösung gibt. 14 junge Leute zwischen 22 und 29 Jahren leben im so genannten "Hippiehaus" an der Silberstraße 36. ...

Müssen Ende des Jahres aus dem Haus Silberstraße 36: 14 Leute zwischen 22 und 29 Jahren. An einem neuen, zentralen Ort möchten sie ihre Projekte gerne weiterführen. (Bild: Franz Luthe) Foto: WR

... Das Haus muss dem Einkaufsprojekt auf der Thier-Brache weichen. Die Kündigung zum 30. November liegt auf dem Tisch. Die Bewohner, allesamt Studierende, Künstler, Pädagogen, stehen vor dem Problem, anderen bezahlbaren und ausreichend großen Wohn- und Lebensraum zur Weiterführung ihrer Projekte zu finden.

Von den Ratsmitgliedern Mario Krüger und Ingrid Reuter, beide Bündnis 90/Die Grünen, hoffen sie auf Hilfe und Unterstützung. Ein neues Gebäude hatten Krüger und Reuter gestern vor Ort nicht parat. "Doch", so Krüger, "haben wir die Erwartung an die Verwaltung, hier moderierend zu helfen". Die kulturelle Vielfalt und Alternatives dürfe im Citybereich nicht ausgeklammert werden.

Vor eineinhalb Jahren war das Haus bezogen worden, nachdem es fünf Jahre leer stand. Die Bewohner haushalten, kochen, wohnen zusammen, beteiligen sich an kulturellen Veranstaltungen wie Ausstellungen, Konzerten, Theaterproduktionen, zeigen ehrenamtliches Engagement beim Sammeln von Spendengeldern (für die Suppenküche zum Beispiel oder die Lebenshilfe e.V.) oder bieten Freiraum für Bands, denen Probemöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, ebenso für die innerstädtische Subkultur. Alles selber finanziert, ohne irgendwelche Zuschüsse.

An der Silberstraße 36 stehen 350 qm Wohnfläche zur Verfügung. Weitere 180 qm genutzte Fläche gibt es im Keller und auf dem Dachboden. Ihre selbst gesetzten Ideale möchten die 14 Dortmunder durch den Abriss nicht gefährden. Deshalb sind sie auf der Suche nach einem neuen Domizil, in dem sie ihr Wohn-, Kunst- und Kulturprojekt weiterführen können.

Stadt auf dem Weg zum Einheitsgesicht

"Es sollte", so wünscht sich Mitbewohner Johannes, "die gleiche Größe wie jetzt haben". Johannes hängt einen Wunsch an: "Wenn wir zusätzlich noch etwa 200 qm an Veranstaltungsfläche für Ausstellungen oder Workshops zusätzlich dazu bekämen, wäre es geradezu ideal".

Ihre Kritik am ECE-Projekt, dem sie weichen müssen, ist eher verhalten. Doch es gefällt ihnen nicht, dass "Dortmund auf dem Weg zum Einheitsgesicht" ist und durch "Schönheitsoperationen" die bunte, alternative Kultur aus dem Stadtbild verdrängt wird. Deshalb möchten sie auch künftig Präsenz zeigen und sind deshalb für jede Unterstützung dankbar.

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