Anlieger droht mit einstweiliger Verfügung gegen die Sprengung
Am Sonntag, 17. Februar, zwischen 12 und 13 Uhr soll der Büroturm des Volkswohlbundes am Südwall in die Knie gehen. Alle Vorbereitungen und Sicherheitsmaßnahmen sind getroffen. ...
... Doch ein Anlieger denkt über eine einstweilige Verfügung gegen die Sprengung nach. Dr. Helmut Sodollick pocht auf seine Sonntagsruhe. Als praktizierender Arzt habe er straffe Arbeitstage. "Der Sonntag ist der einzige Tag, an dem ich ausspannen kann." Vor 15 oder 16 Uhr gehe er sonntags nie vor die Türe. Nun solle er um 8 Uhr seine Wohnung verlassen. "Für diese nicht zwingend notwendige Sprengung mutet man den Anwohnern eine erhebliche Störung der Sonntagsruhe zu und entschädigt sie nach dem Motto: Friss oder stirb."
Dr. Sodollick beschwerte sich schriftlich beim Volkswohlbund über die Sprengung wie die Evakuierung, die eine Unterbringung der Anlieger im Stadtgymnasium von 8 bis ca. 14 Uhr vorsieht. "Meine Großmutter wäre 1946 nach ihrer Flucht aus Ostpreußen mit diesem Etablissement hoch zufrieden gewesen...", mutmaßt er, um nachzusetzen: "Diese Verfahrensweise entspricht dem äußeren Eindruck des Volkswohlbundgebäudes: stillos und frech."
Simone Szydlack vom Volkswohlbund betont, dass es keine andere Beschwerde aus der Nachbarschaft gebe: "Wir haben dem Mann höflich geantwortet."
Dr. Sodollick reicht der Antwortbrief nicht. So hatte er Messergebnisse vor und direkt nach der Sprengung des Gebäudes eingefordert, die er nicht erhalten habe. "Die reden von schwacher Asbest-haltigkeit!" Das klinge so unmöglich, wie ein bisschen schwanger zu sein.
Auch könnten die rund 500 Anlieger doch wohl erwarten, Gutscheine für einen Brunch in einem frei gewählten Restaurant zu erhalten. Angesichts einer geschätzten Ersparnis von 500 000 Euro durch die Sprengung gegenüber einem Abriss. Angesichts dieser Arroganz behalte er sich weiter vor, noch eine einstweilige Verfügung gegen die Sprengung zu erwirken.




















