66 Schul-Sozialarbeiter stehen vor Kündigung
18.02.2010 | 05:00 Uhr 2010-02-18T05:00:00+0100
Auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten im Haushalt 2010 könnte es jetzt den 66 Sozialarbeitern an Dortmunds Schulen an den Kragen gehen. Nach WR-Informationen besteht in der Stadtkämmerei die Absicht, die Verträge der 33 kommunal finanzierten Beschäftigten zum Ende des Schuljahres zu kündigen.
Da es sich jedoch um ein komplementär finanziertes Modell handelt, also das Land ebenfalls einen Sozialarbeiter bezahlt, wenn die Stadt es tut, würden somit auch die 33 Stellen wegfallen, die in Düsseldorf aus der Gehaltsliste stehen.
Die Sozialarbeit an Schulen ist neben dem Regionalen Bildungsbüro und der Förderung von Kindern aus Zuwandererfamilien (RAA) Teil eines etwa 3,5 Millionen Euro teuren Pakets an freiwilligen Leistungen der Stadt, das angesichts der haushaltslosen Zeit auf dem Prüfstand steht. In einem zweistündigen Gespräch mit Kämmerer Jörg Stüdemann (SPD) hat sich Schuldezernentin Waltraud Bonekamp (Grüne) für den Erhalt der freiwilligen Leistungen an Schulen stark gemacht: „Gerade an Schulen in einem schwierigen sozialen Umfeld, an Haupt- und Gesamtschulen ist die Unterstützung der Lehrer durch Sozialarbeiter sehr wichtig.” Sie seien die notwendigen Fachleute, die sich sowohl um die schulischen Probleme der Kinder- und Jugendlichen kümmerten als auch bei Schwierigkeiten im Elternhaus ein offenes Ohr für sie hätten. Zudem leisteten sie entscheidende Beiträge bei der Gewaltprävention und betreuten die Jugendlichen beim Übergang von der Schule in den Beruf.
»Bei wegbrechender Gewerbesteuer geht
es nicht, Gesamtpakete durchboxen zu wollen«
Die Notwendigkeit und der hohe Stellenwert der Sozialarbeit an Schulen sei Jörg Stüdemann durchaus bewusst, deshalb habe er das Schuldezernat gebeten, bis Ende nächster Woche eine Prioritätenliste zu erstellen, welche Bereiche erhaltenswürdiger sind als andere.
„Bei einem unter der Aufsicht der Bezirksregierung stehenden Haushalt und wegbrechender Gewerbesteuer geht es nicht, dass hier versucht wird, Gesamtpakete durchzuboxen. Wir müssen auch offen für Alternativen sein”, sagte Jörg Stüdemann. Die Liste soll nach Beratung im Verwaltungsvorstand dann am 25. März in die Haushaltsplanung des Rates einfließen.
Im Rahmen der haushaltslosen Zeit dürfen auslaufende Verträge nicht ohne Zustimmung der Kommunalaufsicht verlängert werden. Allein deshalb könnte es sein, dass die Stadt die auf ein Jahr befristeten Stellen der Sozialarbeiter im März kündigen wird, um arbeitsrechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Die entstünden, wenn die Verträge stillschweigend vor der abschließenden Begutachtung des Haushalts durch die Bezirksregierung im Sommer verlängert würden.
Stüdemann deutete jedoch an, dass es auch nach einer ersten Kündigung Möglichkeiten für eine erneute Beschäftigung geben könnte.
07:35
jene die kinder verrbünftig erziehen könnten wollen als doppelverdiener nicht auf ski, sommer und wocheendurlaube verzichten und stellen das kinderkriegen ein.
dann wollen sie auch noch steuern sparen
und hinterher wundern sie sich über entwder hohe sozialkosten oder no go areas
wenn jene kionderkriegen welche es besser lassen sollten (oh ja die sind darin fleissig)
und diese kinder sich selbst überlassen werden darf sich die oberschicht nicht wundern wenn esw zu unangenehmen begegnungen kommt.
aber wie in hamburg gerade zu erleben ist mauert man sich lieber ein als chancen zu geben.
das war schon vor 500 jahren so
oben der adel und unten der pöbel
so ist es heute immer noch (oder nach kurzem lichtblicken in den 70 gern wieder so)
seltsam das gerade jene die davon prifitiert haben heute am eifrigsten nach unten mit abscheu zeigen
wie war das nochmal mit der enthaltung der spd
mensch willi was ist aus deinem laden geworden
07:21
#dobuerger
jo jo schöne idee nur erwachsene umerziehen erinnert an umerziehungslager.
diese hatten keine bis kaum unterstützuung in ihrer jugendzeit und das ergebnis sind heute unfähige eltern.
jetzt werden sozialarbeiter abgezogen und wir züchten uns die nachfolge generation.
kinder sind leichter und damit (zynisch aber war) kostengünstiger zu erreichen.
wer diese chance vergeigt jammert hinterher über die vielfach högeren sozialkosten.
das ist dummheit deluxe.
herr westerwelle und co wollen unter sich bleiben und zementieren die unterschicht.
und dortmund baut noch eigene mauern drum herum.
das ist nur mühelos von intelligenter politik zu unterscheiden.
aber wenn nur alle über die politik meckern und nicht selber aktiv werden dan darf sich das volk nicht wundern das da jene nach vorn drängen die besser ganz hinten stehen sollten.
05:25
Sozialarbeiter klingt immer gut. Die Frage ist nur, ob es Erfolge gibt.
Ich erwarte, dass die Verantwortung der Eltern wieder stärker in den Mittelpunkt der Diskussion gerät. Langsam kommt der Eindruck auf, dass der Statt für die Erziehung, Kleidung und Ernährung zuständig ist.
DIES IST AUFGABE DER ELTERN und sie muss von der Gesellschaft auch eingefordert werden können. Es gibt schließlich auch heute schon viele staatliche Leistungen für Eltern.
17:26
@#15, das ist mir schon klar und grds. auch richtig so. Aber man sollte den Fokus von vorn herein mehr auf die Erziehungsberechtigen (besser Erziehungspflichtigen) und die Familie und deren Einbeziehung in die Arbeit der Sozialarbeiter lenken als nur auf die Kinder.
14:07
Zu Kommentar 12:
Wenn Eltern ihren Erziehungsauftrag nicht wahrnehmen können oder wollen, ist es Aufgabe der Gemeinschaft alle betroffenen Kinder so zu unterstützen, dass Ihr Anspruch auf Bildung umgesetzt werden kann. Wenn wir diese Kinder nicht unterstützen, werden deren Kinder auch kaum Chancen auf Bildung haben, Es wäre wünschenswert, dass alle Eltern ihren Erziehungsauftrag wahrnehmen. Leider steigt der Bedarf an öffentlicher Jugendhilfe, weil die Wirklichkeit anders aussieht.
13:51
#Gnomenzicke,
Ihre Kürzungsvorschläge unterstütze ich gern. Das bedeutet für die Kommunalpolitiker aber, sich mit mächtigen sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Lobbies anzulegen.
12:58
@10: wenn man alles kaputtspart, braucht man sich nicht wundern, wenn man nie mehr auf einen grünen zweig kommt. am falschen ende gespart kommt manchmal 10mal so teuer bei der abrechnung. deshalb sollte gerade bei bildung und jugend und kindern der rotstift so behutsam als möglich, besser gar nicht angesetzt werden. wofür man sich aber in jeder kommune 2-5 stellvetr. bürgermeister halten muss, ist mir schleierhaft. und da gibts noch jede menge mehr potential. einfach mal das beamtentum in der verwaltung abschaffen, dann fliesst das geld ja nur so in den stadtsäckel...
12:29
Viel wichitger für die Kinder als die Sozialarbeiter an den Schulen sind intakte Familien und Eltern, die sich um ihre Kinder kümmern und ihnen ein positives Beispiel sind. Die auch mal zu Schule gehen und die Gesprächangebote der Lehrerschaft warhnehmen. Aber es ist ja so einfach die Erziehung und die soziale Bildung andern zu überlassen, die dann schuldig sind, wenn die Kinder in Depressionen und Hilflosigkeit fallen. Dann hat mal wieder der Staat versagt. Jeder denkt nur an sich selbst, nicht mal an seine Kinder. Wofür gibt es schließlich den Staat, die Lehrer, Sozialarbeiter. Die Staat hat ja genug Geld - und wenn nicht: rutscht das Kind halt in die Arbeitslosigkeit, Drogen und Kriminalität - was geht das die Eltern an, der Staat ist schuld.
12:02
Neben einem neuen Denken, (unter anderem kostenfreie Schulmahlzeiten, Kita´s Ganztagsschulen) brauchen die meisten Bildungseinrichtungen kompetente Sozialarbeiterinnen/Sozialarbeiter um die sozialen Defizite und Nöte unserer Kinder und Jugendlichen ernst zunehmen und individuelle Auswege zu finden. Wenn wir als Gesellschaft versagen, werden radikale Kräfte das Vakuum füllen. Dies ist auch in Dortmund bereits der Fall.
Ich fahre lieber über marode Straßen an renovierungsbedürftigen Behördenfassaden und einem nicht mit Blattgold veredeltem „U“ vorbei als dass ich an der Zukunft unserer Kinder spare.
11:45
Aber bitte doch nicht bei ... sparen!!! Spart bei ...!!!
(Zutreffendes bitte einsetzen!)