32-jähriger Lüner soll Demo-Anmelderin bedroht haben

Weil sie eine Flüchtlings-Demo angemeldet hat, hat Dorothea Moesch Drohungen von Neonazis erhalten.
Weil sie eine Flüchtlings-Demo angemeldet hat, hat Dorothea Moesch Drohungen von Neonazis erhalten.
Foto: Stephan Schütze
Im Falle der Drohanrufe gegen eine Dortmunderin, die eine Demo gegen Neonazis angemeldet hatte, hat die Polizei einen Verdächtigen ermittelt.

Dortmund/Lünen.. Dorothea Moesch aus Dortmund-Westerfilde ist ins Visir von Neonazis geraten, weil sie eine Demo gegen die Rechtsradikalen angemeldet hatte. Die Rollstuhlfahrerin bekam Anrufe mit Todesdrohungen. Wie die Rechtsradikalen an ihren Namen und ihre Telefonnummer kamen, beschäftigt nun die Polizei.

Am Montagnachmittag teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit, dass die Polizei die Wohnung eines Tatverdächtigen durchsucht und dabei ein Mobiltelefon und "umfrangreiches Beweismaterial" sichergestellt habe. Die Polizei sei über die bei den Drohanrufen angezeigte Handynummer auf den 32-jährigen Lüner aufmerksam geworden.

Der Mann ist schon früher polizeilich aufgefallen, vor allem wegen Eigentumsdelikten. Er habe auch „gewisse Bezüge zum rechtsgerichteten Umfeld“, so Staatsanwältin Sonja Frodermann. Die Spur zu ihm als Drohanrufer führte über das auf seinen Namen angemeldete Handy, mit dem er die Drohanrufe getätigt hatte. Noch sei es aber nicht ausgewertet, so Frodermann.

Todesdrohungen per Telefon

"Du Hexe wirst brennen!", drohte eine verzerrte Stimme, als Moesch am Dienstag den ersten Drohanruf erhielt. Dann, spätabends, klingelte das Telefon wieder: "Wir stehen vor deiner Tür", sagte eine hasserfüllte männliche Stimme. Moesch rief sofort den Notruf, die Polizei schickte einen Streifenwagen vorbei. Der Anruf stellte sich als leere Drohung heraus.

Anmeldebescheid bei Twitter veröffentlicht

Die Todesdrohungen waren möglich, weil den Rechtsextremen Moeschs Demo-Anmeldung in die Hände gefallen war. Zu Beginn der Demo am Dienstag veröffentlichte die Neonazi-Splitterpartei "Die Rechte" ein Foto vom Anmeldebescheid des Gegenprotests beim Kurznachrichtendienst Twitter im Internet.